Zeitung für Einsiedler — Heidelberg, 1808

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e i t u n g

4 8 0 8.

für Einsiedler.

33

23. Jul y.

Offenbarungen des Neuen.

i.
Warum muß ich den ungeheuer» Drang
Der flammcnheißen Brust verschließen?
Kann nicht der Sturm des tobenden Gefühls
Zn ungeheurer Thar ergießen!«
Gebürge, Erden, Himmel will ich tragen.
Das Firmament, ich reiß es ein!
Heraus, heraus, wer sich mit mir will schlagen,
Und will die ganze Welt eS seyn!
Ihr alle Ungeheuer, alle Drachen,
Zhr alle SatanShöllcnbrut!
Mit euch mich fürchterlich hcrumzuschlagen,
tzm Herzen siedet mir das Blut!
Und bänmt euch, bäumt euch nur; sperrt eure
Rachen
Dom Orkus bis zum Himmel auf!
Und wenn ich einen Kopf euch abgeschlagen,
Setzt hundert fürchterlicher auf!
Bei meinem hohen Zorn! Bei Gottes Haupte?
Lodt schlag ich euch, dennoch todt!
Denn ich bin eisern, ich unüberwindlich,
Mt mir sind Engel, Himmel, Gott!
Die Welt erlösen von den Riesensünden,
Womit sie schrecklich sich besteckt;
Ein neu Geschlecht und Reich wollt' ich dann grün¬
den,
Weil dieß so unermeßlich schlecht! .
Und kann ich neues Leben nicht entstammen,
Ha dann, so Mr; ich sterbend hin;
Und reiß im Sturz -aS Schlechte mit zusammen,
Noch furchtbar groß m dem Ruin!
2.
Ich hasse euch, ich kannS und will's nicht bergen,
8ch haß euch ewig unermeßlich,
Ihr Sclaven ihr, ihr Zwergen!
Denn eure Sünd ist unerläßlich
Gebürge wollt' ich stürzten ein und Länder,
Und schlügen Millionen todt:

Ein Neues werd! Verlassen und vergessen
Zst dieß Geschlecht von Gott!
Entzünden möcht ich mich zu Weltcnbrande,
Möcht eine ärgre Sündstuth seyn!
Zu strafen diese tiefe Höllenschande,
Das Weltgericht, könnt ich es seyn!
Wer ihn nicht anch im Donner und im Blitze
Erkannt, ihn nicht in Grimm und Tod,
Zn Nacht und Sturni der fürchterlichsten Schlachten
Hat ihn noch nicht erkannt, den Gott!
Schmach.
Schon wiederum hast du mich furchtbar gereitzet,
Den Stolz mir wild kochend empört!
Ha wenn ich es litte, ha wenn ich nun schwiege,
Wie wäre ich Bayerns noch Werth!
Du hast mich beschimpfet, den Handschuh den warfest
Voll Uebcrmuth mir zu;
Daß ich nicht so eiskalt erstarret im Wissen,
Zm tobten Buchstaben wie Du!
Ha wo ist denn adliches Thun oder Wissen?
Das schlecht Gemeinste weißt Du!
Was groß ist und herrlich und himmlisch und göttlich,
Mit flammendem Muthe ich thu.
Doch dieses veracht' ich, so schändlich zu prahlen,
Wenn Großes, selbst Wunder ich thu;
Doch ihr, wenn ihr auch nur ein Körnlein gefunden,
Der ganzen Welt kräht ihr eS zu!
Was ihr nur mit sauerem Schweiße erjaget,
Dem niedern Geschlechte so gleich;
DaS haben schon längst mir die Geister verkündet,
Drei göttlicher, tiefer als euch!
Und habet Verstand! Es versagte die Gottheit
Euch hoher Begeisterung Drang!
Mir aber verlieh sie, euch nieder zu schlagen
Mit glühendem kühnen Gesang!
An die Anderen.
Wenn von Versorgung und Brod, von der dicken
Materie die Rede;
Von Kartoffeln und Mehl; und von dem fettesten Mist,
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