gen mit dichtgestellten Doppel- und Drillings-
ständern sowie paarweise angeordneten kur-
zen Fußstreben.
Ev. Kirche (Neuendorfer Straße)
Inmitten des historisch gewachsenen Orts-
kerns, auf einem kleinflächigen inselförmigen
Areal, entstand im ausgehenden 19.Jh. die in
neugotischen Formen errichtete Saalkirche, ein
Sandsteinquaderbau mit Polygonchor und vor-
gelegtem Westturm, der mit einem verschiefer-
ten Spitzhelm abschließt.
GLEICHEN-GELLIEHAUSEN
Auf etwa 240 Meter ü. NN liegt eingebettet in
einer flachwelligen Hügellandschaft am Fuße
der Gleichen der erstmals 990 urkundlich ge-
nannte Ort „Gelingehusen“, der verbunden ist
mit Sennickerode, Bischhausen, Kerstlingerode
und Benniehausen.
Grund und Boden waren offenbar in Besitz der
beiden Gleichenburgen, deren Herren im 11.
und 12.Jh. die Grafen von Reinhausen waren.
Als diese um 1085 ihren Stammsitz in ein Chor-
herrenstift umwandelten, kamen auch die Glei-
chen unter dessen Botmäßigkeit. Die Herren
von Uslar, die zuerst 1262 in Verbindung mit
den Gleichen genannt werden, waren offenbar
hier Burgmannen. Herzog Albrecht von Braun-
schweig-Lüneburg übergab ihnen um 1269 die
Gleichen, während Herzog Otto von Göttingen
die Herren von Uslar - sie nennen sich seit
1825 von Uslar-Gleichen - 1318 mit 9 1/2 Hu-
fen Land in Gelliehausen belehnten.
Nach dem Verfall der Altengieichen um die Mit-
te des 16.Jh. wurde Gelliehausen Sitz des von
Uslar’schen Patrimonialgerichtes Altengleichen.
Als geschlossenes Obergericht bildeten sie wie
die Ämter einen eigenen Gerichts- und Verwal-
tungsbezirk. Sie übten nicht nur die Zivilrechts-
pflege, sondern auch die Kriminalgerichtsbar-
keit aus. Das Patrimonialgericht Altengleichen
umfaßte die Dörfer Bremke, Gelliehausen, Wöll-
marshausen und Benniehausen, die als Menge-
dörfer bezeichnet werden, da Teile dieser Dörfer
gleichzeitig dem hessischen Amte Neuenglei-
chen unterstanden. 1816 wurden die vier Men-
gedörfer aufgeteilt. Bremke und Wöllmarshau-
sen wurden dem Patrimonialgericht Altenglei-
chen, Benniehausen und Gelliehausen dem
Königl. Hannoverschen Amte Neuengleichen
überlassen.
Im Jahre 1719 erhielt der französische Inge-
nieuroffizier Etienne Gouffier de Bonnvivet gen.
de Villier von der hannoverschen Regierung die
Aufgabe, die beiden Gerichte Garte und Alten-
gleichen aufzumessen und einen genauen Plan
der Feldmark zu erstellen. Die Größe der Hof-
stellen in Gelliehausen reichte nach der Vermes-
sung de Villiers, die 1724 abgeschlossen war,
von 112 Morgen (uslar’scher Gutshof) bis zu
den kleinsten Köterhöfen mit weniger als einen
Morgen. Bemerkenswert ist auch, daß die hes-
sischen Höfe zumeist größer waren als die us-
lar’schen. Sogar die „Beywohner“, d.h. Bauern
ohne Reiheberechtigung, besaßen auf hessi-
scher Seite durchweg größere Ackerflächen.
Etzenborn, ev. Kirche, Außenbau, Blick von Westen
Gelliehausen, Gericht Gelliehausen, (Ausschnitt) 1806, Hauptstaatsarchiv Hannover 21 d/10 pm
265
ständern sowie paarweise angeordneten kur-
zen Fußstreben.
Ev. Kirche (Neuendorfer Straße)
Inmitten des historisch gewachsenen Orts-
kerns, auf einem kleinflächigen inselförmigen
Areal, entstand im ausgehenden 19.Jh. die in
neugotischen Formen errichtete Saalkirche, ein
Sandsteinquaderbau mit Polygonchor und vor-
gelegtem Westturm, der mit einem verschiefer-
ten Spitzhelm abschließt.
GLEICHEN-GELLIEHAUSEN
Auf etwa 240 Meter ü. NN liegt eingebettet in
einer flachwelligen Hügellandschaft am Fuße
der Gleichen der erstmals 990 urkundlich ge-
nannte Ort „Gelingehusen“, der verbunden ist
mit Sennickerode, Bischhausen, Kerstlingerode
und Benniehausen.
Grund und Boden waren offenbar in Besitz der
beiden Gleichenburgen, deren Herren im 11.
und 12.Jh. die Grafen von Reinhausen waren.
Als diese um 1085 ihren Stammsitz in ein Chor-
herrenstift umwandelten, kamen auch die Glei-
chen unter dessen Botmäßigkeit. Die Herren
von Uslar, die zuerst 1262 in Verbindung mit
den Gleichen genannt werden, waren offenbar
hier Burgmannen. Herzog Albrecht von Braun-
schweig-Lüneburg übergab ihnen um 1269 die
Gleichen, während Herzog Otto von Göttingen
die Herren von Uslar - sie nennen sich seit
1825 von Uslar-Gleichen - 1318 mit 9 1/2 Hu-
fen Land in Gelliehausen belehnten.
Nach dem Verfall der Altengieichen um die Mit-
te des 16.Jh. wurde Gelliehausen Sitz des von
Uslar’schen Patrimonialgerichtes Altengleichen.
Als geschlossenes Obergericht bildeten sie wie
die Ämter einen eigenen Gerichts- und Verwal-
tungsbezirk. Sie übten nicht nur die Zivilrechts-
pflege, sondern auch die Kriminalgerichtsbar-
keit aus. Das Patrimonialgericht Altengleichen
umfaßte die Dörfer Bremke, Gelliehausen, Wöll-
marshausen und Benniehausen, die als Menge-
dörfer bezeichnet werden, da Teile dieser Dörfer
gleichzeitig dem hessischen Amte Neuenglei-
chen unterstanden. 1816 wurden die vier Men-
gedörfer aufgeteilt. Bremke und Wöllmarshau-
sen wurden dem Patrimonialgericht Altenglei-
chen, Benniehausen und Gelliehausen dem
Königl. Hannoverschen Amte Neuengleichen
überlassen.
Im Jahre 1719 erhielt der französische Inge-
nieuroffizier Etienne Gouffier de Bonnvivet gen.
de Villier von der hannoverschen Regierung die
Aufgabe, die beiden Gerichte Garte und Alten-
gleichen aufzumessen und einen genauen Plan
der Feldmark zu erstellen. Die Größe der Hof-
stellen in Gelliehausen reichte nach der Vermes-
sung de Villiers, die 1724 abgeschlossen war,
von 112 Morgen (uslar’scher Gutshof) bis zu
den kleinsten Köterhöfen mit weniger als einen
Morgen. Bemerkenswert ist auch, daß die hes-
sischen Höfe zumeist größer waren als die us-
lar’schen. Sogar die „Beywohner“, d.h. Bauern
ohne Reiheberechtigung, besaßen auf hessi-
scher Seite durchweg größere Ackerflächen.
Etzenborn, ev. Kirche, Außenbau, Blick von Westen
Gelliehausen, Gericht Gelliehausen, (Ausschnitt) 1806, Hauptstaatsarchiv Hannover 21 d/10 pm
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