Deutsche Kriegszeitung — 1917

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Fllriftrrerte Wochen-AuSgabe

H e r-cr u S y e y e b e n r» c» rn

Keelinee Kokal AnIeiyee

6us grotzer Zeit.

von einem alten preußischen Gfsizier.
EXOIH.

Unser neuer Sieg im Wesien.

achdem die Engländer in den beiden
ersten Schlachten bei Arras bei „nn-
erhört hohen Verlusten" schmere Nieder-
lagen erlitten hatten, schien ihre Kamps-
sähigkeit so erschuttert, daß die Annahme
nahe lag, der Gegner merde sein veraeb-
liches Anstürmcn nicht wiederholen. Die
Lage in England scheint jedoch eine mei-
tere Kraftanspannung gebieterisch ge-
fordert zu haben, und man bemerkte denn
auch deutscherseits bereits am Tage nach
der zweiten Schlacht seindliche Maß-
nahmen, die auf eine Wiederaufnahme
des Durchbruchversuches schließen liehen.
Das sich steigernde Artilleriefeuer ließ
ebensalls keine andere Deutung zu, und
zu demselben Schlusse führten Jnfanterie-
teilangrifse des Feindes am 24. und 25.
April, die besonders bei dem von den
Engländern als bereits erobert gemel-
deten Gavrelle zu schweren Kämpfen
lührten, ohne daß es dem Angreifer ge-
lungen wäre, unsere Linien voni Ost-
rande des Ortes abzudrücken.

Zu gleicher Zeit setzten wiederholte
Angriffe an der Strahe Arras—Cambrai
aus der Strecke Monchy—Vancourt ein.
Auch diese brachten dem Feinde lediglich
schwere Verluste.

r/o/r ei/re/rr 7er7/re^/Trer/


Dort, südlich der Scarpe-Niederung,
griffen englische Divisionen am Nachinit-
tng des 24. April in breiter Front an.
Sie kamen in dichten Massen aus der
Front Monchy-Vancourt auf das
! Schlachtseld, um zum Teil bereits durch

das deutsche Feuer, zum Teil aber in
hartem Nahkampf unter den schwersten
Verlusten geworsen zu werden. Den
Weichenden folgten deutsche Gegenstöhe
auf dem Fuh, und unsere Jnfanterie
machte dabei 660 Gefangene. Die Masse
der vor unserer Front liegenden Toten
und Verwundeten legte ebenso Zeugnis
für die Niederlage des Feindes ab wie
die Trümmer mehrerer der berühmten
„Tanks", die sich dem Feuer unserer Ar-

tillerie nicht gewachsen gezeigt hatten. —
Trotzdein versuchte der Engländer auch
ani nächsten Tage mit Teilangrissen zu
erreichen, was seinem großen Angriff auf
breiter Front versagt geblieben war.
Südlich der Scarpe verlegte er seinen

Ansturm auf unsere Linie nördlich
Monchy, wurde aber dreimal blutig ab-
gewiefen. Diese Teilangriffe hatten uns
natürlich gezeigt, daß der Feind an dem
Erfolg noch nicht verzweifelte, oder daß
er wenigstens entschlossen war, bezie-
hungsweise den Befehl hatte, unter allen
Umstönden diesen noch zu erzwingen.
Auch der im Verlaufe des 26. April
abends in breiter Front einsetzende 2lr-
tilleriekampf, während dessen unsere

Batterien westlich Lens sich sammelnde
Jnfanterie des Gegners wirksam be-
schossen, bewies die Richtigkeit dieser An-
nahme. Zunächst blieb es feindlicherseits
allerdings nur bei Erkundungsvorstößen,
aber am 27. April ging der Feind südlich
der Scarp'e zu beiden Seiten der Straße
Arras—Cambrai vor und wurde wiede-
rum blutig abgeschlagen. Auch bei
Monchy brachen mehrere seiner Angrisfc
zusammen.

Die dritte Schlacht bei Arras

entbrannte aber erst in voller Wucht am
28. Äpril in den Morgenstunden nuf
30 Kilometer Frontbreite. Auch diesem
dntten Versuch des Feindes, unter Einsatz
aller versügbaren Kräfte und nach lang-
stündigem Trommelfeuer die deutschen
Linien zu durchbrechen, war vollständiges
Mißlingen beschieden. Stahl, Staub,
Gas und Rauch bildeten die bewegliche
Mand, hinter der die englischen Sturm-
kolonnen gegen den feldgrauen deutschen
Wall anstürmten. Schon schien dem
Feind Erfolg zil winken; schon hatte er
in dem als Vorstellung von uns besetzten
A:leux und in den Stellunaen bei Oppy,
Eavrelle und Roeux Fuß gesaßt, als ihn
der zermalmende Gegenstoß der deutschen
Jnfanterie tras. Wütend verteidigte e«
das so blutig Errungene, aber i-m Kampse
Mann gegen Mann muhte er unterliegen
und wurde bis über die alten deutschen
Stellungen hinaus zurückgeworfen. Nur
die Trümmer des nunmehr als Vorstel-
lung entwerteten Arleux wurden ihm ge-
lassen. — Auch südlich der Scarpe ver-
rnochte sein mehrsach wiederholter An-
sturm gegen unsere braven Grabenbe-
satzungen nichts auszurichten, obgleich die
Grüben von dem feindlichen Trommel-
feuer vollständig zerschossen warem Auf
dem rechten und linken Flügel der lang-
gezogenen Schlachtlinie hatte bereits das
Feuer unserer vortrefflichen Artillerie
genügt, die Angriffswellen des Feindes
in den Staub zu werfen.

Die Schlacht war für uns gewonnen.
und auch vier Teilangrisfe, die der En-g-
länder noch im letzten krampfhaften Ver-
such gegen Oppy schleuderte, vermochten,
da sie fcheiterten, das Geschick dort
nicht mehr zu seinen Gunsten zu wenden.

Die neue englische Iliederlage

bedarf noch einer eingehenden Betrach-
tung.

Wiederum ist dem englischen Feinde
der Ansturm in der Ebene östlich des

Gcneraloberst Freiherr v. Lcrlkenhausen,
ckec neue Genecalgouvecneuc von velgien.

Spezialaufnahme d-r „D-utschen Ari-sszeitung'.
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