DUDERSTADT-GERBLINGERODE
Der südlich von Duderstadt gelegene Grenzort
Gerblingerode reicht bis unmittelbar an den zur
ehemaligen DDR gehörenden Kreis Worbis,
dessen Grenze einst die nur 230 Hektar große
Gemarkungsfläche teilte. Die weite fruchtbare
Hahleniederung, die, wie archäologische Grab-
urnenfunde am Südhang des Siebigberges be-
legen, bereits von jungsteinzeitlichen Siedlern
genutzt wurde, bildete die Voraussetzung für
Ortsentstehung und -entwicklung.
Erstmals urkundlich genannt wird der Ort Gerb-
lingerode in der Chronik des Klosters Lippolds-
berg aus dem Jahre 1151. Neben dem Kloster
Lippoldsberg, das im 11 .Jh. den Zehnten in
Gerblingerode besaß, erwarb hier sehr früh
auch das nahe gelegene Zisterzienserinnenklo-
ster Teistungenburg bedeutende Gerechtsame.
Den Charakter des Ortsbildes bestimmen im
wesentlichen Teistunger Straße/Gerblingeröder
Straße, die, den Verlauf der Hahle folgend, den
Ort von Norden nach Süden durchziehen. Sie
bilden gleichsam das Rückgrat des Straßen-
und Wegenetzes. In Höhe des Kirchplatzes, der
von der Brunnenstraße eingefaßt wird, zweigt
nach Südwesten die Brückenstraße ab, die ein
zusammenhängendes Neubaugebiet jenseits
der Hahle bzw. des Bahndammes erschließt.
Eine weitere großflächige Ortsranderweiterung
mit Einfamilienhaus-Bebauung entstand östlich
der Hauptdurchgangsstraße zwischen Linden-
talstraße und Siebigweg.
Einschneidende Veränderungen im Ortsbild
bewirkte der wuchtige Kirchenneubau von
1970/71. Ihm zum Opfer fiel die 1895 erbaute
Kirche St. Maria, deren Bauplan der „Franzis-
kanerbruder P. Gratze“ entwarf.
Hervorhebenswerte Merkzeichen im Dorfbild
setzen die als Baudenkmale ausgewiesenen
Objekte Brunnenstraße 28/30, das ehemalige
Tagelöhnerwohnhaus Brückenstraße 21, der
Bildstock auf der Parzelle Gerblingeröder
Straße 2, die beiden Wohnhäuser Gerblingerö-
der Straße 61/63 und 81, die ehemalige Hofan-
lage Nr. 73 und das Wohnhaus Teistunger
Straße 16.
Zu den ältesten Bauten Gerblingerodes gehört
zweifellos das Wohnhaus Gerblingeröder Stra-
ße 81, ein traufständiger doppelgeschossiger
Fachwerkbau auf hohem verputzten Sandstein-
sockel, der mit einem Satteldach abschließt.
Der inschriftlich 1694 datierte Fachwerkbau mit
dem allseitig leicht vorkragenden Oberstock
weist indes ein überformtes Fachwerkgefüge
auf. Markant wirken die weit ausgreifenden
Schwelle-Ständer-Streben in den Eckgefachen,
der durchlaufende Brustriegel sowie die nur
noch vereinzelt im Oberstock auftretenden
paarweise angeordneten Fußbänder in den
Brüstungszonen.
Die gestalterischen Prinzipien des 18.Jh. veran-
schaulicht noch das Wohnhaus der Hofanlage
Brückenstraße 23 aus dem Jahre 1792. Der
freistehende doppelgeschossige Fachwerkbau
unter abgewalmtem Satteldach zeigt bis auf
geringfügige bauliche Eingriffe ins Fachwerkge-
füge noch den zeittypischen Fachwerkaufbau,
der zudem die Innenraumdisposition am Au-
ßenbau ablesbar macht. Die beiden Objekte
Gerblingeröder Straße 61/63 und Gerblingerö-
der Straße 73 aus der 1. Hälfte bzw. der Mitte
des 19.Jh. dokumentieren bereits veränderte
Gestaltungsprinzipien.
Hervorhebenswert ist auch die sogenannte
Pferdebergswarte, südwestlich der Ortslage
unmittelbar an der Straße nach Immingerode
gelegen, die aus Wall und Graben besteht und
Teil der Duderstädter Landwehr war. Nicht un-
erwähnt bleiben soll die sogenannte Mariensäu-
le im Garten des Hauses Gerblingeröder Stra-
ße 2 von 1864.
DUDERSTADT-HILKERODE
Hilkerode liegt ca. acht Kilometer nördlich von
Duderstadt und grenzt unmittelbar an die zum
Landkreis Osterode gehörende Gemeinde
Herzberg. Eingebettet in ein verhältnismäßig
enges Seitental der weit ausgebreiteten Rhu-
me-Eller-Niederung wird die Altsiedelfläche huf-
eisenförmig umschlossen von Pahmberg, Müh-
lenberg, Bornberg, Junkerberg, Schmahlen-
berg, Hägerberg, Heimkenberg und Längen-
berg. Beherrschend tritt der Pahmberg mit dem
„Kleeblatt“ hervor, der mit einer Höhe von 295
Metern zu den höchsten Erhebungen des Alt-
kreises zählt.
Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das
Jahr 1224 zurück, in der die Grafen von Eber-
Gerblingerode, Luftbild des Ortskerns, Aufnahme 7.4.1974, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Landesvermessung - B5 - 60/74/1036
194
Der südlich von Duderstadt gelegene Grenzort
Gerblingerode reicht bis unmittelbar an den zur
ehemaligen DDR gehörenden Kreis Worbis,
dessen Grenze einst die nur 230 Hektar große
Gemarkungsfläche teilte. Die weite fruchtbare
Hahleniederung, die, wie archäologische Grab-
urnenfunde am Südhang des Siebigberges be-
legen, bereits von jungsteinzeitlichen Siedlern
genutzt wurde, bildete die Voraussetzung für
Ortsentstehung und -entwicklung.
Erstmals urkundlich genannt wird der Ort Gerb-
lingerode in der Chronik des Klosters Lippolds-
berg aus dem Jahre 1151. Neben dem Kloster
Lippoldsberg, das im 11 .Jh. den Zehnten in
Gerblingerode besaß, erwarb hier sehr früh
auch das nahe gelegene Zisterzienserinnenklo-
ster Teistungenburg bedeutende Gerechtsame.
Den Charakter des Ortsbildes bestimmen im
wesentlichen Teistunger Straße/Gerblingeröder
Straße, die, den Verlauf der Hahle folgend, den
Ort von Norden nach Süden durchziehen. Sie
bilden gleichsam das Rückgrat des Straßen-
und Wegenetzes. In Höhe des Kirchplatzes, der
von der Brunnenstraße eingefaßt wird, zweigt
nach Südwesten die Brückenstraße ab, die ein
zusammenhängendes Neubaugebiet jenseits
der Hahle bzw. des Bahndammes erschließt.
Eine weitere großflächige Ortsranderweiterung
mit Einfamilienhaus-Bebauung entstand östlich
der Hauptdurchgangsstraße zwischen Linden-
talstraße und Siebigweg.
Einschneidende Veränderungen im Ortsbild
bewirkte der wuchtige Kirchenneubau von
1970/71. Ihm zum Opfer fiel die 1895 erbaute
Kirche St. Maria, deren Bauplan der „Franzis-
kanerbruder P. Gratze“ entwarf.
Hervorhebenswerte Merkzeichen im Dorfbild
setzen die als Baudenkmale ausgewiesenen
Objekte Brunnenstraße 28/30, das ehemalige
Tagelöhnerwohnhaus Brückenstraße 21, der
Bildstock auf der Parzelle Gerblingeröder
Straße 2, die beiden Wohnhäuser Gerblingerö-
der Straße 61/63 und 81, die ehemalige Hofan-
lage Nr. 73 und das Wohnhaus Teistunger
Straße 16.
Zu den ältesten Bauten Gerblingerodes gehört
zweifellos das Wohnhaus Gerblingeröder Stra-
ße 81, ein traufständiger doppelgeschossiger
Fachwerkbau auf hohem verputzten Sandstein-
sockel, der mit einem Satteldach abschließt.
Der inschriftlich 1694 datierte Fachwerkbau mit
dem allseitig leicht vorkragenden Oberstock
weist indes ein überformtes Fachwerkgefüge
auf. Markant wirken die weit ausgreifenden
Schwelle-Ständer-Streben in den Eckgefachen,
der durchlaufende Brustriegel sowie die nur
noch vereinzelt im Oberstock auftretenden
paarweise angeordneten Fußbänder in den
Brüstungszonen.
Die gestalterischen Prinzipien des 18.Jh. veran-
schaulicht noch das Wohnhaus der Hofanlage
Brückenstraße 23 aus dem Jahre 1792. Der
freistehende doppelgeschossige Fachwerkbau
unter abgewalmtem Satteldach zeigt bis auf
geringfügige bauliche Eingriffe ins Fachwerkge-
füge noch den zeittypischen Fachwerkaufbau,
der zudem die Innenraumdisposition am Au-
ßenbau ablesbar macht. Die beiden Objekte
Gerblingeröder Straße 61/63 und Gerblingerö-
der Straße 73 aus der 1. Hälfte bzw. der Mitte
des 19.Jh. dokumentieren bereits veränderte
Gestaltungsprinzipien.
Hervorhebenswert ist auch die sogenannte
Pferdebergswarte, südwestlich der Ortslage
unmittelbar an der Straße nach Immingerode
gelegen, die aus Wall und Graben besteht und
Teil der Duderstädter Landwehr war. Nicht un-
erwähnt bleiben soll die sogenannte Mariensäu-
le im Garten des Hauses Gerblingeröder Stra-
ße 2 von 1864.
DUDERSTADT-HILKERODE
Hilkerode liegt ca. acht Kilometer nördlich von
Duderstadt und grenzt unmittelbar an die zum
Landkreis Osterode gehörende Gemeinde
Herzberg. Eingebettet in ein verhältnismäßig
enges Seitental der weit ausgebreiteten Rhu-
me-Eller-Niederung wird die Altsiedelfläche huf-
eisenförmig umschlossen von Pahmberg, Müh-
lenberg, Bornberg, Junkerberg, Schmahlen-
berg, Hägerberg, Heimkenberg und Längen-
berg. Beherrschend tritt der Pahmberg mit dem
„Kleeblatt“ hervor, der mit einer Höhe von 295
Metern zu den höchsten Erhebungen des Alt-
kreises zählt.
Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das
Jahr 1224 zurück, in der die Grafen von Eber-
Gerblingerode, Luftbild des Ortskerns, Aufnahme 7.4.1974, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Landesvermessung - B5 - 60/74/1036
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