Deutsche Kriegszeitung — 1917

Page: 13 1
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/feldztgdkz1917/0097
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
FllirftrLerte Wochen'AuSgabe

r-r7»rrr

Serltner Koknl Anzeiyer

»W»»>»»>»»»»»»»»»»»>»»»»»»»W«W»»»»>»»«»»>>»»WW»»W»»»»»»WW»«W»»WW«»Ä»,»M'»'I,!M.ASMWW... >, II!I« ,»,„ IU > NI«»>»s IMSSWiW.'.MSWLZA.

klus grofzer Zeit.

von einem alten pceußischen Gffjzier.

OXXXVIII.

Der feindlichen Gesamtoffensive dritter
Akt!

^ieser dritte Akt der aller Welt laut
oerkündet-en und mit Borschußlor-
beer reich bekränzten Gesamtoffensive der
Entente ist nunmehr mit Sarrails ver-
geblichen Versucherr, nördlich von Mo?
nastir mit ungeheuren Opsern den freien
Weg, sei es nach Norden nach Serbien
hinein oder über Resna nach dem er-
fehnten Meeresgestade zu erzwingen,
vorläusig wirkungslos verpusft. Hatte
Hindenburgs Strategie im Westen dem
Feinde das Spiel verborben, so war es
im Osten der Engländer, der durch seine
Revolutionsschürerei dem Ententebruder
jede Möglichkeit einer Ossensive nahm.
Sarrail dürste unter diesen Umständen
wohl mit schwerem Herzen den Befehl,
seine Ausgabe bei dem bereits verlorenen
Spiel durchzusühren, befolgt haben, um
so mehr, als mit Briaüd die Hauptstütze
des Salonikier-Unternehmens von der
Kriegsschaubühne abgetreten war. Viel-
leicht trieb ihn aber auch das Gefuhl der
Verzweiflung; denn seine Zufuhr wird
durch die eine Bahn nach Brindisi un-
möglich gedeckt werden können, während
unsere U-Boote im Mittslmeer ihr Spiel
mit den Transportdampfern des Feindes
unermüdlich erfolgreich weiterspielen.
Auch sein Vertrauen auf Erfolg einer



^ _lrrrr

öer'LBiesbttöe»







Offensive bei Monastir kann nicht groß
gewesen sein, wenn er etwa seiue Hoff-
nung lediglich aus die Unterstützung durch
serbisch-albanische Banden gesetzt haben
sollte, mit denen unser österreichisch-
ungarischer Bundesgenosse — wie seine

zahlt, während ihn die englischen Trup-
pen aus dem rechten Flügel der Entente-
armee in der Gegend des Doiran-Sees
nur sehr lauwarm unterstützten. Kein
Wuuder; denn die Engländer werden
zweifellos heute bereits mit einem Auge

6cepitünteuLnclnt Moraht, ph°t uuuns

kommanclant äes U-Vootes, äas im Illiltellänclischen Meer äas fcanzösische Gcoßkamps-
schiff „vanton" äurch Torpecloschuß vecnichtete.

Berichte zeigten — leichtes Sp'iel hatte,
sooft sie westlich des Ochrida-Sees und
nördlich der Vojusa vffen aufzutreten
wagten. So hat denn Sarrail seinen
Anteil an der Gesamloffensive mit einem
schweren blutigen Verlust, der auf 50 000
Mann an Toten und Verwundeten ge-
schätzt wird, in zehntägigem, vergeblichem
Ansturm gegen die chöhenstellungen
nördlich und nordwestlich Monastir be-

rückwärts nach dem Meere schauen, auf
dessen breitem Rücken sie wie einst uon
der Halbinsel von Gallipoli entwischen
zu können hoffen, salls die Lage sich
weiterhin verschlimmern sollte. Mit
diesem Gedanken im Herzen dürsten sie
wenig Lust verspüren, sich allzu weit von
der retten'den Küste zu entfernen. So
bleibt von den vier Unternehmungen,
durch die die Zentralmächte zermalmt

werden sollten, nur noch Jtaliens Offen-
sive übrig. Nun kommt aber bei Jtalien
in Betracht, daß dieses bereits seit gerau-
mer Zeit von einer kommenden Offen-
sive Hötzendorfs geredet hat. Es weiß
ganz genau, daß die österreichisch-unga-
rische Offensive in den Sette Comuni nur
durch Rußlands Entlastungsoffeusive
zum Stehen gebracht wurde, und wenn
man unter den heutigen Umständen den-
noch von Jtalien einen ernsten Vorstoß
erwartet, so dürfte es diesen sicherlich
mcyr mit hochgesp'annten Erwartunge?.
unternehmen. Kurz, die Gesamtoffensive
des Feindes ist auf drei Seiten geschei-
tert, und Ztalien weiß heute noch nicht,
ob es angreifen kann oder angegrissen
werden wird. Es ist in der Tat nicht
um die Aufgabe zu beneiden, in diesem
Ententetrauerspiel der gescheiterten Os-
feusive im Schlußakt die Hauptrolle
spielen zu müssen.

Bevor wir zur Betrachtung der daten-
mähigen Sarrailschen Offensive über-
gehen, wollen wir jedoch die Vorgänge
auf dem westlichen und östlichen Kriegs-
schauplatz betrachten.
hindenburgs strategische Frontverände-
rung

im Westen fällt nachgerade unseren
Gegnern auf die Nerven, weil sie immer
uoch nicht wissen, was der grohe Kriegs-
schachmeister plant, und in dem nahezu
ungangbar gemachten Golünde sich einer
ihnen unheimlich erscheinenden Zukunft
entgegentasten müssen. Regen und
Schneetreiben begünstigten sie in dieser
undankbaren und schwierigen Aufgabe
am 20. März keineswegs, und die Eng-
lünder wurden an diesem Tage, statt vor-
würts zu kommen, von unseren Sicherun-
gen Zwischen Arras uud Bertincourt
(9^- Kilometer ostsüdöstlich Bapaume)
sogar mehrfach zum Zurückgehen ge-
zwungen. Dieselbe Erfahrung machten
die Franzosen nordöstlich von Ham, an
der Straße nach St.-Quentin und nörd-
lich von Soissons. —

Der 21. März brachte zwifchen Lens
und Arras Gefechte von Erkundungs-
abteilungen, denen lebhaftes Artillerie-
feuer vorangegangen war. — Französi-
sche Zusammenstöße mit unseren Sicher-
heitstruppen an der Somme und zwi-
scherr dieser und der Oise verliesen durch-
aus günstig für uns. Auch nördlich der
2lisne wurden an diesem Tage bei
Chivres und Missy, unmittolbar ani
Wostrnnde des Rayons der kleincn alteu
loading ...