Facon-Zeitung für Töpfer, Fayence-, Steingut-, Topfwaaren- und Ofen- Fabrikanten: monatliche Mustersammlung der modernsten und geschmackvollsten Formen von Topf- und Fayence-Geschirren, Oefen, Ofentafeln und Ornamenten aller Art — 3.1847

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Erklärnng der Tafeln.

41.

Zwei Vasen von Ad. Hurel in ^ der natürlichen Größe. Das angegebene Maaß versteht sich in Franz.
Centimetrcs.

42.

Stirnziegel 1 und 2. Vertikaldurchschnitt zu M. 1. s—b, o, ü — o, scine Horizontaldurchschnitte. 6. Ver-
tikaldurchschnitt zu ^>5. 2. s —b, und o —6, seinc Horizontaldurchschnitte. Jm rein gricchischcn Styl; auf Ocfen,
Fenster, Thürverdachungen u. s. w. anwendbar. Die sämmtlichen Durchschnitte zeigcn gcnau, wie bei den Formen die
Erhöhungcn und Vertiefungen dcr einzclncn Thcile zu bchandcln sind. Dic Größe kommt nur auf den Gegcnstand, für
den der Stirnziegel bestimmt ist, verhältnißmäßig an. Originalzeichnungen von C. Wießner.

43. 44.

Zwei moderne Ocfen von G. M. Zietz. Dic Details sind in doppeltcr Größe.

Beiträge zur Beheitzungs- und Feuerungskunde.")

(Fortfttzung.)

Bei der Anfertigung vou Eiftngußwaaren, namentlich vou Maschi-
nenbestandtheilen, ist die Bcachtung diescs Umstaudcs für die Genautg-
keit ibrcr Ansführung von der allergrößten Wichtigkeit, und es muß
deshalb bci der Anfertigung der Modelle hierzu auf die bedeutcnde
Schwindung dcs Gußeiftns beim Erstarren und Erkalten Rücksicht ge-
nommen werden. Zu dem Behufe verftrtigt man sich elnen eigenen
Modell-Maßstab, indcm einer Klafterstange von 72 Zoll noch !
Zokl hinzugcfügt und nun diese 73 Zoll lange Klafter aus dtc übltche
Weift !n Schuhe, Zolle nnd Limen abgethcilt wird. Jedes Theilmaß
der Klafter ist nuu wie dieft um größcr, und das Modell, nach die-
ftm Maßstabe ausgefcrtigt, wird nun ein Gnßstück licfern, welches nach
erfolgter Schwindung genau die gewünschten Dimeusionen hat. Jn-
desftn ist zu bemerken, daß wege» der so großen Verschiedenheit der
Roheiftnsorten jedc Eiscngießerei wohl thun wird, diese Schwinduug bei
dem von ibr crzcugten und verwendeten giobetscn zu ermitteln und dar-
nach den Modellmaßstab anzufertigen.

Die Veränderung der Aggregatsform der Körper durch

die Wärme.

Die Wärme bedingt drei Aggregatsznstäude der Körper, in wel-
chcn sic sich uns darstellen, uämlich: den starren, den tropfbarflüs-
sigcn uud den clastischflüssigcn (dampf- und gasförmigcn). Da das
Waffer alle drct Zustände anzunehmen fähig und zugleich dcrjcnige
Körpcr ist, welcher in dieftm Anbctrachte die mciste Beachtung ver-
dient und Anwendiiiig findct, so erschcint es augcmesseu, dieft Haupt-
wirkung der Wärine mit steter Beziehung auf das Wasser zu behan-
deln. Jm starren Zustaude kenncn wir daS Wasser als Eis und Schnee;
beide können, so lange sie starr sind, eine jede beliebige niedrigere Tempe-
ratur annehmen; aber im Zustande des Schmclzeus, des Üeberganges
ans dem starren Zustande in deu tropfbarflüffigen zcigt das Eis (und
Schnee) immer eine constante, fich gleichbleibende Temperatur, welche
wir zur Bestimmuug des einen fireu Punktes bei Thermomctcrn
anwenden und mit — 0 bezeichnen. Gewöhnlich nennt man ihu, je-
doch fälschlich, den Frostpunkt oder Cispnukt, wcil das Wasser
erst bei eincr Temperatur etwas unter dcni Nnllpuukt zum Gcfricren
komnit.

Wenn man aus ! Pfd. Eis von 0" R. Temperatur ! Pfd. Was-
ser von 60° R. Tcmperatur gießt und damit vermischt, so kommt das
Eis zum Schmelzen; cs entsteheu 2 Pfnnd Waffer, desscn Tempcratur
aber — 0 ist. Das Eis hat demnach, um zu schmelzen, jene Menge
Wärme vcrschluckt oder aufgenommen, welche tu ! Pfd. Waffer von
60° R.^Temperatur cnthaltcn war (60 Wärmeeinheiten), und dieft Wär-
memcnge wurde lediglich dazu verwendet, um die Aggregatsform des
Eifts zu ändern, um es zum Schmelzen zu bringen, in den tropfbar-
flüssigen Zustand zu versetzen, iu Wasser zu verwaudelu.

