20. Bestellungen werde» in allen Buch- und Kunst- y — m
. Handlungen, svivie van allenPostäintern und ^ U —U-UM«
Je itun gsexpe d !ti one n angenommen.
Erscheinen wöchentlich. Subscriptionspreis yj ttt
f.i'iv den Band von 24Nummern 3 fl. 54 kr. ' x ü'
üb. 2 Nthlr. 5 Sgr. Einzelne Nummern 9 kr. od. 2'/? Sgr.
Ein delphisches Orakel.
Wer hat nicht die „Prophezeihnng von Sne" gelesen? Und
wer hat nicht dabei einen mehr oder iveniger starken Schauder
empfunden, wenn er an die drei Heldinnen dieses Romans dachte,
die durch eine wirklich großartige an das Fatum der Griechen
mahnende Verkettung der Umstände eine Prophezeiung zur
Wahrheit werden lassen, die in den ersten Kapiteln als eine
reine Phantasiegeburt und als unmöglich zur Erfüllung er-
scheint? Ich ivill nun eine ähnliche Geschichte mittheilen,
die sich zwar nicht durch das Geheimnißvvlle und Düstere
jenes Romans auszeichnet, auch nicht ganze Bände füllt wie
derselbe, sondern ganz einfach den Werth des Sprichwortes
„Ein guter Rath ist einen Thaler Werth" noch um einige
Grade steigert, nämlich in den Satz umwandelt: Ein „guter
Rath ist mehr werth als einen Thaler". — Auch kommt in
meiner Geschichte eine eben so interessante Hellseherin tvie in
oben erwähntem Romane vor, und weicht selbe überhaupt
nur in einigen Punkten ab, nämlich:
1) verfällt bei mir die Hellseherin in keine Krämpfe,
2) gruppiren sich in dem Romane drei Frauen um einen
Mann, bei mir aber drei Männer um sich selbst, und
3) was die Hauptsache ist, ist die Geschichte nicht von
Sne, sondern — von mir.
In der großen Stadt B. machte vor mehreren Jahren
eine Hellseherin viel von sich reden. Sie trat zwar nicht im
Theater ans, kündigte auch keine magnetischen Vorstellungen
an, machte aber durch das Heilen mehrerer Krankheiten mittelst
Magnetismus, besonders aber durch gute Rathschläge, die sic
jedem in schwieriger Lage Befindlichen zu ertheilen wußte,
ungemeines Aufsehen. — Arm und Reich, Fußgänger und
in Fiakern oder Equipagen Ankommende drängten sich in ihre
Wohnung und den Gesichtern der bereits Abgefertigten, die !
aus dein Hanse kamen, nach zu urtheilen, schien sie die Wünsche
eines Jeden erfüllt — Jeden befriedigt zu haben. Daß sie
das Alles nicht umsonst that und ihre Rechnung dabei fand,
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. Handlungen, svivie van allenPostäintern und ^ U —U-UM«
Je itun gsexpe d !ti one n angenommen.
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Ein delphisches Orakel.
Wer hat nicht die „Prophezeihnng von Sne" gelesen? Und
wer hat nicht dabei einen mehr oder iveniger starken Schauder
empfunden, wenn er an die drei Heldinnen dieses Romans dachte,
die durch eine wirklich großartige an das Fatum der Griechen
mahnende Verkettung der Umstände eine Prophezeiung zur
Wahrheit werden lassen, die in den ersten Kapiteln als eine
reine Phantasiegeburt und als unmöglich zur Erfüllung er-
scheint? Ich ivill nun eine ähnliche Geschichte mittheilen,
die sich zwar nicht durch das Geheimnißvvlle und Düstere
jenes Romans auszeichnet, auch nicht ganze Bände füllt wie
derselbe, sondern ganz einfach den Werth des Sprichwortes
„Ein guter Rath ist einen Thaler Werth" noch um einige
Grade steigert, nämlich in den Satz umwandelt: Ein „guter
Rath ist mehr werth als einen Thaler". — Auch kommt in
meiner Geschichte eine eben so interessante Hellseherin tvie in
oben erwähntem Romane vor, und weicht selbe überhaupt
nur in einigen Punkten ab, nämlich:
1) verfällt bei mir die Hellseherin in keine Krämpfe,
2) gruppiren sich in dem Romane drei Frauen um einen
Mann, bei mir aber drei Männer um sich selbst, und
3) was die Hauptsache ist, ist die Geschichte nicht von
Sne, sondern — von mir.
In der großen Stadt B. machte vor mehreren Jahren
eine Hellseherin viel von sich reden. Sie trat zwar nicht im
Theater ans, kündigte auch keine magnetischen Vorstellungen
an, machte aber durch das Heilen mehrerer Krankheiten mittelst
Magnetismus, besonders aber durch gute Rathschläge, die sic
jedem in schwieriger Lage Befindlichen zu ertheilen wußte,
ungemeines Aufsehen. — Arm und Reich, Fußgänger und
in Fiakern oder Equipagen Ankommende drängten sich in ihre
Wohnung und den Gesichtern der bereits Abgefertigten, die !
aus dein Hanse kamen, nach zu urtheilen, schien sie die Wünsche
eines Jeden erfüllt — Jeden befriedigt zu haben. Daß sie
das Alles nicht umsonst that und ihre Rechnung dabei fand,
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Werk/Gegenstand/Objekt
Pool: UB Fliegende Blätter
Titel
Titel/Objekt
"Ein delphisches Orakel"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Inschrift/Wasserzeichen
Aufbewahrung/Standort
Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES
Objektbeschreibung
Maß-/Formatangaben
Auflage/Druckzustand
Werktitel/Werkverzeichnis
Herstellung/Entstehung
Entstehungsort (GND)
Auftrag
Publikation
Fund/Ausgrabung
Provenienz
Restaurierung
Sammlung Eingang
Ausstellung
Bearbeitung/Umgestaltung
Thema/Bildinhalt
Thema/Bildinhalt (GND)
Literaturangabe
Rechte am Objekt
Aufnahmen/Reproduktionen
Künstler/Urheber (GND)
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 46.1867, Nr. 1140, S. 153
Beziehungen
Erschließung
Lizenz
CC0 1.0 Public Domain Dedication
Rechteinhaber
Universitätsbibliothek Heidelberg



