konat Nörten gehörte. 1247 schenkten die
Edlen von Plesse Ludolf, Gottschalk und Poppo
der Äbtissin Adela die Kirche in Höckelheim mit
allem Zubehör. Die neue Ordensniederlassung
wurde „als Familienkloster der Plesser angelegt
und sollte der Versorgung unverehelichter
Töchter dieses Geschlechtes und des um-
wohnenden Landadels dienen, aber auch, wie
sich später zeigte, als Geldquelle“. Um 1500
waren die wirtschaftlichen Verhältnisse und die
Kiosterzucht offenbar recht bedenklich. Unge-
achtet der zerrütteten Verhältnisse stifteten die
Nonnen im Jahre 1512 zu Ehren der Heiligen
Anna eine Kapelle vor dem Klostertor. Ur-
kundlich bezeugt ist die Annen-Kapelle
1519/20 commenda beatae Mariae in nova
cappella in Hockelen. 1537 führte Dietrich von
Plesse die Reformation in seiner Herrschaft ein
und stellte das Kloster Höckelheim unter
weltliche Verwaltung, die durch einen Kloster-
amtmann ausgeübt wurde.
Vom Baubestand der ehemaligen Kloster-
anlage, die offenbar während der Belagerung
Northeims im Jahre 1626 zerstört wurde und
1811 einem Brand zum Opfer fiel, hat sich
nichts mehr erhalten. Bereits im ausgehenden
18. Jh. mussten Kirche mit Erbbegräbnis der
Herren von Plesse dem Bau der heutigen
Marienkirche weichen.
Der von Landmesser Johann Christoph Rauer-
mann gefertigte „Grund-Riß“ aus dem Jahre
1767 gibt die Ortslage Höckelheims wieder.
Kartiert sind neben den Hofstellen die „Kirch“
mit angrenzendem „Todten Hoff“, der „Amt
Hoff“, die „Bleiche“, die „Schäferpforte“ sowie
die etwas abseits gelegene „Pfingstscheune“.
Gruppierung und Ausrichtung der Bauten
sowie die herausgehobene Bedeutung des
Klostergutes im Ortsganzen veranschaulichen
die Oppermannsche Karte des Jahres 1829
und die „Karte von der Feldmark des Kloster-
gutes Hoeckelheim“ von 1848/49. Dokumen-
tiert ist der Zustand nach dem großen Brand im
Jahre 1811, der nahezu das gesamte Dorf in
Asche legte (1859 brach erneut ein Brand aus
und vernichtete weitere Hofstellen).
