23 Bestellungen werden in allen Buch- und Kunst- t ^ ^
* Handlungen, sowie von allen Postämtern miö ro‘ 1 1 ff I* »
Zertungsexpeditionen angenonimen.
Erscheine» ivvchentlich. Subskriptionspreis
für den Band von 26 Sinnunern 3 fl. 54 kr. -^.4^ v 444 vv.
od. 2 3iil,lr. 5 Sgr. Einzelne Nummer» o kr. od. 2'/^Sgr.
Der Director.
In einem dentschen Chnrfürstenthume, dessen Ätamen ich
verschweigen Ivill, hat sich aus der gntcn alrcn Zeit unter
Anderem auch das biedere Institut des Chansseegeldes, wenn
nicht bis jetzt — was ich nicht gelviß iveiß — so doch bis
ans die Zeit, in der unsere Erzählung spielt, erhalten.
Heutzutage, wo man ziemlich ein gereister Mann sein
! kann, ohne je auf einer Landstraße gefahren zu sein, wäre
j es wohl möglich, daß es sonst unterrichtete Leute gäbe, welche
gar nicht wissen, was das Chausseegeld ist. Ich halte es
daher für meine Pflicht, die Sache zu erklären. Also: Wie
man noch jetzt in jeder Stadt allen Ein- undAusfahrcndcn
einen Beitrag zur Erhaltung des guten, schlechten oder fehlenden
Pflasters abnimmt und diese Beiträge Pflastergeld nennt, so
bezog man früher in allen Gauen des heiligen römischen
Reichs von den ans der Landstraße Reisenden von Zeit zu
Zeit, z. B. alle zwei Stunden eine ähnliche Abgabe, unter
dem Namen Chausseegeld. In manchem deutschen V aterlandc
nun gelang es dem sogenannten Alles nivellirenden Geiste
der Zeit erst spät diese gewiß schöne Einrichtung aufzuheben,
ja in manchem, wo man noch ctivas Pietät für historische
Traditionen besitzt, Jute z. B. in dem oben nicht genannten
Chnrfürstenthume, besteht sie vielleicht heute noch.
Es ist aber eine alte Erfahrung — die Nothwendigkeit
und Nützlichkeit einer Staatseinrichtung mag noch so sehr auf
der Hand liegen — es gibt immer Leute, ivelchc diese nicht
genugsam einsehen, oder ivohl gar böswilligerweise mißachten.
Es gab stets Leute, und ivird sie immer geben, die man
zwingen mußte, daß sie Gott geben, tvas Gottes und dem
Kaiser oder Churfürsten, tvas des Kaisers oder des Chnr-
fürsten ist. So gaben auch Viele nur gezwungen ihr Chaussee--
gcld. Damit nun keiner dieser Uebelwollcnden durchschlüpste
erfand man folgendes sinnreiche Mittel.
Modcbild.
für den Monat Juni.
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* Handlungen, sowie von allen Postämtern miö ro‘ 1 1 ff I* »
Zertungsexpeditionen angenonimen.
Erscheine» ivvchentlich. Subskriptionspreis
für den Band von 26 Sinnunern 3 fl. 54 kr. -^.4^ v 444 vv.
od. 2 3iil,lr. 5 Sgr. Einzelne Nummer» o kr. od. 2'/^Sgr.
Der Director.
In einem dentschen Chnrfürstenthume, dessen Ätamen ich
verschweigen Ivill, hat sich aus der gntcn alrcn Zeit unter
Anderem auch das biedere Institut des Chansseegeldes, wenn
nicht bis jetzt — was ich nicht gelviß iveiß — so doch bis
ans die Zeit, in der unsere Erzählung spielt, erhalten.
Heutzutage, wo man ziemlich ein gereister Mann sein
! kann, ohne je auf einer Landstraße gefahren zu sein, wäre
j es wohl möglich, daß es sonst unterrichtete Leute gäbe, welche
gar nicht wissen, was das Chausseegeld ist. Ich halte es
daher für meine Pflicht, die Sache zu erklären. Also: Wie
man noch jetzt in jeder Stadt allen Ein- undAusfahrcndcn
einen Beitrag zur Erhaltung des guten, schlechten oder fehlenden
Pflasters abnimmt und diese Beiträge Pflastergeld nennt, so
bezog man früher in allen Gauen des heiligen römischen
Reichs von den ans der Landstraße Reisenden von Zeit zu
Zeit, z. B. alle zwei Stunden eine ähnliche Abgabe, unter
dem Namen Chausseegeld. In manchem deutschen V aterlandc
nun gelang es dem sogenannten Alles nivellirenden Geiste
der Zeit erst spät diese gewiß schöne Einrichtung aufzuheben,
ja in manchem, wo man noch ctivas Pietät für historische
Traditionen besitzt, Jute z. B. in dem oben nicht genannten
Chnrfürstenthume, besteht sie vielleicht heute noch.
Es ist aber eine alte Erfahrung — die Nothwendigkeit
und Nützlichkeit einer Staatseinrichtung mag noch so sehr auf
der Hand liegen — es gibt immer Leute, ivelchc diese nicht
genugsam einsehen, oder ivohl gar böswilligerweise mißachten.
Es gab stets Leute, und ivird sie immer geben, die man
zwingen mußte, daß sie Gott geben, tvas Gottes und dem
Kaiser oder Churfürsten, tvas des Kaisers oder des Chnr-
fürsten ist. So gaben auch Viele nur gezwungen ihr Chaussee--
gcld. Damit nun keiner dieser Uebelwollcnden durchschlüpste
erfand man folgendes sinnreiche Mittel.
Modcbild.
für den Monat Juni.
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Werk/Gegenstand/Objekt
Pool: UB Fliegende Blätter
Titel
Titel/Objekt
"Modebild"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Inschrift/Wasserzeichen
Aufbewahrung/Standort
Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES
Objektbeschreibung
Maß-/Formatangaben
Auflage/Druckzustand
Werktitel/Werkverzeichnis
Herstellung/Entstehung
Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Entstehungsort (GND)
Auftrag
Publikation
Fund/Ausgrabung
Provenienz
Restaurierung
Sammlung Eingang
Ausstellung
Bearbeitung/Umgestaltung
Thema/Bildinhalt
Thema/Bildinhalt (GND)
Literaturangabe
Rechte am Objekt
Aufnahmen/Reproduktionen
Künstler/Urheber (GND)
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 48.1868, Nr. 1195, S. 177
Beziehungen
Erschließung
Lizenz
CC0 1.0 Public Domain Dedication
Rechteinhaber
Universitätsbibliothek Heidelberg



