der Rinder, unter denen sich befindet auch die Milchkuh Sa und die Milchkuh Ur-Sat*), die Kinder der
Sat-baql, welche nähren die vierköpfige Gottheit (oder vielleicht „die mit vier Hörnern versehene" afd up.t**). Es
kommt zu Euch Horus, der blauäugige, schützet auch Horus, den rothäugigen (wohl Horus als Morgen- und AJbendstern)
vor der Trübsaal des Augenblicks, nicht (das Zeichen der Negation ist hier aus Versehen ausgelassen) werde zurückge-
wiesen seine Seele. Man bringe seine Spenden, man eile herbei, zuführend ihm ihre Speisen in ansehnlicher
Menge, wenn richtet nach Osten den Weg dieser Einsame (ua pen d. i. wohl auch hier wieder der Abendstern, mit
welchem der Verstorbene im Westen herniedersteigt und der dann nach Osten die Wanderung macht, um dort als Morgenstern
aufzugehen), welcher in Dir ist (oder „bei Dir ist"). Es spricht der Gott, er richtet das Wort an die göttlichen
Väter und es ordnen sich Dir unter die Götter und es legen die neun Götter ihre Hand an ihren Mund auf
Anordnung dieses Einen (des Horus Abendstern), der bei Dir ist. Es spricht der Gott, indem er richtet das Wort
an die göttlichen Väter, dass man sich aufstelle an den Thoren des Horizontes und dass man öffne die Thore
der frischen Himmelsgewässer. Da stehst Du nun zwischen ihnen, Seb ist auch da inmitten seiner neun
Götter, sie treten ein und sie beseitigen was Schaden bringen könnte «ak-sen ah-sen set'eb», dann treten sie
wieder heraus und erheben ihr Antlitz, indem sie schauen Dich. Chem ebenfalls steht zwischen dem Doppel-
portal, die beiden göttlichen Machthaber sind hinter Dir (cf. Taf. XV, obere Randinschrift, zweite Zeile, wo von dem
verstorbenen Petamenap gesagt wird, dass er sich als Amchu befinde bei den Geistern von Heliopolis und den beiden göttlichen
Machthabem), die beiden göttlichen Machthaber, welche Dir attachirt sind, stehen hinter Dir und noch ein
göttlicher Machthaber, welcher Dir zugetheilt «nes.ft», ist hinter Dir. Nicht wirst Du vergehen, nicht auf-
hören anen sek.k nen tum», nicht wird man behelligen Deinen Namen (Uebles von Dir reden) unter den Menschen
wie bestehen wird Dein Name unter den Göttern «wen kena ran.k eher rut cheper ran.k eher nuteru.i)
L. 8—12. «Zu sprechen das Capitel vom Heraustreten als Lichtgeist. Mit der grünen Feder bekleidet,
welche vorn angeheftet ist, tritt er hell leuchtend heraus zwischen dem Schenkel an der Trennung der
Grossen, welche wohnt im Lichtglanze (unter der chebs.t ur.t „Trennung der Grossen" haben wir hier wohl die fulca der
die Sonne gebärenden grossen Nut zu verstehen). Es ist gekommen der Obercherheb Petamenap zu den Wasserdistricten,
welche sich befinden auf dem bewässerten Acker aamu adeb agabi> im Gebiete der Mehtuer an dem Platze
der Zufriedenheit. Es grünen die Gefilde in der Lichtsphäre , es lässt grünen der Obercherheb Petamenap
das Kraut in den beiden Ländern der Lichtsphäre (die Bezeichnung: die beiden Länder, für Ober- und Unterägypten,
hier übertragen auf die himmlischen Gefilde). Es wird geführt der Petamenap bei dem Glänze des grossen Auges
inmitten des Gefildes. Er nimmt ein seinen Platz in der Lichtsphäre und tritt strahlend heraus wie Sebaq
der Sohn der Neith. Es nimmt Nahrung zu sich der Obercherheb Petamenap mit seinem Munde, er hat keine
Urinbeschwerden, die Zeugungsfähigkeit seines Phallus ist in gutem Zustand und es wird der Coitus voll-
zogen , indem entführt werden die Frauen aus den Armen ihrer Gatten an den Platz, an welchen es beliebt
dem Obercherheb Petamenap, wenn ihn erfasst seine Begierde***) achetf schop ab.f.y>
L. 12—14. «Es ist der Obercherheb Petamenap das Schlangenungeheuer mit Stierkopf, welches dahin-
wandelt mit seinen sieben Uräusschlangen, welche sich befinden auf den sieben Nacken. Der Obercherheb
Petamenap spricht zu seinen Sieben und der doppelte Neungötterkreis hört auf das, was er spricht. Wenn
der Obercherheb Petamenap kommt, dann zieht ei" ein den (ihm in Räucherung dargebrachten Duft des aromatischen)
Antiharzes, es erfasst der Obercherheb Petamenap das Antiaroma, sein Auge ist gehüllt in Anti und auch
die Nägel des Obercherheb Petamenap sind in Anti****). Es hat sich bemächtigt der Obercherheb Petamenap
Eurer Machtfülle und der Rundgang des Obercherheb Petamenap hat in Unterwürfigkeit gebracht Eure Ka.»
