Art und Raumordnung des regional typischen,
von der Organisation des Querdielenhauses
beeinflussten Wohnwirtschaftsgebäudes folgt
dagegen das Haus Bergstraße 23 von 1838,
ein zweigeschossiger stockwerkweise abge-
zimmerter Fachwerkbau mit hoher Toreinfahrt
auf der rechten Haushälfte. Vom selben, im
Uslarer Becken zahlreich vertretenen Haus-
typus ist auch Malliehäger Straße 6, erbaut
1823, mit einer zwischen Wohnteil und
Wirtschaftsbereich eingeschobenen Durch-
fahrt. Ein letztes Fortleben dieser Bautradition
lässt auch noch zu Ende des 19.Jh. das 1895
erbaute Bauernhaus Bergstraße 1, ein zwei-
geschossiger Fachwerkbau mit seitlicher Quer-
durchfahrt, erkennen.
Das älteste noch erhaltene Haus im Dorf wird
das kleine Wohnhaus Gartenstraße 3 sein, das
ursprünglich Teil der östlich benachbarten
größeren Hofanlage war. Der zweigeschossige
Fachwerkbau besitzt eine Geschossvorkragung
über einfach gerundeten Balkenköpfen und
Füllhölzern, wie sie in der Zeit um 1700 üblich
war. Eine gleichartige, jedoch flachere Vorkra-
gung weist auch gegenüber der Kernbau des
zweigeschossigen Wirtschaftsgebäudes auf
dem Hof Bergstraße 19 auf, ursprünglich wohl
ein Wohnwirtschaftsgebäude der regional ver-
breiteten Art, das auf seiner hofseitigen Einfahrt
die Jahreszahl 1794 trägt und in jüngerer Zeit
nach Norden verlängert wurde. In der 2. Hälfte
des 18.Jh. entstand auch das Bauernhaus auf
dem Hof Hohlweg 4, ein zweigeschossiger
Fachwerkbau mit Vorkragungen über profi-
lierten Balkenköpfen und Füllhölzern. Einfache
und typische Wohnhäuser der 1. Hälfte bis
Mitte des 19.Jh. sind die Häuser Bergstraße 29
und 31 im Oberdorf. Der handwerklichen
Tradition des Fachwerkbaus, die dem Dorf
noch heute sein Gesicht gibt, fügt sich schließ-
lich auch noch die straßenbildprägende Bau-
gruppe des ehemaligen Dorfgasthauses Dörnte
aus dem Ende des 19.Jh. mit seinem noch zu
Anfang des 20.Jh. angefügten Saalbau am
südlichen Ortsausgang Dinkelhausens ein
(Hauptstraße 46).
Wüstung Malliehagen
Etwa 2 km nordöstlich von Dinkelhausen liegt
eingeschlossen von den Waldungen des
Sollings in einem vom Malliehagenbach durch-
flossenen Wiesental die Wüstung Malliehagen.
Der Ort wird 1318 im Lehnbuch des Herzogs
Otto von Braunschweig als “Melighhagen” erst-
mals urkundlich erwähnt. Noch 1410 ist
Malliehagen bewohnt, wie aus einer Urkunde
hervorgeht, während die nächste vorhandene
Nachricht von 1596 bereits von einer Wüstung
spricht. Zu vermuten ist, dass Malliehagen in
der 2. Hälfte des 16.Jh. aufgegeben wurde. Die
Ursachen für die Aufgabe des Dorfes liegen im
Dunkeln, sie werden vermutlich auf die allge-
meine Verschlechterung der Lebensbedingun-
gen im ausgehenden Mittelalter zurückzuführen
sein, die auch in der Sollingregion zum
Verlassen zahlreicher Siedlungen zumeist im
Verlauf des 15.Jh. führten. Von dem unterge-
gangenen Dorf zeugen allein noch Mauerreste
seiner Kirche. Diese besaß nach den Ergebnis-
Dinkelhausen, Wüstung Malliehagen, Mauerreste der ehemaligen Kirche
Eschershausen, Kapellenweg, Kapelle, um 1760
341
von der Organisation des Querdielenhauses
beeinflussten Wohnwirtschaftsgebäudes folgt
dagegen das Haus Bergstraße 23 von 1838,
ein zweigeschossiger stockwerkweise abge-
zimmerter Fachwerkbau mit hoher Toreinfahrt
auf der rechten Haushälfte. Vom selben, im
Uslarer Becken zahlreich vertretenen Haus-
typus ist auch Malliehäger Straße 6, erbaut
1823, mit einer zwischen Wohnteil und
Wirtschaftsbereich eingeschobenen Durch-
fahrt. Ein letztes Fortleben dieser Bautradition
lässt auch noch zu Ende des 19.Jh. das 1895
erbaute Bauernhaus Bergstraße 1, ein zwei-
geschossiger Fachwerkbau mit seitlicher Quer-
durchfahrt, erkennen.
