Fliegende Blätter — 31.1859 (Nr. 731-756)

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•) Bestellungen werden in allen Buch- und Äunst-
Handlungen, sowie von allen Postämter» und
Zcitungscrpeditioncn angenommen.

Der Alterthnmsverein in der Hauptstadt hatte eine große
Ausstellung seiner Schätze veranstaltet, in alle» Blättern wurde
8uin Besuche derselben eingcladcn. Man hosstc, bei dieser Ge-
kgenheit eine namhafte Anzahl neuer Mitglieder zu gewinnen,
und die Bezirksbehörden waren angewiesen, das Publikum auf
dieses gemeinnützige Unternehmen nach Kräften anfmerksam zu
»lachen. Mau hatte neue, schöne Räumlichkeiten erworben, die
Antiquitäten waren auf's sorgfältigste aufgestellt, um möglichst
viel Effekt zu machen, in mehreren Sälen standen sic theilS

T _ Erscheinen wöchentlich ein Mal. iLubscriptionS- vyvi

ro' 4 »S 2» preis für den Band von 26 Nummern 3 fl. 54 kr. ' " ~u '
oder 2 Rthlr. 5 Sgr. Einzelne Nummern kosten 12 kr. oder 4 Sgr. i

Der Heidengott.

(Schluß.)

die Wände entlang in Reih und Glied da, thcilo lagen sie
auf langen Tafeln in der Mitte der Zimmer ausgcbrcitct; und j
die Herren vom Ausschuß lösten sich ab, um den cintretcndcn !
Besuchern Alles auf's Beste zu erklären, während oben an
der Treppe der Sekretär an seinem Tischchen Platz genommen
hatte, um die Namen der neuangelockten Mitglieder zu notiren
und gleich die Beiträge für das laufende Jahr in Empfang !
zu nehmen.

Leider entsprach der Erfolg de» gehegten Erwartungen
nicht. Die, welche kamen, waren fast lauter alte Mitglieder
des Vereins, einzelne neue Gesichter schmeckten zwar herein, dank-
ten auch höchst verbindlich für die vielen interessanten Gegenstände,
die man ihnen gewiesen, und für die freundliche Interpretation,
bedauerten, den Herren so viele Mühe gemacht zu haben, mußten
sich nur wundern, wie man mit lauter Privatmittel» so viel
habe zu Stande bringen können, und erkannten in dem Verein
eine Anstalt, die dem ganzen Lande Ehre mache, -hatten aber
dennoch beim Fortgehen eine ganz eigene Scheu, sich dem
Sekrctärtischc zu nähern, so daß sic sich lieber, verlegen zur Seite
blickend, an der entgegengesetzten Wand hiudrückten und,
wenn sie die Treppe erreicht hatten, in rasche» Sätzen hinunter
eilten, als wenn sie augenscheinlich froh wären, so unbestrucrt
davongekommen zu sein. Man mußte zufrieden sein, wenn
jeder der acht Tage, welche die Ausstellung dauerte, nur eines
oder das andere neue Mitglied brachte, so gar spärlich stoffen
diese zu; und der Sekretär zerkaute voll Wuth seine Feder,
wenn wieder so einer um den andern sich zur Seite drückte.

In solcher Stimmung saß er auch wieder am letzten
Tage da. Es war ein Sonntag, aber er hatte sich nicht besser
angelaffen als die andern Wochentage alle. Im Gegentheile
es war fast lauter naseweises junges Volk hereingelaufen, das,
nachdem es das alte Zeug eine Viertelstunde lang mit blöder

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Der Heidengott"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Musikinstrument <Motiv>
Besucher
Mangel
Ausstellung <Motiv>
Ausstellungsraum
Gefäß <Motiv>
Rüstung <Schutzkleidung, Motiv>
Karikatur
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

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Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 31.1859, Nr. 732, S. 9 Universitätsbibliothek Heidelberg
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