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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0113
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ihrer Form den Fußstreben des Giebelhauses
Lange Straße 23 verwandt sind.
Hinterstraße
Die dem Verlauf der südlichen Stadtmauer fol-
gende Hinterstraße, in welche die Burgstraße
im Süden einmündet, weist, wie dies bei den
altstädtischen Straßen in Stadtrandlage üblich,
nur bescheidene Baulichkeiten auf kleinen
Grundstücken, vielfach auch Wirtschafts-
gebäude auf, die Rückgebäude zu Anwesen
der Langen Straße und Burgstraße sind. Auf
der südlichen Straßenseite grenzen die
Grundstücke direkt an die hier in Resten noch
erhaltene Stadtmauer, an welche die Abfolge
von Wohnhäusern Hinterstraße 6-14 unmittel-
bar angebaut wurde. Die Mehrzahl der kleinen
zweigeschossigen Traufenhäuser wurde auch
hier in der Zeit um 1700 bis 1. Hälfte des 18.Jh.
erbaut und zeigt zumeist die einfachen Ge-
schossvorkragungen, wie sie in dieser Zeit
üblich sind (Hinterstraße 1, Hinterstraße 8-14).
Die Häuser Hinterstraße 10 und 12, zeit- und
ortstypische zweigeschossige Fachwerkbauten
mit Geschossvorkragungen über gerundeten
Balkenköpfen und Füllhölzern, besitzen rück-
wärtig noch beachtliche Reste der alten
Stadtmauer (vgl. S. 104 ).
Lange Straße
Die Hauptstraße des Ortes, die mit ihrem brei-
teren Straßenprofil im Stadtgrundriss dominiert,
wurde beim großen Stadtbrand von 1678 voll-
ständig zerstört. Nach dem in der Folgezeit
unter Verbreiterung der Straße bewerkstelligten
Wiederaufbau mit giebelständigen Bürger-
häusern muss die Lange Straße zwischen den
beiden Stadttoren ein sehr einheitliches Bild
geboten haben, das von den Reihen gleichar-
tiger zwei- und dreigeschossiger Häuser
geprägt wurde, deren Giebelfassaden zumeist
ihren Schmuck nur durch die mit wenigen
Profilen und Ornamenten ausgestatteten Ge-
schossvorkragungen erhielten. Nachfolgende
Stadtbrände und die Bautätigkeit der jüngeren
Zeit haben von dieser einstigen Geschlossen-
heit wenig übrig gelassen. Zwar weist die Lange
Straße noch immer rund 20 Giebelhäuser aus
dieser Wiederaufbauphase auf, doch sind sie
häufig entweder durch moderne Verkleidungen
entstellt oder durch Umbauten verändert, so
dass von ihrer ursprünglichen Gestalt mitunter
kaum mehr als der Hauskörper blieb. Die
Beseitigung der Verkleidungen wird hier in der
Zukunft vielleicht noch das eine oder andere
wertvolle Haus unter seiner Entstellung wieder
zum Vorschein kommen lassen. Reichstes
Giebelhaus, das sich im Wesentlichen noch in
seiner ursprünglichen Gestalt zeigt, ist das
dreigeschossige Haus Lange Straße 23, das in
den Jahren um 1680 erbaut sein wird. Sein
vierfach vorkragender Straßengiebel zeigt im
ersten Obergeschoss eine sehr plastisch
durchgebildete Vorkragungszone mit einem tief
eingeschnittenen Eierstabprofil, während die
weiter oberhalb folgenden Vorkragungen
stufenweise schlichter gestaltet sind. Zu dem
Schmuck geschwungener Fußstreben in den

Burgstraße 4, sog. 2. Burgmannshof, Ansicht von Osten


Burgstraße, Blick nach Süden mit ehern. Superintendentur Burgstraße 6 von 1782 und der anschließenden
Bebauung Burgstraße 8 ff.


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