Seeburg, „Seeburg bei Göttingen“ (Zeichnung), ca. 1800, Hauptstaatsarchiv Hannover 250A/120 pm
ein Wall-Graben-System befestigt worden, das
sich in Resten noch erhalten hat. Die Bedeu-
tung Seeburgs belegt auch das Martini-Patrozi-
nium und der daran gebundene Erzpriestersitz.
Im Jahre 1364 wird Seeburg in den Quellen als
zum Amt Gieboldehausen gehörend bezeich-
net, das 1342 von den Braunschweiger Herzö-
gen an den Mainzer Erzbischof verkauft wurde.
Verbunden ist Seeburg mit Seulingen, Ebergöt-
zen, Wollbrandshausen und dem am Ostufer
des Seeburger Sees gelegenen Bernshausen.
Der 100 Hektar große See und die südlichen
Ausläufer des 200 Meter hohen Steinbergs prä-
gen die topographische Situation Seeburgs.
Ortsbildbeherrschend ist der Verlauf der Haupt-
straße und der Eichsfeldstraße, die von Westen
nach Osten mit leichten Krümmungen und Ver-
schwenkungen den Ort durchziehen. Reicht die
Bebauung des Altdorfes im Norden bis an die
Hangkante, dehnt sich der südliche Dorfrand
mit seinem Obstbaumpolster großflächig aus.
Bestimmend sind die schmalen langen Streifen-
parzellen, die bis zur Aue reichen. Relativ dicht
und geschlossen wirken die Straßenräume. Die
zumeist giebelständig ausgerichteten Wohn-
und Wohnwirtschaftsgebäude folgen dem
Straßenverlauf. Auch die rückwärtigen Scheu-
nen tragen insgesamt zur Wirkung des
Straßendorfes bei. Leider ist der überkommene
Seeburg, Blick auf den Ortskern mit kath. Pfarrkirche St. Martinus von Süden
Seeburg, Kirchweg 8, Pfarrhaus
Althausbestand Seeburgs durch neuzeitliche
Fassadenbehänge, massiv ergänzte Bauteile
sowie Eingriffe ins Fachwerkgefüge in seiner
Gesamtheit erheblich gestört. Von denkmalpfle-
gerischem Interesse sind die Wegekreuze an
der Eichsfeldstraße und der Wollbrandshäuser
Straße, die ehemalige Auemühle Heckenkrug
3, die als Ensemble ausgewiesene kath. Pfarr-
kirche St. Martinus und das gegenüberliegen-
de Pfarrhaus Kirchweg 8 sowie die Hofanlage
Seestraße 27 am äußeren östlichen Ortsrand.
Unweit der kath. Pfarrkirche hat sich das Pfarr-
haus mit Backhäuschen, Kirchweg 8 erhalten.
Der im Kern wohl noch aus dem 18.Jh. stam-
mende, doppelgeschossige Fachwerkbau unter
hohem, abgewalmtem Satteldach, dessen
Fachwerkgefüge erhebliche Eingriffe aufweist,
nimmt Einfluß auf das Straßenbild. Neben sei-
ner straßenbildprägenden Bedeutung muß der
Erhaltungszustand des wohl in der 2. Hälfte des
18.Jh. errichteten Hakenhofes herausgestellt
werden. Der schlichte Fassadenaufbau des
doppelgeschossigen, giebelständig zur Straße
ausgerichteten Wohnhauses wird bestimmt
durch hohe, z.T. gekrümmte Fußstreben an den
Eck- und Bundständern. Nicht unerwähnt blei-
ben soll auch die quer zum Wohnhaus gestell-
te, den rückwärtigen Abschluß der Parzelle bil-
dende Fachwerkscheune, die den Innenhof im
Norden begrenzt.
Kath. Pfarrkirche St. Martinus
Am äußeren Ostrand des Dorfes, am Kopfende
des von der Seestraße abzweigenden, kurzen
Kirchwegs entstand 1786-88 inmitten eines
baumbestandenen Kirchhofes die kath. Pfarrkir-
che St. Martinus, ein einschiffiger, aufwendig
gestalteter gewölbter Sandsteinquaderbau mit
Westturm und dreiseitigem Ostabschluß, des-
sen Vorgängerbauten, so Mithoff, sich urkund-
lich bis in die Mitte des 13.Jh. zurückverfolgen
310
ein Wall-Graben-System befestigt worden, das
sich in Resten noch erhalten hat. Die Bedeu-
tung Seeburgs belegt auch das Martini-Patrozi-
nium und der daran gebundene Erzpriestersitz.
