von Ried, ein Faſold und ein Rüdiger von Trens, ein Wittich, Rüdiger und
Hagen von Matrei, ein Siegfried, Albhart und eine Helka von Goldeck, ein
Eckart von Troſtburg, oder aus höfiſcher Epik ein Parzival von Saleck, Lanze—
lot von Thurn, Iwein von Rothenſtein, eine Iſolde von Katzenzungen?“s und
andere. In Sieiermark hören wir von Triſtan von Teufenbach und einer Lu—
nete7°%, einem Erec und einer Eneit'ie, in Kärnten von einer Eneit und einer
Iſolde't, in Baiern neben vielen anderen von einem Iwein von Pernſtain,
Wigalois von Nordholz, Parzival von Aichperg, Gamuret von Rorbach, von
Gawein dem Trauner, von einer Lunete von Freyberg, Arabell von Fraun—
hoven, Herzeloide von Ahaim'?. Am Rhein ſtoßen wir auf den Domherrn
Parzival von Elg7!3, 1339 und 1347 auf einen Rennewart von Stralenberg712a,
auf einen Iwein von Spanheim, eine Iſalde von Braunsberg', weſtlicher ſchon
1217 auf eine Iſalde, die Tochter Herzog Heinrichs von Limburg's, in Schwa—
ben auf einen Triſtan von Scharenſtetten?s, im Hegau 1342 auf eine Herze—
laude von Tengen'tes, in der Baar und der nahen Schweiz auf eine Siguna
Bletz von Rottenſtein, die ſich 1486 mit Dietrich von Hallwyl vermählte, und
ihre Enkelin Siguna von Hallwyln, in Franken noch 1505 auf einen Parzival
von Sedendorf”!7, und ein Parzival Hurter verſah Heroldsdienſte bei Hagen—
bachs Hinrichtung in Breiſach'zs.
Hier bietet ſich alſo eüne neue Quelle für die Frage nach dem
Publikumdermhd. Oichtun g. Allerdings darf man bei den deutſchen
Namen nicht jeden Dietrich oder Hildebrand unmittelbar auf die Heldenepik zu—
rückführen wollen, und auch unter den höfiſchen Namen, bei denen meiſt eine
Beziehung zur Literatur vorliegen wird, begegnen bereits zwiſchen 764 und 784
zweimal ein Ivvan, im 12. Jahrhundert ein Ebanus de Chamer, ſchon 807 ein
Triftan?!®, um 1007 ein Parzival von Caldes'?o, ſämtliche lang vor den deut—
ſchen Epen. /
Gelegenheitsfunde nützen dabei freilich nicht viel. Eigentlichen Wert haben
erſt ſyſtematiſche Forſchungen, wie ſie für Tirol von J. V. Zingerle, für Baiern
von F. Panzer, für Mittel- und Niederdeutſchland von E. Kegel, für Eilharts
708 J. V. Zingerle, Germ. 1, 290—5,
709 v. Zahn, Mitt. d. hiſt. Ver. f. Steiermark 29, 45. 51.
710 J. W. Nagl u. J. Zeidler, Ot.-öſterr. Literaturgeſch. I, 200.
7 ebd., S. 214
712 Ir. Panzer, Philol. Studien, Feſtſchr. f. Ed. Sievers 1806, S. 205 - 20.
713 A. Birlinger, 3752l 32, 128 f.; E. Kegel, Die Verbreitung der mhd. erzäh—
lenden Literatur in Mittel- und Niederdeutſchland (Hermaea 3), S. 65.
713a Fneſchke IX, 72; F. X. Remling, ürkundenbuch z. Geſch. d. Biſchöfe von
Speyer I, 544.
714 J. Meier, Beitr. 16, 86, Anm.; vgl. ebd. S. 81—5.
715 &. Wagner, Eilhart von Oberg Triſtrant (Rhein. Beitr. u. Hülfsbücher z.
germ. Philol. 5) 1924.
716 Panzer, wie oben, S. 218 Anm.
716a Kindler v. Knobloch I, 210.
716b gindler v. Knobloch I, 530.