Ortsbildkonstituierend ist das am östlichen
Ortsrand gelegene Klostergut I, Klosterstraße 5,
eine geschlossene stattliche Dreiseitanlage mit
Pferdestall, Kuhstall und Scheune, die sich zum
Wirtschaftshof öffnet. Begrenzt wird der Hof im
Osten durch das Pächterwohnhaus, einen frei
stehenden doppelgeschossigen Putzbau unter
Mansarddach von 1911, den der Königliche
Bauinspektor Schmidt (Göttingen) plante. Es
schließt der bis zur Leine reichende Park an,
der freie Ausblicke in die Landschaft ermög-
licht. Des Weiteren gehört zur Gruppe der
Große Schafstall, ein lang gestreckter, in
Bruchstein gemauerter Bau der 2. Hälfte des
19. Jh. südlich des Mühlengrabens.
Südlich des Klostergutes hat sich als Rest einer
größeren Hofstelle das ehemalige Wohn-
wirtschaftsgebäude Angerstraße 7 erhalten, ein
wohl im Kern um 1800 errichteter, in der Mitte
des 19.Jh. veränderter und erweiterter stattli-
cher Fachwerkbau, der giebelständig zur Stra-
Höckelheim, historischer Lageplan von 1829. Geometer Oppermann. Hauptstaatsarchiv Hannover 22 I
Höckelheim 3 pg
Höckelheim, Kirche St. Marien von „1794" auf dem Areal des Klostergutes
293
Edlen von Plesse Ludolf, Gottschalk und Poppo
der Äbtissin Adela die Kirche in Höckelheim mit
allem Zubehör. Die neue Ordensniederlassung
wurde „als Familienkloster der Plesser angelegt
und sollte der Versorgung unverehelichter
Töchter dieses Geschlechtes und des um-
wohnenden Landadels dienen, aber auch, wie
sich später zeigte, als Geldquelle“. Um 1500
waren die wirtschaftlichen Verhältnisse und die
Kiosterzucht offenbar recht bedenklich. Unge-
achtet der zerrütteten Verhältnisse stifteten die
Nonnen im Jahre 1512 zu Ehren der Heiligen
Anna eine Kapelle vor dem Klostertor. Ur-
kundlich bezeugt ist die Annen-Kapelle
1519/20 commenda beatae Mariae in nova
cappella in Hockelen. 1537 führte Dietrich von
Plesse die Reformation in seiner Herrschaft ein
und stellte das Kloster Höckelheim unter
weltliche Verwaltung, die durch einen Kloster-
amtmann ausgeübt wurde.
Vom Baubestand der ehemaligen Kloster-
anlage, die offenbar während der Belagerung
Northeims im Jahre 1626 zerstört wurde und
1811 einem Brand zum Opfer fiel, hat sich
nichts mehr erhalten. Bereits im ausgehenden
18. Jh. mussten Kirche mit Erbbegräbnis der
Herren von Plesse dem Bau der heutigen
Marienkirche weichen.
Der von Landmesser Johann Christoph Rauer-
mann gefertigte „Grund-Riß“ aus dem Jahre
1767 gibt die Ortslage Höckelheims wieder.
Kartiert sind neben den Hofstellen die „Kirch“
mit angrenzendem „Todten Hoff“, der „Amt
Hoff“, die „Bleiche“, die „Schäferpforte“ sowie
die etwas abseits gelegene „Pfingstscheune“.
Gruppierung und Ausrichtung der Bauten
sowie die herausgehobene Bedeutung des
Klostergutes im Ortsganzen veranschaulichen
die Oppermannsche Karte des Jahres 1829
und die „Karte von der Feldmark des Kloster-
gutes Hoeckelheim“ von 1848/49. Dokumen-
tiert ist der Zustand nach dem großen Brand im
Jahre 1811, der nahezu das gesamte Dorf in
Asche legte (1859 brach erneut ein Brand aus
und vernichtete weitere Hofstellen).
Ortsbildkonstituierend ist das am östlichen
Ortsrand gelegene Klostergut I, Klosterstraße 5,
eine geschlossene stattliche Dreiseitanlage mit
Pferdestall, Kuhstall und Scheune, die sich zum
Wirtschaftshof öffnet. Begrenzt wird der Hof im
Osten durch das Pächterwohnhaus, einen frei
stehenden doppelgeschossigen Putzbau unter
Mansarddach von 1911, den der Königliche
Bauinspektor Schmidt (Göttingen) plante. Es
schließt der bis zur Leine reichende Park an,
der freie Ausblicke in die Landschaft ermög-
licht. Des Weiteren gehört zur Gruppe der
Große Schafstall, ein lang gestreckter, in
Bruchstein gemauerter Bau der 2. Hälfte des
19. Jh. südlich des Mühlengrabens.
Südlich des Klostergutes hat sich als Rest einer
größeren Hofstelle das ehemalige Wohn-
wirtschaftsgebäude Angerstraße 7 erhalten, ein
wohl im Kern um 1800 errichteter, in der Mitte
des 19.Jh. veränderter und erweiterter stattli-
cher Fachwerkbau, der giebelständig zur Stra-
Höckelheim, historischer Lageplan von 1829. Geometer Oppermann. Hauptstaatsarchiv Hannover 22 I
Höckelheim 3 pg
Höckelheim, Kirche St. Marien von „1794" auf dem Areal des Klostergutes
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