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Aus dem Leben eines Hundes.

Von ihm selbst erzählt.

„Es ist uns leider selten vergönnt, selbstredend cinzutretcn,
weil unsere Sprache nur wenigen Anserwähltcn verständlich ist.
Um so begieriger ergreife ich die Gelegenheit, einige meiner
Erlebnisse zu verkünden. Weit entfernt, der Welt eine förmliche
Lebensbeschreibung vorzubcllcn, oder gar über die Unbilde zu
heulen, welche die Menschen uns vielfach zufügen, will ich nur
durch nachstehende Geschichte beweisen, daß cS nicht jedesmal ein
Unglück für einen Menschen ist, auf den Hund gekommen
zu sein — wie weit auch diese Ansicht verbreitet ist. Hoffent-
lich wird es mir nebenbei gelingen, die eingewurzelten Vor-
nrthcile auszurotten, daß es meinem Gcschlcchtc an feiner
Beobachtungsgabe fehle, sowie, daß gute Knochen und sonstige

Leckerbissen das Einzige seien, womit man einen Hund vom
Ofen locken könne.

Gestatten Sic mir, über mein AeußereS voranzuschicken, daß
ich groß und schwarzlockig bin und zur Nace der Bernhardiner
gehöre, weßhalb ich wohl mit einiger Geringschätzung auf daS
winzige Gelichter der Wachtel- und Dachshunde hcrabsehen darf.

Meine frühesten Verhältnisse waren für einen Hund
luxuriös zu nennen. In meiner Glanzperiode war ich näm-
lich daS Eigenthum einer Studentenverbindung, worauf ich in
den Besitz eines Mitgliedes derselben, des Juristen Gustav
Bester, überging. Der mehrjährige Aufenthalt in akademischen
Kreisen gibt mir gewiß daö Recht, mich zu den Gebildeten
meines Standes zu rechnen.

Besagter Studiosus bewohnte ein nettes Gartcnstübchen.
Er hing seinen Studien fleißig nach, auch ging er, ohne
Kopfhänger zu sein, den tollsten Zechbrüdern geflissentlich ans
dem Wege. Mehr noch als seine Bücher fesselte ihn an den
Garten ein mächtiger Magnet: eS war seine erste Liebe, deren
Gegenstand lediglich durch den hohen Gartenzaun von ihm
gctrennr war; jenseits desselben befand sich nämlich ein Mädchen-
Pensionat. Die Bekanntschaft mit Fräulein Helene war auf
Spazierwegen ungebahnt und gestaltete sich bald zu einem
dauernden Vcrhältniß. Einem Strauße von seiner Seite folgte
bald eine blonde Locke von der anderen. Natürlich scheuten
die Liebenden kein Mittel, sich zu sehen und zu sprechen.
Unter dem Schutze einer Gcisblattlaubc wurden Briefchen
über den Zaun hin und her befördert, auch wohl einzelne
Worte gewechselt, während ich lauschend umhcrblicktc, ob auch
keine Gefahr vorhanden sei.

Die Uebereinstimmung der Beiden war bald so weit ge-
diehen, daß mein Herr, durch ein telegraphisches Zeichen be-

io
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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Aus dem Leben eines Hundes"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Rostosky, Karl Oswald
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Bernhardiner
Karikatur
Hund <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 48.1868, Nr. 1182, S. 73

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CC0 1.0 Public Domain Dedication
Rechteinhaber
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