*) Meine Hinzufügung des Wortes Milchkuh zu den beiden Namen gründet sich auf den Zusammenhang und das hinter beiden
Namen stehende Determinativ des Milchtopfes.
**) Das Silbenzeichen des Hörnerpaars hat die Aussprache up und up cf. L. 2, hier tritt in seiner Schreibung ausnahmsweise
das andere u ein. Zwei der besonders häufig vorkommenden Bedeutungen des Wortes ap oder up sind „Hörn, Spitze, Haupt"- und
kann also hier von einer vierköpfigen, oder mit vier Hörnern versehenen Gottheit die Rede sein. An beiden Gestalten fehlt es nicht
im altägypt. Pantheon.
***) Man traut kaum seinen Augen, wenn.man liest, was doch mit klaren Worten hier geschrieben steht. Gegen den frommen
Wunsch normaler Functionen des Körpers und des Vollbesitzes der Zeugungskraft, als nicht unwesentlich für ein behagliches Dasein,
dagegen lässt sich in Anbetracht der altägyptischen, dem Erdendasein angepassten Vorstellung vom jenseitigen Leben eigentlich nic'its
einwenden, dass man aber auch ungestörte Entführung verheiratheter Frauen mit in den Codex himmlischen Glückes aufgenommen,
das überrascht und zeigt uns die alten Aegypter in Bezug auf ihre eheliche Treue gerade nicht in besonders günstigem Lichte.
****) Ueber die aromatischen Harze siehe die Abhandlung im Vorhergehenden S. lö—20.
Sat-baql, welche nähren die vierköpfige Gottheit (oder vielleicht „die mit vier Hörnern versehene" afd up.t**). Es
kommt zu Euch Horus, der blauäugige, schützet auch Horus, den rothäugigen (wohl Horus als Morgen- und AJbendstern)
vor der Trübsaal des Augenblicks, nicht (das Zeichen der Negation ist hier aus Versehen ausgelassen) werde zurückge-
wiesen seine Seele. Man bringe seine Spenden, man eile herbei, zuführend ihm ihre Speisen in ansehnlicher
Menge, wenn richtet nach Osten den Weg dieser Einsame (ua pen d. i. wohl auch hier wieder der Abendstern, mit
welchem der Verstorbene im Westen herniedersteigt und der dann nach Osten die Wanderung macht, um dort als Morgenstern
aufzugehen), welcher in Dir ist (oder „bei Dir ist"). Es spricht der Gott, er richtet das Wort an die göttlichen
Väter und es ordnen sich Dir unter die Götter und es legen die neun Götter ihre Hand an ihren Mund auf
Anordnung dieses Einen (des Horus Abendstern), der bei Dir ist. Es spricht der Gott, indem er richtet das Wort
an die göttlichen Väter, dass man sich aufstelle an den Thoren des Horizontes und dass man öffne die Thore
der frischen Himmelsgewässer. Da stehst Du nun zwischen ihnen, Seb ist auch da inmitten seiner neun
Götter, sie treten ein und sie beseitigen was Schaden bringen könnte «ak-sen ah-sen set'eb», dann treten sie
wieder heraus und erheben ihr Antlitz, indem sie schauen Dich. Chem ebenfalls steht zwischen dem Doppel-
portal, die beiden göttlichen Machthaber sind hinter Dir (cf. Taf. XV, obere Randinschrift, zweite Zeile, wo von dem
verstorbenen Petamenap gesagt wird, dass er sich als Amchu befinde bei den Geistern von Heliopolis und den beiden göttlichen
Machthabem), die beiden göttlichen Machthaber, welche Dir attachirt sind, stehen hinter Dir und noch ein
göttlicher Machthaber, welcher Dir zugetheilt «nes.ft», ist hinter Dir. Nicht wirst Du vergehen, nicht auf-
hören anen sek.k nen tum», nicht wird man behelligen Deinen Namen (Uebles von Dir reden) unter den Menschen
wie bestehen wird Dein Name unter den Göttern «wen kena ran.k eher rut cheper ran.k eher nuteru.i)