27 Panzer, S. 211 Anm.
718 Bauer, Germ. 18, 214.
719 Panzer, S. 208.
720 Zingerle, S. 294.
77
Hagen von Matrei, ein Siegfried, Albhart und eine Helka von Goldeck, ein
Eckart von Troſtburg, oder aus höfiſcher Epik ein Parzival von Saleck, Lanze—
lot von Thurn, Iwein von Rothenſtein, eine Iſolde von Katzenzungen?“s und
andere. In Sieiermark hören wir von Triſtan von Teufenbach und einer Lu—
nete7°%, einem Erec und einer Eneit'ie, in Kärnten von einer Eneit und einer
Iſolde't, in Baiern neben vielen anderen von einem Iwein von Pernſtain,
Wigalois von Nordholz, Parzival von Aichperg, Gamuret von Rorbach, von
Gawein dem Trauner, von einer Lunete von Freyberg, Arabell von Fraun—
hoven, Herzeloide von Ahaim'?. Am Rhein ſtoßen wir auf den Domherrn
Parzival von Elg7!3, 1339 und 1347 auf einen Rennewart von Stralenberg712a,
auf einen Iwein von Spanheim, eine Iſalde von Braunsberg', weſtlicher ſchon
1217 auf eine Iſalde, die Tochter Herzog Heinrichs von Limburg's, in Schwa—
ben auf einen Triſtan von Scharenſtetten?s, im Hegau 1342 auf eine Herze—
laude von Tengen'tes, in der Baar und der nahen Schweiz auf eine Siguna
Bletz von Rottenſtein, die ſich 1486 mit Dietrich von Hallwyl vermählte, und
ihre Enkelin Siguna von Hallwyln, in Franken noch 1505 auf einen Parzival
von Sedendorf”!7, und ein Parzival Hurter verſah Heroldsdienſte bei Hagen—
bachs Hinrichtung in Breiſach'zs.
Hier bietet ſich alſo eüne neue Quelle für die Frage nach dem
Publikumdermhd. Oichtun g. Allerdings darf man bei den deutſchen
Namen nicht jeden Dietrich oder Hildebrand unmittelbar auf die Heldenepik zu—
rückführen wollen, und auch unter den höfiſchen Namen, bei denen meiſt eine
Beziehung zur Literatur vorliegen wird, begegnen bereits zwiſchen 764 und 784
zweimal ein Ivvan, im 12. Jahrhundert ein Ebanus de Chamer, ſchon 807 ein
Triftan?!®, um 1007 ein Parzival von Caldes'?o, ſämtliche lang vor den deut—
ſchen Epen. /
Gelegenheitsfunde nützen dabei freilich nicht viel. Eigentlichen Wert haben
erſt ſyſtematiſche Forſchungen, wie ſie für Tirol von J. V. Zingerle, für Baiern
von F. Panzer, für Mittel- und Niederdeutſchland von E. Kegel, für Eilharts
708 J. V. Zingerle, Germ. 1, 290—5,
709 v. Zahn, Mitt. d. hiſt. Ver. f. Steiermark 29, 45. 51.
710 J. W. Nagl u. J. Zeidler, Ot.-öſterr. Literaturgeſch. I, 200.
7 ebd., S. 214
712 Ir. Panzer, Philol. Studien, Feſtſchr. f. Ed. Sievers 1806, S. 205 - 20.
713 A. Birlinger, 3752l 32, 128 f.; E. Kegel, Die Verbreitung der mhd. erzäh—
lenden Literatur in Mittel- und Niederdeutſchland (Hermaea 3), S. 65.
713a Fneſchke IX, 72; F. X. Remling, ürkundenbuch z. Geſch. d. Biſchöfe von
Speyer I, 544.
714 J. Meier, Beitr. 16, 86, Anm.; vgl. ebd. S. 81—5.
715 &. Wagner, Eilhart von Oberg Triſtrant (Rhein. Beitr. u. Hülfsbücher z.
germ. Philol. 5) 1924.
716 Panzer, wie oben, S. 218 Anm.
716a Kindler v. Knobloch I, 210.
716b gindler v. Knobloch I, 530.
27 Panzer, S. 211 Anm.
718 Bauer, Germ. 18, 214.
719 Panzer, S. 208.
720 Zingerle, S. 294.
77