Im Jahre 1364 wird Seeburg in den Quellen als
zum Amt Gieboldehausen gehörend bezeich-
net, das 1342 von den Braunschweiger Herzö-
gen an den Mainzer Erzbischof verkauft wurde.
Verbunden ist Seeburg mit Seulingen, Ebergöt-
zen, Wollbrandshausen und dem am Ostufer
des Seeburger Sees gelegenen Bernshausen.
Der 100 Hektar große See und die südlichen
Ausläufer des 200 Meter hohen Steinbergs prä-
gen die topographische Situation Seeburgs.
Ortsbildbeherrschend ist der Verlauf der Haupt-
straße und der Eichsfeldstraße, die von Westen
nach Osten mit leichten Krümmungen und Ver-
schwenkungen den Ort durchziehen. Reicht die
Bebauung des Altdorfes im Norden bis an die
Hangkante, dehnt sich der südliche Dorfrand
mit seinem Obstbaumpolster großflächig aus.
Bestimmend sind die schmalen langen Streifen-
parzellen, die bis zur Aue reichen. Relativ dicht
und geschlossen wirken die Straßenräume. Die
zumeist giebelständig ausgerichteten Wohn-
und Wohnwirtschaftsgebäude folgen dem
Straßenverlauf. Auch die rückwärtigen Scheu-
nen tragen insgesamt zur Wirkung des
Straßendorfes bei. Leider ist der überkommene
Seeburg, Blick auf den Ortskern mit kath. Pfarrkirche St. Martinus von Süden
Seeburg, Kirchweg 8, Pfarrhaus
Althausbestand Seeburgs durch neuzeitliche
Fassadenbehänge, massiv ergänzte Bauteile
sowie Eingriffe ins Fachwerkgefüge in seiner
Gesamtheit erheblich gestört. Von denkmalpfle-
gerischem Interesse sind die Wegekreuze an
der Eichsfeldstraße und der Wollbrandshäuser
Straße, die ehemalige Auemühle Heckenkrug
3, die als Ensemble ausgewiesene kath. Pfarr-
kirche St. Martinus und das gegenüberliegen-
de Pfarrhaus Kirchweg 8 sowie die Hofanlage
Seestraße 27 am äußeren östlichen Ortsrand.
Unweit der kath. Pfarrkirche hat sich das Pfarr-
haus mit Backhäuschen, Kirchweg 8 erhalten.
Der im Kern wohl noch aus dem 18.Jh. stam-
mende, doppelgeschossige Fachwerkbau unter
hohem, abgewalmtem Satteldach, dessen
Fachwerkgefüge erhebliche Eingriffe aufweist,
nimmt Einfluß auf das Straßenbild. Neben sei-
ner straßenbildprägenden Bedeutung muß der
Erhaltungszustand des wohl in der 2. Hälfte des
18.Jh. errichteten Hakenhofes herausgestellt
werden. Der schlichte Fassadenaufbau des
doppelgeschossigen, giebelständig zur Straße
ausgerichteten Wohnhauses wird bestimmt
durch hohe, z.T. gekrümmte Fußstreben an den
Eck- und Bundständern. Nicht unerwähnt blei-
ben soll auch die quer zum Wohnhaus gestell-
te, den rückwärtigen Abschluß der Parzelle bil-
dende Fachwerkscheune, die den Innenhof im
Norden begrenzt.
Kath. Pfarrkirche St. Martinus
Am äußeren Ostrand des Dorfes, am Kopfende
des von der Seestraße abzweigenden, kurzen
Kirchwegs entstand 1786-88 inmitten eines
baumbestandenen Kirchhofes die kath. Pfarrkir-
che St. Martinus, ein einschiffiger, aufwendig
gestalteter gewölbter Sandsteinquaderbau mit
Westturm und dreiseitigem Ostabschluß, des-
sen Vorgängerbauten, so Mithoff, sich urkund-
lich bis in die Mitte des 13.Jh. zurückverfolgen
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