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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0312
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Sudheim, historischer Lageplan von 1742, Ausschnitt, Hauptstaatsarchiv Hannover 22 I Sudheim 5m


gestellten, kleinteiligen Bebauung veran-
schaulicht in paradigmatischer Weise bereits
der „Grund Riß Des Adelichen Hardenbergi-
schen Gerichts Dorfs Sudheim ..." von 1742.
Diesem Lageplan kommt besondere Bedeu-
tung zu, da er Lage und Gruppierung der
Bauten vor dem großen Brand im Jahre 1856
wiedergibt, bei dem der ganze „westliche Dorf-
teil“ mit 37 Wohnhäusern und Wirtschaftsge-
bäuden sowie Kirche und Schule vernichtet
wurden. Die tiefgreifenden Veränderungen des
Dorfgrundrisses werden anschaulich, vergleicht
man den Grundrissplan von 1742 mit der
1861/62 erstellten „Karte von der Feldmark der
Dorfschaft Sudheim“.
Der historisch gewachsene Ortskern, der
südlich der Bühler Straße und östlich des
Oberen Stadtweges großflächige Erweiterun-
gen erfuhr, wird durch die leicht gekrümmte
Lange Straße bestimmt, die gleichsam das
Rückgrat des Straßen- und Wegenetzes bildet.
Von ihr zweigen schmale Erschließungsstraßen
ab, die von nahezu geschlossener, kleinteiliger
Fachwerkbebauung eingefasst werden, die
zumeist dem 19.Jh. angehört.


Ortsbilddominierend ist die Gruppe baulicher
Anlagen im Umkreis der ev. Kirche. Zu diesem
Ensemble gehören das Wohnhaus Hintere
Straße 12, die Hofanlage Hintere Straße 14, die
Wohnhäuser Hintere Straße 16 und 18, das
Pfarrhaus Mittlere Straße 1, das Gasthaus Mitt-
lere Straße 2 sowie die Kirche und der Tie an
der Mittleren Straße. Darüber hinaus setzen die
als Einzeldenkmale ausgewiesenen Objekte
Hintere Straße 36, das Wohnwirtschafts-
gebäude Lange Straße 9, das Wohnhaus der
Hofanlage Lange Straße 31, das Wohnwirt-
schaftsgebäude Obere Gasse 3, das Wohn-
wirtschaftsgebäude Winkelstraße 8 sowie der
Jüdische Friedhof an der Langen Straße, am
östlichen Ortsrand, Akzente im Ortsbild.
Nachdem der Großbrand 1856 große Teile des
historischen Ortskerns zerstörte, wurde kurz-
fristig ein planvoller Wiederaufbau im Umkreis
der Kirche umgesetzt mit einheitlicher dop-
pelgeschossiger Fachwerkbebauung, die be-
herrscht wird durch den auf Fernsicht ange-
legten Westturm der Kirche. Verbindendes
Glied bilden die Bauten an der Hinteren Straße,
die sich auf Grund ihres einheitlichen Fach-
werkgefüges zusammenfassen lassen. So das
doppelgeschossige Wohnhaus Hintere Straße
12 mit seinem rasterartigen Fachwerk, das
durch hohe, bis ans Rähm geführte Streben
gegliedert wird. Gleichartigen Fassadenaufbau
zeigen die Bauten Hintere Straße 14 und
Hintere Straße 16.
Seine denkmalpflegerische Bedeutung schöpft
das Pfarrhaus Mittlere Straße 1 aus seiner
exponierten Lage zur benachbarten Kirche St.
Nicolai. Der auf hohen Quadersockel gestellte
stattliche Bau aus der 2. Hälfte des 19.Jh.
schließt mit mächtigem Krüppelwalmdach ab.
Besondere Bedeutung kommt dem am Kopf-
ende der Mittleren Straße errichteten Gasthaus
(Nr. 2) zu, dessen Parzelle von einer hohen
Bruchsteinmauer abgefangen wird.

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