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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0343
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Baugruppe mit zugehöriger Scheune noch heu-
te das anschauliche Bild eines historischen Müh-
lenanwesens, das Teil des dörflichen Lebens
und der Wirtschaftsgeschichte des Ortes ist.
USLAR/DELLIEHAUSEN

Delliehausen liegt am Ostrand des heutigen
Uslarer Stadtgebiets umgeben von bewaldeten
Höhen in einem vom Rehbach durchflossenen
Wiesental. Durch den Ort führte in alter Zeit eine
nördliche Linie der westöstlichen Wegever-
bindung, die einst von Uslar her über die
Hardegser Köpfe nach Moringen und Northeim
verlief. Seine erste sichere urkundliche Erwäh-
nung findet das Dorf als “Deligehusen” in einer
Schenkungsurkunde des Grafen Ludolf von
Dassel an das Kloster Steina aus dem Jahr
1293. Nachdem die Grundherrschaft über
Delliehausen 1366 vom Kloster Steina an die
Braunschweiger Herzöge übergegangen war,
befand sich hier ein herrschaftliches Vorwerk
mit umfangreichem Landbesitz (1800 auf-
gelöst). Das Dorf, dem unter diesen Umständen
nur ein bescheidener Anteil am Land verblieb,
war dagegen eher arm und ehemals in erster
Linie ein Waldarbeiter- und Köhlerdorf.
Delliehausen ist Kapellengemeinde und mit der
Pfarrei in Volpriehausen verbunden. Die
Kapelle, die sich im Ortskern befindet, ist ein
schlichter Fachwerkbau, wie er in seiner Art für
die Kapellengemeinden des alten Amtes Uslar
typisch ist, erbaut 1748 und 1904 umgebaut
und verändert (Hajestraße). Die überkomme-
nen Zeugnisse des historischen Ortsbildes
zeigen vereinzelt den Einfluss der Baugewohn-
heiten des Oberwesergebiets. Zu der kleinen
Zahl der alten im Uslarer Raum noch erhaltenen
Hallenhäuser gehört das Wohnwirtschafts-
gebäude Rehbachstraße 7 von 1648 (1698?),
ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit leicht
außermittiger Dieleneinfahrt und Geschossvor-
kragungen über gerundeten Balkenköpfen und
Füllhölzern. Dem ebenfalls im Oberwesergebiet
verbreiteten Typus des Querdielenhauses folgt
dagegen Hajestraße 8 von 1821, ein zweige-
schossiger, stockwerkweise abgezimmerter
Fachwerkbau mit großem, etwa mittigem Die-
lentor.
Die typische Gestalt und Anlage des seit etwa
der Mitte des 18.Jh. im Uslarer Raum zahlreich
vertretenen quer erschlossenen Bauernhauses,
das durch eine hohe, in das Obergeschoss ein-
greifende Toreinfahrt zwischen Wohn- und
Wirtschaftsbereich geprägt ist, zeigt das Haus
Rehbachstraße 15 aus der Mitte des 18.Jh.
Eine ähnliche Raumorganisation besitzt auch
das 1846 an ortsbildwirksamer Stelle erbaute
Fachwerk-Wohnwirtschaftsgebäude Grimmer-
felder Straße 7.
Eine Mühle am Rehbach besaß der Ort
wahrscheinlich bereits in alter Zeit. Die gegen-
wärtige Mühle wurde erst 1886 erbaut und ist
ein schlichter zweigeschossiger Fachwerkbau
mit hohem Quadersockel, dessen erhöhte Süd-
ostecke die Lage des ehemaligen Mühlrades an
dem heute zugeschütteten Mühlengraben noch
erkennen lässt (Rehbachstraße 1).

Dinkelhausen, Hauptstraße 19, Kapelle, 1743


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