Facon-Zeitung für Töpfer, Fayence-, Steingut-, Topfwaaren- und Ofen- Fabrikanten: monatliche Mustersammlung der modernsten und geschmackvollsten Formen von Topf- und Fayence-Geschirren, Oefen, Ofentafeln und Ornamenten aller Art — 3.1847

Page: af
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/facon_zeitung1847/0006
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Erklärung der Taseln.

r-tf. i.

Tintenfässer. Nr. 1. und 4. ist die Grundform. Aus dieser können Variationcn rvic Nr. 2. und 5. gcbildet
werden. — Der Deckel Nr. 6. ist zu allcn vier Zeichnungen nach verhältnißmäßiger Größc anzuwenden.

Nr. Z.a. Mit einer trichtcrförmigcn Oeffnung, wird vhne Dcckel gcarbcitct; die obere Ansicht 3.b zcigt deutlich,
wie wenig Staub durch diese Vorrichtung hincinfallen kann. Die einzelnen Details sind bei Nr. 2. u. 5. angegeben.
Bci Nr. 1. und 2. ist die obere Ansicht der Eichel mit 4 Blättern (als Füßchen) dargestellt. — Originalzeichnungcn
von C. Wießner.

Lrlf. 2.

Zwci Wasscrkannen oder Krüge in antikcm Styl. Dic Größe dcrselbcn kann sehr verschicdcn angenommen
wcrdcn, nur muß alsdann ein richtiges Vcrhältniß aller Theile in Größe und Fa?on streng bcobachtct werden —
Originalzeichnungcn von Franz Fink.

'kaf. 3. und 4.

ll'nk. 3. zcigt in Fig. 1. die Ansicht und in Fig. 2. in verticalem Durchschnitt nach der Linie Lk' dcr Grundrisse
auf Hk. 4., einen eleganten Kachelofen mit verticalcn Zügen in der natürlichen Größe. — Originalzeichnung
von Franz Fink.

Dak. 4. stellt in Fig. 1. und 2. die Dclails in .1 der natürlichen Größe zu vbigem Ofen dar, nämlich das Kranz-
nnd Sockelgesims. Fig. 3. und 4. sind Horizontaldurchschnitte nach dcn bezcichneten Linicn in ^ dcr natürlichcn Größe.
— Originalzcichnung von Franz Fink. —

Wir licfcrn auf diesen bcidcn Tafeln cinen Ofcn mit verticalcn Zugkanälcn von fcchscckigcr Grundform, bci welchcm
wir den Nachthcil der Porzellan- und Backsteinöfen, besonders der, mit verticalen Zügen, (da sic nämlich dic Luft
auf dem Boden der Zimmer nicht genug erwärmen und zu Klagcn über kalte Füße Anlaß gebcn) dadurch zu bescitigen
suchen, daß cin kaltcr Luftkanal (g) mittcn durch den Ofcn gcführt wird. Dieser Kanal x nimmt dic kalte Luft vom
Zimmerboden, über welchem cr unmittelbar ausmündet, auf, erwärmt sie in scincr crhitzten runden Seitenfläche und läßt
sie obcn durch die Ocffnungen Ii ausströmen. Hierdurch cntsteht eine fortwährende Circulation, die kalte Lust wird un-
tcn wcggenommen und dic obere, crwärmtc, sinkt hernieder. Man läßt diesen Zug nicht unmittelbar auf der Ofcndcck-
platte ausmündcn, sondern crhöht ihn übcr dicsclbe und schließt ihn oben ab, damit nicht Unreinlichkeitcn, Staubthcilc rc.
in denselbcn fallcn und eincn unangenchmen Gcruch vcrursachen könncn. — Dcr Kaltluftzug g ist allcrdings von außen
zum Theil sichtbar, da er aus dem Ofen tritt, stört aber das Auge nicht, da er an der nach der Wand gelegcncn
Seite angebracht wird und auf vcrschicdcne Weise decorirt wcrdcn kann. — Der vordere, nach dcm Zimmcr gelegene
Kanal ist zu cincr Nische k hergcrichtct. Dic Lcitung dcr Hitze crfolgt auf folgcndc Weise. Jm Kanal s steigt sie
aus dem Fcucrraum k' auf, geht über dic Nische k obcn wcg, in l, herab, tritt von hicr unten in e, gcht aufwärts,
fällt in «1 wicdcr herab und stcigt endlich in e zum lctztcnmal auswärts, worauf sic durch das dort angcbrachte Rohr
in dcn Schornstcin cntwcicht. —

Auf ll'ak. 23. und 24. dcs Juni-Hcstcs von 1846 diescr Fayon-Zeitung habc ich ci'ncn gothischcn Ofcn geliefert,
bei welchem ich cinc ähnliche Einrichtung im Auge hatte, fo daß dcr hicr gcgebene Durchschnitt auch für jencn Ofcn
gcltcn kann. Die dort dargcstellte gothische, übcr dcn Ofcn gcführte Spitze, stcllt den Kaltluftkanal dar. —

Franz Fink.

Untersuchungen der Ursachen, welche das Nau-
chen der Kamine, Schornsteinc und 4^cfen vcr-
anlafscn, und Mittel, die man dagcgcn anzuwen-
den hat. *)

E r st e N r s a eH e.

Mangel an Luft.

Dic Luft, ohnc welche die Verbrcnnung nicht vor sich
gehcn kann, tritt durch dcn Camin, oder Ofen und Schorn-

') Jndem wir dieftn Aufsatz unftrn Leftrn aus dem vor Kurzem er-
schienenenvortrefflichen Werk: „Fournel, I., die zireckmäßigstcn,

stein heraus, sobald sie in dcnselbcn erwärmt wordcn iftp
cs muß dahcr die Lust von außcn ununterbrochen diejeni'ge
crsetzen, die durch dic Verbrennung vcrschwunden ist; dcnn
die Luft cines noch so geräumigcn Zimmers kann für die

holzersparcndsten und elcgantesten Zimmeröfen und Zimmer-
camine neucster Zeit, bci dcren Anlage siü-er allem Rauchen vorge-
beugt wird. Nach dem Französ. von A. Schulz. Mit 12 lith.
Lafeln. Weimar, Voigt" mitttzeilen, wünschen rvir sowotzl daffclbe
hicrdurch wcgcn ftines practischen Gehalts zu empfehlcn, als un-
sern Leftrn durch dicse Mtkheilung zu nützen, die, wcnn sie auch
nicht viel Ncues sagt, doch cine zicmlich vollständige und genü-
gende ZusammensteUung giebt. D. Red.

»
loading ...