Triſtrant von K. Wagner angeſtellt wurden. Ihnen ſchließe ich mich im fol—
genden an.
Am beliebteſten waren aus dem höfiſchen Epos die Geſtalten Wolframs,
den jüngeren Titurel nach mhd. Anſchauung inbegriffen. Beſonders ſchätzte
man natürlich die glatten, geſchmeidigen Namen, und ſo finden wir wohl keinen
ſo häufig wie den der Sigune, der in Tirol bei den Geſchlechtern von Kolb,
Stufels, Heuberg, Hettingen, Perchtingen, Villanders, Pitrich, Tſchöz — wo
auch ein Parzival und ein Siegfried vorkommen —, Gözens, Eps, Freunds—
berg, in Baiern bei denen von Grans, Puchberg und einer Unmenge anderer
nachweisbar iſt. Andererſeits ſchreckte man aber z. B. bei denen von Herzheim
auch davor nicht zurück, den Schianatulander zum Gevatter zu bitten. Von
großer Beliebtheit war in Baiern dann der Name Wigalois. Aus Hartmanns
Werken nahm man den Iwein und die Lunete, aber ſelten den Erec, aus Eil—
harts oder Gotfrids Epos den Triſtan und die Iſolde mit beſonderer Vorliebe.
Deutlich heben ſich mehrere Familien ab, die den Brauch vornehmlich pfle—
gen. Bei den bairiſchen Zengern begegnen mindeſtens ſechs Herren des Namens
Parzival und drei des Namens Triſtan, bei den Aichpergern zwei Parzivale, ber
den Stauffern heißen drei Geſchwiſter Gramoflanz, Feirefiz und Secundille,
und im gleichen Geſchlecht iſt noch eine Herzeloide zu finden. In Tirol treffen
wir einen Triſtan, eine Iſolde und einen Gawein von Maienburg, vier Parzi—
vale von Weineck, drei Parzivale von Annenberg, ſechs Grafen von Brandis
des Namens Hildebrand. Die von Enna hatten fünf Etzel, die von Rothen—
burg drei Siegfriede, die von Niderthor eine Iſolde neben einem Hildebrand
und einem Volker. In Schwaben war der Vorname Triſtan bei den Truch—
ſeß von Waldeck häufig und begegnet zuletzt 15537?1. Bei denen von Hattſtatt
im Oberelſaß bemerken wir im 14. und 15. Jahrhundert einen Gauwin und
drei Wigleys bezw. Wiglis'?à.
Manche Familie iſt uns ſchon von anderer Gelegenheit her bekannt, und es
iſt überhaupt auffällig, wie oft wir dort, wo wir eine Handſchrift oder gar eine
Bücherei nachweiſen konnten, auch auf ſolche Namen ſtoßen. In Tirol ſind es
z. B. die Annenberger mit drei Parzivalen und einer allerdings erſt dem
12. Jahrhundert angehörenden Anna Ginovre, in Oberöſterreich die Volken—
ſtorfer mit einem Wiguleus“-. Aus dem Südweſten ſind die Herzeloiden von
Klingen, Fürſtenberg und Rappoltſtein zu nennen, zu denen noch, auch ver—
wandtſchaftlich verbunden, alg vierte eine Gräfin von Pfirt kommt'?-?. In
Baiern hören wir neben den oben erwähnten Stauffern von einem Parzival
Schilwatz, einer Sigune von Ortenburg, einer Sigune von Waldeck, die ihrer
Tochter den gleichen Namen gab, einer Iſolde und einem Wigalois von Wolf—
ſtein, einer Sigune von Thor, die den Ludwig Pütrich heiratete. Jakob Pütrich,
der Verfaſſer des Ehrenbriefes, nannte einen Sohn Gamuret, bei denen von
Gumppenberg ſind eine Lunete und eine Aleys zu finden, und bei den Fraun—
721 v. Alberti IL, 969 f.; vgl. auch Regeſten d. Markgrafen von Baden I, bearb. v.
R. Feſter, Nr. 3626, 4139.
721a Kindler v. Knobloch I, S47 f.
722 Siebmacher IV, 5 (Oberöſterreich), S. 542 f.
723 Panzer, wie oben, S. 213, Anm. 2.
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genden an.
