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Dürer, Albrecht; Formschneider, Hieronymus [Oth.]
VNderweysung der messung/ mit dem zirckel v[nd] richtscheyt/ in Linien ebnen vnnd gantzen corporen — Nürnberg: [Hieronymus Formschneider], 1525 [VD16 D 2856]

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https://doi.org/10.11588/diglit.65993#0007
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Der alter scharff sinnigst Cuctides / hat den grundk
der Geometria züsamLgesetzt wer dm selben wM versieht/der darffdiser
hemach gesihrteben ding gar nü / dann sie sind allcpn dm
iungm vnd denen so sonst niemandk haben
derflemwlichmderwkpstgeschrybm.
ansang khut not / so man die iungm/ messen will le-
A rm das sie wissen/was der gründ sey damuß man mysi/ vnd wie da gemcssm wieder
D Es sep eyn newerdachtz/oderforgemachtö ding/Dreyerley dingsind zümcssm/Ersi-
U lich ein lmg/die weder breyk noch dickist/Damach eyn lenge die ein breytmhat/Ium
drite ein lenge/die ein breytc vüdicken Hat/Aiscrallerding anfang vff end sind yunck
te/ Aber eyn punckk ist ein solch ding / bas weder Größ Leng Brcyt oder Dickm hat/ Vnd ist doch ein
anfang md mde/allcrleiblichm ding/die matt machm mag/oder die wir in mscm synnm erdmcken
mügcn / Wie dan das die hochuersiendigm / diser kunsi woll wyssen / md dammb erfüllt keyn puncke
keyn stat/ dann er ist mtzemylich/mnd er mag doch auß vnnfern synnm oder gedanckm/ an alle end
oder ort gesetzt werden / Dan ich mag mit dem synn ein punckem hoch in lusst werssen/oder in die tyf-
fm fellm / dahynjchdoch mit dem lnb nit reichen kan/Aber damit die iungm versimdig in gcbrcuch-
kicher arbeyt werden/ So will ich inen dm yunckte als ein gemcl mit eym mpff/ einer fcdem fürsetzen/
Vnd das wort yunckt darbey schreiben/ damit der punckt bedewt wirdtt/yunckt/ . Wettn nun di
fer yunckt / von seynem ersten anfang/ an eyn ander ende getzogen wirdek / so heyst es eyn Lini / mnd
dise Liniisi eyn lenge/an alle dicke vnd breytm/vnd mag getzogen werdm solang man will. Tise
Lini will ich mit einem geradmstrich hie entgegen mit der federn auffreyssen / mnd dm namm Lini
daraussschrcibm/ -—-—22-- Auss das die msichng Ltni/durch dm geraden n-ß
imgemütverstan i den werd / Dann durch solche weyß muß der inner-
lich verstand im eussern werck angetzeigk werdm/Dammb will ich alle ding/die ich in dirfem büchlin
beschreib/auch damebm auffreissm/auss das meyn darchon/die iungc zü einer einbildung vor augm
sehen/ Vnnd dest baß begretsscn.Nun ist;ü merckm/das die Lini mancherley weyß getzogen mügm
werden / mnd sonderlich sind dreyerley Linien/ darauß vill zümachen ist/ Zum Erstm ist eyn gerade
Lini / Zum Andern die Cirkellini/darnach ist noch eyn krume Lini/ die angeferdk mit der Hand / oder
von punckt zü yunckt gctzogen mag werdm /wie daN das eckch kunst antzeygm / dardurch mancher
ley verendrung komm/ Aber diese krume Lini/ weyß ich nit baß zü nmnen/dan eyn Schlangen Lini?
dammb das sie hynmd her getzogen mag werden/wie man will/Des !ü klarem verstand / hab ich
sie hie vnden auffgerysscn md sie namm auss ygliche geschrieben.
Eyn gerade Lini/ Eyn tirckel Lini/ Eyn schlangm Lini/
 
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