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4 q :öc)teUungeu werben in allen Buch- unb Kunst- wro_ fil Erscheinenwöchemlich ein Mal. Sudscripnons- vvv, ->v
’ ‘ hanblunge», sowie von allen Postämtern und 11= «DRM«D > preisfürbenBanbvon26Nnmmern 3fl. 54kr. ' ' ' ‘
Zeitun qserveditionen angenommen. ob. 2 Rldlr. 5 Sgr. Einzelne Nummern kosten 9 kr. ob. 2'/, Sgr.
Sechster Act zu Schillers Kabale und Liebe.
(Schluß.)
Louise.
In der Thal. Schon stürmt er die Treppe herauf.
Ich muß ihm entgegeneilen.
Miller
(stürzt mit einem Freubcuschrei in bas Zimmer unb schließt seine
Tochter stürmisch in bic Arme.) Ist cs denn auch wirklich
wahr? Hat -der Kerl nicht gelogen, als er auf dem Stadt-
amte auf mich) losstürzte und mir zurief: Die beiden Leichen
in feinem Hause müssen von der Todtenliste ausgestrichen
werden und auf die Geburtsregister kommen, denn sic leben
beide wieder!
Louise.
Batcr, kann Er Seiner Tochter verzeihen, die in der
kurzen Zeit das Elend eines ganzen Lebens auf Ihn herab
beschwor? Sprach Er nicht vom Stadtamtc?
Miller.
Freilich. Mich hatte man eben arretiren und dorthin
bringen lassen, weil die Herren ganz pfiffig heransgcklügelt,
daß mir das Leben eine Last geworden wäre, die ich abzu-
schütteln im Begriffe sein würde. Aber glaube mir Louise,
ich habe der frohen Nachricht doch nicht trauen wollen, da
sich die Polizei doch sonst nie mit freudigen "Angelegenheiten
befaßt.
Ferdinand.
Alter, tiefgekränkter Mann, kann Er denn auch mir
verzeih»? Ich allein war der Schuldige. Den Flocken Eifer-
sucht trug ich hinauf bis zum Gipfel und warf ihn dann
hinab über das Schneegefilde ersterbender Liebe, daß er als
zermalmende Lawine im Thale Alles verderben sollte.
Miller.
Herr Baron, wenn Ihnen Louise vergeben kann, dann
brauchen Sie wegen des Vaters Verzeihung nicht bange zu
sein.
Ferdinand.
Und die Mutter Louisens?
M i l l e r.
Meine Alte hat hier nicht mit hinein,znrcdcn.
Louise.
Ach, meine Mutter! Wie undankbar war ich, ihrer
noch nicht einmal zu gedenken. Hat Er denn nicht sogleich
ihre Befreiung versucht, Vater?
Miller.
S'ist schon ein Bote fort nach dem Spinnhause, um
' sie dort abznholen. Mir wär's schon recht gewesen, wenn
sie das alte Plappermaul noch ein paar Wochen dort fcstge-
■ halten hätten, denn so was curirt gründlich. (Aber, Herr
Major, erklären Sie mir jetzt wenigstens den Firlefanz da
mit dem Gifte. Erst liegen Beide dem Tode so fest in den
' Armen, daß an ein Wiedererwachen auf Erden gar nicht zu
denken war und jetzt —
' Ferdinand.
Auch mir ist dies unbegreiflich, doch hat mich die
Freude am wiedergewonnenen Dasein deshalb noch nicht zur
Uebcrlcgung kommen lasse». In der Apotheke verlangte ich
Arsenik. Der Mann zögerte und berief sich auf polizeiliche
Verbote. Da warf ich ihm denn ein Goldstück hin und gab
übrigens noch vor, daß ich das Gift blos für wissenschaft-
liche Zwecke brauche. Das half endlich. Er gab mir ein
Pulver, groß genug, um zwölf Lebensmüde in die Ewigkeit
zu befördern und doch hat es hier nicht einmal zwei über-
wältigen können. Wer kann dies Räthsel lösen?
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Sechster Act zu Schillers Kabale und Liebe.
(Schluß.)
Louise.
In der Thal. Schon stürmt er die Treppe herauf.
Ich muß ihm entgegeneilen.
Miller
(stürzt mit einem Freubcuschrei in bas Zimmer unb schließt seine
Tochter stürmisch in bic Arme.) Ist cs denn auch wirklich
wahr? Hat -der Kerl nicht gelogen, als er auf dem Stadt-
amte auf mich) losstürzte und mir zurief: Die beiden Leichen
in feinem Hause müssen von der Todtenliste ausgestrichen
werden und auf die Geburtsregister kommen, denn sic leben
beide wieder!
Louise.
Batcr, kann Er Seiner Tochter verzeihen, die in der
kurzen Zeit das Elend eines ganzen Lebens auf Ihn herab
beschwor? Sprach Er nicht vom Stadtamtc?
Miller.
Freilich. Mich hatte man eben arretiren und dorthin
bringen lassen, weil die Herren ganz pfiffig heransgcklügelt,
daß mir das Leben eine Last geworden wäre, die ich abzu-
schütteln im Begriffe sein würde. Aber glaube mir Louise,
ich habe der frohen Nachricht doch nicht trauen wollen, da
sich die Polizei doch sonst nie mit freudigen "Angelegenheiten
befaßt.
Ferdinand.
Alter, tiefgekränkter Mann, kann Er denn auch mir
verzeih»? Ich allein war der Schuldige. Den Flocken Eifer-
sucht trug ich hinauf bis zum Gipfel und warf ihn dann
hinab über das Schneegefilde ersterbender Liebe, daß er als
zermalmende Lawine im Thale Alles verderben sollte.
Miller.
Herr Baron, wenn Ihnen Louise vergeben kann, dann
brauchen Sie wegen des Vaters Verzeihung nicht bange zu
sein.
Ferdinand.
Und die Mutter Louisens?
M i l l e r.
Meine Alte hat hier nicht mit hinein,znrcdcn.
Louise.
Ach, meine Mutter! Wie undankbar war ich, ihrer
noch nicht einmal zu gedenken. Hat Er denn nicht sogleich
ihre Befreiung versucht, Vater?
Miller.
S'ist schon ein Bote fort nach dem Spinnhause, um
' sie dort abznholen. Mir wär's schon recht gewesen, wenn
sie das alte Plappermaul noch ein paar Wochen dort fcstge-
■ halten hätten, denn so was curirt gründlich. (Aber, Herr
Major, erklären Sie mir jetzt wenigstens den Firlefanz da
mit dem Gifte. Erst liegen Beide dem Tode so fest in den
' Armen, daß an ein Wiedererwachen auf Erden gar nicht zu
denken war und jetzt —
' Ferdinand.
Auch mir ist dies unbegreiflich, doch hat mich die
Freude am wiedergewonnenen Dasein deshalb noch nicht zur
Uebcrlcgung kommen lasse». In der Apotheke verlangte ich
Arsenik. Der Mann zögerte und berief sich auf polizeiliche
Verbote. Da warf ich ihm denn ein Goldstück hin und gab
übrigens noch vor, daß ich das Gift blos für wissenschaft-
liche Zwecke brauche. Das half endlich. Er gab mir ein
Pulver, groß genug, um zwölf Lebensmüde in die Ewigkeit
zu befördern und doch hat es hier nicht einmal zwei über-
wältigen können. Wer kann dies Räthsel lösen?