Das älteste noch erhaltene Haus im Dorf wird
das kleine Wohnhaus Gartenstraße 3 sein, das
ursprünglich Teil der östlich benachbarten
größeren Hofanlage war. Der zweigeschossige
Fachwerkbau besitzt eine Geschossvorkragung
über einfach gerundeten Balkenköpfen und
Füllhölzern, wie sie in der Zeit um 1700 üblich
war. Eine gleichartige, jedoch flachere Vorkra-
gung weist auch gegenüber der Kernbau des
zweigeschossigen Wirtschaftsgebäudes auf
dem Hof Bergstraße 19 auf, ursprünglich wohl
ein Wohnwirtschaftsgebäude der regional ver-
breiteten Art, das auf seiner hofseitigen Einfahrt
die Jahreszahl 1794 trägt und in jüngerer Zeit
nach Norden verlängert wurde. In der 2. Hälfte
des 18.Jh. entstand auch das Bauernhaus auf
dem Hof Hohlweg 4, ein zweigeschossiger
Fachwerkbau mit Vorkragungen über profi-
lierten Balkenköpfen und Füllhölzern. Einfache
und typische Wohnhäuser der 1. Hälfte bis
Mitte des 19.Jh. sind die Häuser Bergstraße 29
und 31 im Oberdorf. Der handwerklichen
Tradition des Fachwerkbaus, die dem Dorf
noch heute sein Gesicht gibt, fügt sich schließ-
lich auch noch die straßenbildprägende Bau-
gruppe des ehemaligen Dorfgasthauses Dörnte
aus dem Ende des 19.Jh. mit seinem noch zu
Anfang des 20.Jh. angefügten Saalbau am
südlichen Ortsausgang Dinkelhausens ein
(Hauptstraße 46).
Wüstung Malliehagen
Etwa 2 km nordöstlich von Dinkelhausen liegt
eingeschlossen von den Waldungen des
Sollings in einem vom Malliehagenbach durch-
flossenen Wiesental die Wüstung Malliehagen.
Der Ort wird 1318 im Lehnbuch des Herzogs
Otto von Braunschweig als “Melighhagen” erst-
mals urkundlich erwähnt. Noch 1410 ist
Malliehagen bewohnt, wie aus einer Urkunde
hervorgeht, während die nächste vorhandene
Nachricht von 1596 bereits von einer Wüstung
spricht. Zu vermuten ist, dass Malliehagen in
der 2. Hälfte des 16.Jh. aufgegeben wurde. Die
Ursachen für die Aufgabe des Dorfes liegen im
Dunkeln, sie werden vermutlich auf die allge-
meine Verschlechterung der Lebensbedingun-
gen im ausgehenden Mittelalter zurückzuführen
sein, die auch in der Sollingregion zum
Verlassen zahlreicher Siedlungen zumeist im
Verlauf des 15.Jh. führten. Von dem unterge-
gangenen Dorf zeugen allein noch Mauerreste
seiner Kirche. Diese besaß nach den Ergebnis-
Dinkelhausen, Wüstung Malliehagen, Mauerreste der ehemaligen Kirche
Eschershausen, Kapellenweg, Kapelle, um 1760
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