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od. 2 Rthlr. 5 Sgr. Einzelne Nummern 9 kr. od. 91/2 Sgr

Die schö' Cenzi vo' Mittc'wald.

(Oberbayrisch.)

Von Ir. v. Hobest.

Auf Mittc'wald is a' zcitlaug, just voneh der Tyroler-
von anno ncuni a'ganga is, a junger Tyroler-Obsthändler
^n>ma und hat da Aepfi und Bir» und Traub'n und Pfersi
^^rkaast, aa' Limoni, Pomerantsch'n, Edlweiß und was die Händler
M° hab'n. Der Tyroler, Florian hat er g'hoaßn, hat sei'
^stchl zu'» Verkaafa an an' kloan' Haus aufg'stellt wo Nicmd
'nun' g'wohut hat als z'ebner Erd' der G'richtsdiener Peter, und
et Peter hat a' Tochter g'habt, die Cenzi, a' Madl von an'

^ ^ Jahr und bildschö', hat nit anders g'hoaß'n in Mittc'wald
Ql§ die schö' flachshaaret Cenzi. Tie Cenzi hat für d' Leut'

3 strickt

und is allewei' am Fenster g'seß'n und hat oft abi

g'schaugt auf die Aepfi und Birn und Traub'n und halt aar auf
den junga Tyroler. Dees is a' frischer Bua gwest mit schwärzt
Aug'n und a' kloa's Ratschnbartl hat ihm gar guat g'standn.
Natürli' hat er vor dera schön'» Cenzi d' Aug'n aa' nit zuag'macht
und so hat si' zwischn die zwoa a' kloani Liebschaft a'baudlt
und hat er ihr allbot ebbas g'schenkt vo' seiner Waar', bald
au' Edlweiß, bald a' Traub'n, aar a' Pomerantschn, und amal
hat er ihr gar a' silbers Krampsringl verehrt. „Verstehscht wohl
Cenzi," hat er g'sagt, ,,i' moa', dees Ringl soll d'erweil an'
Eh'ring bideut'n bis mer amal hcurctn."

„O mci' Flori", hat sie g'sagt, „wie kinua denn mir
an's heuretn denka. Du hast nix und i' Hab' aa' nix, da is's
glei' gar mi'n heuret'n."

„Aber ko' ja ebbes wer'»; mei' Göd, der Pranntwei'-
brenner hat an' schön'» Weinberg bei Meran und hat g'sagt,
den vermacht er mir amal; er is schon a' eisgraaber alter
Kampl und werd ja in Gottsuam' nit ewi' leb'n."

Da hat d' Cenzi g'lacht und hat g'sagt: „No ja und

mir Madln Hab» d'auachst an' Zwölfer in d' Lotterie g'setzt,
san unser drei und da g'winua ma' drciß'gtaused Guldn und
i' krieg' zehni davo', gel' na' thuats es."

„Und i'," sagt er, „krieg bci'n nächst» Koaserschieß» z'
Innsbruck den erst» Preis auf'» Haupt, san aa' 50 Dukatn
und a' reich's Bast hon i' z' Leutasch, die macht' allewei'
daß i' heurat' und schenkt ma' na' d' Hausei'richtung, hat
s' g'sagt."

Und so Hamm s' ost g'schwaatzt und hat er ihr vo' Meran
verzählt, wie's da schö' is und er mußt' aar a Häusl zun
kaaffa für ihna Wirthschast und a so s»rt-

Der Vater Peter hat weiter auf dees G'schpiel nit extra
aufpaßt.

a
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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Die schö' Cenzi vo' Mitte'wald"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Barth, Ferdinand
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Fenster <Motiv>
Regierungsbezirk Oberbayern
Beobachtung
Karikatur
Stricken
Geliebter
Junge Frau <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
In Copyright (InC) / Urheberrechtsschutz
Creditline
Fliegende Blätter, 56.1872, Nr. 1405, S. 193

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