Salzdahlum, Grundriß der Kirche um 1900 (aus P. J. Meier 1906)
Salzdahlum, Braunschweiger Straße 14, Pfarr-
haus, 1793/95
Salzdahlum, Braunschweiger Straße 31
1. Hälfte 19. Jh.
Salzdahlum, ev. Kirche
und setzen sich in einem langgestreckten
Anbau unter abgeschlepptem Dach auf der
Südseite fort.
Nördlich des eben beschriebenen Dorfteils
schließt sich der zwischen beiden Dorfbe-
reichen gelegene ursprüngliche Dorfkern an,
der sich spätestens seit dem 18. Jh. mit Kir-
che, Pfarre und Schule sowie mit ein bis drei
Hoftiefen beidseitig der Braunschweiger
Straße erstreckt. Diese Struktur hat sich
bis heute wenig geändert; im Osten ist ledig-
lich in diesem Jahrhundert ein schmaler Be-
bauungsstreifen hinzugekommen. Im We-
sten ist in jüngster Zeit die ehemalige Weide
„Schäferscamp" fast vollständig bebaut wor-
den, und damit sind beide Ortsteile nun auch
flächig zusammengewachsen.
Ev. Kirche
Das Gebäude der ev. Pfarrkirche zu Salzdah-
lum steht auf der großen ehemaligen Fried-
hofsfläche, die auf zwei Seiten von einer
halbhohen, z.T. erneuerten Bruchsteinmauer
umgeben ist. Es ist ein frühgotischer Saalbau
über kreuzförmigem Grundriß, der sich
durch diese Form von den übrigen Dorfkir-
chen im Stadtgebiet Wolfenbüttels unter-
scheidet. Er wurde jedoch wie meist üblich
in Kalk-Bruchsteinmauerwerk errichtet. Der
hohe quadratische Westturm mit dem kup-
pelartigen Dach und der achteckigen Laterne
von 1766 ist weithin sichtbar. Eine Rekon-
struktion wurde nach einem Teileinsturz des
Mauerwerks 1956 notwendig.
Das Chorquadrat hat ostseitig einen geraden
Abschluß. Das Querhaus und der Chor stam-
men aus dem 2. Viertel des 13. Jh., das
Schiff ist möglicherweise wenig älter und
gleichzeitig mit dem Turm errichtet worden,
der sich früher im überwölbten Untergeschoß
mit zwei Arkaden nach Osten öffnete. Schiff
und Turm haben südseitige schlichte Ein-
gangsportale. Die ursprünglich spitzbogigen
Fenster sind z.T. noch in der Ostmauer des
Querflügels zu finden. Die übrigen Fenster
stammen wie die Turmbedachung aus dem
18. Jh.
Im Innenraum unterscheiden sich (entspre-
chend ihrer Entstehung) die gurtlosen Grat-
gewölbe des zweijochigen Langhauses, das
etwas breiter als Vierung und Chor ist, von
den stärker unterspitzten, in blattförmigen
Schlußsteinen endenden Gratgewölben der
Ostteile.
An der wirkungsvoll geschnitzten Altarwand
aus dem frühen 18. Jh. verbindet sich nord-
deutscher Barock mit französischen Einflüs-
sen. Die nicht in den Altar einbezogene seit-
liche Kanzel stammt aus der gleichen Zeit
und war Bestandteil eines zweiten Altars.
An den Wänden sind zahlreiche barocke
Grabsteine aufgestellt.
Von dem westseitig der Braunschweiger Stra-
ße liegenden ehemaligen Pfarrhof, Braun-
schweiger Straße 14, steht noch das insge-
samt stark veränderte Fachwerkwohnhaus,
das 1793/95 von dem Baumeister M.C.J.
Fricke erbaut worden ist.
Im Süden grenzt das Grundstück der Schule
an den Kirchhof (1764 „Die Schule in Nie-
derdahlum"). Das ehemalige Schulgebäude,
das derzeit als Gemeindeverwaltung und
Wohnhaus genutzt wird, wurde wohl 1858
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