'Weun man Waffer 'von 0° R. Temp. in einem offenen Gefäße
erhitzt und cin Thcrmometer in daffclbe bringt, so wird man dabei
beobachtcu könncn, daß die Temperatiir dcs Wassers während der Er-

") Auszguswcift aus dcr cnchklopäd. Zeitschrift dcs Gcwerbswcscus
von 1846.

hitzung von 0° R. an sortwährend zunimmt, daß sie eudlich aüf 80°
steigt, wo das Wasser in's Sieden kommt, und zu verdampfen beginnt,
nud daß von dieftm Zcitpunkte an kein Steigen, kcine Znnahnie der
Tcmperatur mehr Statt findet, soudern alle dcm Waffer mehr hinzuge-
führte Wärme dazu vcrwendet wird, um abermals ftine Aggregatsforni
zu ändern, um es in Dampf zu verwandeln, welcher aber ebenfalls
nur eine Tcmp. von 80° R. zeigt. Alle dem bercitö siedend heißen
Wasser mehr hinzugefügte Wärme wird däher bloß zur Formänderung
desselben verwendet, zur Verwandlung desselben in Dampf, ohne daß
dicser Zuftuß an Wäruic durch das Steigen des Qnecksilbers im Ther-
mometer bemerklich würde.

Dieft Wärme nun, welche wir mit dem Gefühl ivahrnehmen und
deren Zu- oder Abnahme mit dcnr Thermomcter beobachten können,
nennen wir freie WLrme, dagegen jene Wärme, welche anf das
Thermvmeter nicht wirky gleichwohl'jedvch vou dcu Körpcrn aufgcnom-
men und bloß zur Formändcrung verwendetwird, gebundene Wär-
m c gcnannt wird.

Ein Pfund Eis bindet demnach bei ftinem Uebergang in Waffer
von 0° R. Temp. so viel Wärme, als in ! Pfnnd Waffer vou 60°
R. Temp. enthalten ist, oder 60 Wärmeeinheiten. Nm zu erfahren,
wclche Mcnge Wärme das Waffer bei ftincm Uebergange in Dampf
bindet, dient folgendes Erperiment. Jn einem mit einer Dampflei-
tungsröhre versehencn geschloffenen Keffel wird Waffer zum Kochen er-
hitzt und davon ! Pfd. verdampft; den Dampf leitet man in ein Ge.
fäß, worin sich 5.5 Pkd Wasser von 0° R. Temp. befinden. Wenn
man nun dabei allen Wärmeverlusten vorbeugt, so wird man finden,
daß jencs Pfund Dampf sich in den 5-5 Pfr>. eiskalten Wasser zü
tropfbarem Waffer verdichtet, daß am Ende des Versuchs sich in jenem
Gefäße6.5Pfd.Wafferbeflndcii werden, dereriTemperaturaber80° R. sein
wird. Jene 5.5 Pfd. eiskaltes Wasser flnd dcmnach durch die in !Pfd.
Wasserdampf enthaltene gcbundene Wärme von 0° R. bis 80° R. er-
hitzt worden, und es beträgt demnach die in ! Pfd. Wafferdamps ent-
haltene gebundene Wärme — 5.5 X 80 — 440 Reaumur'sche Wär-
meeinheiten, die wir in der Folge immer unter Wärmeeinhciten ver-
stehen werden. Man sieht daraus, daß der Wasscrdampf gewisserma-
ßen als ein Reservoir von Wärme angcfthen werden kannchindeni da-
riu eine große Menge Wärme angehäuft entyaiten ist, nnd daß eben
dieftr Umstand die vielen höchst nützlichen Anwendilngcn bedingt, welche
wir von dem Wafferdampfe gegenwärtig macheu. Nennen' wir den
Wärmegehalt in ! Pfd. Eis — x, um einen Anfangs-

pnnkt zu haben.' . — x

so nimmt es beim Uebergange in Waffer an gebnndeuer
Wärme auf 60 W.E.

bei der Erhitzung bis zum Sieden an freier Wärme . . 80 - -

bei dcr Verdampfung an gebundener Wärme .... 440 - -

zusammen enthält demnach 1 Pfd. Wasserdampf an frcier

und gebnndener Wärme.580-f-xW.E.

wovon 500 W. E. an gcbnndener und 80 ch- x W. E.
an freier Wärme.

Das Waffer vcrwandelt sich unter der Eischcinung des Siedens
bci verschicdenem Luftdrucke (Barometerstaud) zwar bei etwas verschie-
denen, bei größercm Lnftdrucke bei höheren, bei kleinercm Luftdrucke
bei niedrigeren Temperaturen in Dampf; bei gleichcm Luftdrncke aber
ist auch der Siedepunkt ein sich gleich bletbender, so daß jener bei dem
angcnonimcncn mittlcru Baromc'terstande vou 28 Alt-Pariscr Zoll als
zweiter firer Pnnkt für die Konstriiltion übereinstiiniiicndcr Thermome-
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