Am beliebteſten waren aus dem höfiſchen Epos die Geſtalten Wolframs,
den jüngeren Titurel nach mhd. Anſchauung inbegriffen. Beſonders ſchätzte
man natürlich die glatten, geſchmeidigen Namen, und ſo finden wir wohl keinen
ſo häufig wie den der Sigune, der in Tirol bei den Geſchlechtern von Kolb,
Stufels, Heuberg, Hettingen, Perchtingen, Villanders, Pitrich, Tſchöz — wo
auch ein Parzival und ein Siegfried vorkommen —, Gözens, Eps, Freunds—
berg, in Baiern bei denen von Grans, Puchberg und einer Unmenge anderer
nachweisbar iſt. Andererſeits ſchreckte man aber z. B. bei denen von Herzheim
auch davor nicht zurück, den Schianatulander zum Gevatter zu bitten. Von
großer Beliebtheit war in Baiern dann der Name Wigalois. Aus Hartmanns
Werken nahm man den Iwein und die Lunete, aber ſelten den Erec, aus Eil—
harts oder Gotfrids Epos den Triſtan und die Iſolde mit beſonderer Vorliebe.
Deutlich heben ſich mehrere Familien ab, die den Brauch vornehmlich pfle—
gen. Bei den bairiſchen Zengern begegnen mindeſtens ſechs Herren des Namens
Parzival und drei des Namens Triſtan, bei den Aichpergern zwei Parzivale, ber
den Stauffern heißen drei Geſchwiſter Gramoflanz, Feirefiz und Secundille,
und im gleichen Geſchlecht iſt noch eine Herzeloide zu finden. In Tirol treffen
wir einen Triſtan, eine Iſolde und einen Gawein von Maienburg, vier Parzi—
vale von Weineck, drei Parzivale von Annenberg, ſechs Grafen von Brandis
des Namens Hildebrand. Die von Enna hatten fünf Etzel, die von Rothen—
burg drei Siegfriede, die von Niderthor eine Iſolde neben einem Hildebrand
und einem Volker. In Schwaben war der Vorname Triſtan bei den Truch—
ſeß von Waldeck häufig und begegnet zuletzt 15537?1. Bei denen von Hattſtatt
im Oberelſaß bemerken wir im 14. und 15. Jahrhundert einen Gauwin und
drei Wigleys bezw. Wiglis'?à.
Manche Familie iſt uns ſchon von anderer Gelegenheit her bekannt, und es
iſt überhaupt auffällig, wie oft wir dort, wo wir eine Handſchrift oder gar eine
Bücherei nachweiſen konnten, auch auf ſolche Namen ſtoßen. In Tirol ſind es
z. B. die Annenberger mit drei Parzivalen und einer allerdings erſt dem
12. Jahrhundert angehörenden Anna Ginovre, in Oberöſterreich die Volken—
ſtorfer mit einem Wiguleus“-. Aus dem Südweſten ſind die Herzeloiden von
Klingen, Fürſtenberg und Rappoltſtein zu nennen, zu denen noch, auch ver—
wandtſchaftlich verbunden, alg vierte eine Gräfin von Pfirt kommt'?-?. In
Baiern hören wir neben den oben erwähnten Stauffern von einem Parzival
Schilwatz, einer Sigune von Ortenburg, einer Sigune von Waldeck, die ihrer
Tochter den gleichen Namen gab, einer Iſolde und einem Wigalois von Wolf—
ſtein, einer Sigune von Thor, die den Ludwig Pütrich heiratete. Jakob Pütrich,
der Verfaſſer des Ehrenbriefes, nannte einen Sohn Gamuret, bei denen von
Gumppenberg ſind eine Lunete und eine Aleys zu finden, und bei den Fraun—
721 v. Alberti IL, 969 f.; vgl. auch Regeſten d. Markgrafen von Baden I, bearb. v.
R. Feſter, Nr. 3626, 4139.
721a Kindler v. Knobloch I, S47 f.
722 Siebmacher IV, 5 (Oberöſterreich), S. 542 f.
723 Panzer, wie oben, S. 213, Anm. 2.
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