L. 8—12. «Zu sprechen das Capitel vom Heraustreten als Lichtgeist. Mit der grünen Feder bekleidet,
welche vorn angeheftet ist, tritt er hell leuchtend heraus zwischen dem Schenkel an der Trennung der
Grossen, welche wohnt im Lichtglanze (unter der chebs.t ur.t „Trennung der Grossen" haben wir hier wohl die fulca der
die Sonne gebärenden grossen Nut zu verstehen). Es ist gekommen der Obercherheb Petamenap zu den Wasserdistricten,
welche sich befinden auf dem bewässerten Acker aamu adeb agabi> im Gebiete der Mehtuer an dem Platze
der Zufriedenheit. Es grünen die Gefilde in der Lichtsphäre , es lässt grünen der Obercherheb Petamenap
das Kraut in den beiden Ländern der Lichtsphäre (die Bezeichnung: die beiden Länder, für Ober- und Unterägypten,
hier übertragen auf die himmlischen Gefilde). Es wird geführt der Petamenap bei dem Glänze des grossen Auges
inmitten des Gefildes. Er nimmt ein seinen Platz in der Lichtsphäre und tritt strahlend heraus wie Sebaq
der Sohn der Neith. Es nimmt Nahrung zu sich der Obercherheb Petamenap mit seinem Munde, er hat keine
Urinbeschwerden, die Zeugungsfähigkeit seines Phallus ist in gutem Zustand und es wird der Coitus voll-
zogen , indem entführt werden die Frauen aus den Armen ihrer Gatten an den Platz, an welchen es beliebt
dem Obercherheb Petamenap, wenn ihn erfasst seine Begierde***) achetf schop ab.f.y>
L. 12—14. «Es ist der Obercherheb Petamenap das Schlangenungeheuer mit Stierkopf, welches dahin-
wandelt mit seinen sieben Uräusschlangen, welche sich befinden auf den sieben Nacken. Der Obercherheb
Petamenap spricht zu seinen Sieben und der doppelte Neungötterkreis hört auf das, was er spricht. Wenn
der Obercherheb Petamenap kommt, dann zieht ei" ein den (ihm in Räucherung dargebrachten Duft des aromatischen)
Antiharzes, es erfasst der Obercherheb Petamenap das Antiaroma, sein Auge ist gehüllt in Anti und auch
die Nägel des Obercherheb Petamenap sind in Anti****). Es hat sich bemächtigt der Obercherheb Petamenap
Eurer Machtfülle und der Rundgang des Obercherheb Petamenap hat in Unterwürfigkeit gebracht Eure Ka.»
*) Meine Hinzufügung des Wortes Milchkuh zu den beiden Namen gründet sich auf den Zusammenhang und das hinter beiden
Namen stehende Determinativ des Milchtopfes.
**) Das Silbenzeichen des Hörnerpaars hat die Aussprache up und up cf. L. 2, hier tritt in seiner Schreibung ausnahmsweise
das andere u ein. Zwei der besonders häufig vorkommenden Bedeutungen des Wortes ap oder up sind „Hörn, Spitze, Haupt"- und
kann also hier von einer vierköpfigen, oder mit vier Hörnern versehenen Gottheit die Rede sein. An beiden Gestalten fehlt es nicht
im altägypt. Pantheon.
***) Man traut kaum seinen Augen, wenn.man liest, was doch mit klaren Worten hier geschrieben steht. Gegen den frommen
Wunsch normaler Functionen des Körpers und des Vollbesitzes der Zeugungskraft, als nicht unwesentlich für ein behagliches Dasein,
dagegen lässt sich in Anbetracht der altägyptischen, dem Erdendasein angepassten Vorstellung vom jenseitigen Leben eigentlich nic'its
einwenden, dass man aber auch ungestörte Entführung verheiratheter Frauen mit in den Codex himmlischen Glückes aufgenommen,
das überrascht und zeigt uns die alten Aegypter in Bezug auf ihre eheliche Treue gerade nicht in besonders günstigem Lichte.
****) Ueber die aromatischen Harze siehe die Abhandlung im Vorhergehenden S. lö—20.



