Deutsche Kriegszeitung — 1917

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Nr. 52 - 30. Dezember 1917

Preis 1H Pfenmg

Jlluftrrerle Wochen-AuKyabe

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Serliner Koknl-Anzeiyer

klus grosZer Zetl

von einem cilten preuftischen Gffiziec
6I.XXVII.

Ein hoffnungsvolles ireujahrsfesk!

^um viertenmal seit Beginn des Vül-
0 kerringens schlägt uns „des Jnhres
letzte Stunde", aber menn der Klang der
Siloesterglocken ouch ernst wie immer
ist, so mischt sich diesnml doch ein Iubel-
ton hinein, des Jubels über den sicheren
Sieg, der Hoffnung darauf, dah das
Jahr 1918 uns den Frieden bringen
wird. Freuen wir uns in erster
Linie des Sieges, der nach den Ereig-
nissen des scheidsnden Jahres uns nicht
mehr zu entreißen ist, und halten wir
uns die Worte vor Augen, die unser
Hindenburg uns in dieser Stunde zu-
rufen ließ:

„Reden wir nicht zuvielvom
Frieden, nur der Sieg führt
zu ihm, so w a r's im Osten, so
w i r d's ü b e r a ll s e i n. Siegund
Frieden kommen gewiß, sie
kommen um so eher, je e i n ig e r
w i r i m I n n e r n s i n d u n d j e st ä r-
ker wir ertragen, was nun

einmal get r ^ ^ ^ ^ »c- h » n m n ü.,

Militiiri>E . ...
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lichkeit war und ist gegen das Erleben
und Ertragen unserer chelden da
draußen.

Die kämpfe unserer oslafrikanischen
Helden,

die abgeschnitten von der Heimat lange
Jahre hindurch dem vielfach überlegenen

Jn den ersten zwanzig Monaten des
heißen Ringens gelang es der tapferen
Truppe, in siegreichen Gefechten bei
Tanga vom 2. bis 5., am Lopidoberg am
3. und 4. Noo. 1914 und bei Mbuguni
am 14. Juli 1915 den Feinden emp-
findliche Schlappen beizubringen und er-
folgreiche Vorstöße gegen die Uganda-

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. -



Generaloberst v. Lichhorn,
wurüe zum GenercUfelclmarschciü ernunnt.


!roischeir Widerstand leisteten,
I leider heute noch nicht ganz
rfolgen, da wir aus den feind-
sichten unmöglich die volle
cheststellen könneu. Nur eins
>ir bestimmt, daß die tapfere
sche Schutztruppe uirter der
des Generals v. Lettow-Vor-
leistete, als das Vaterland von
warten berechtigt war.

bahn zu unternehmen. Selbst im Nord-
westen und Westen sowie auf dem Tan-
ganjika-See und an der Grenze gegen
Nordostrhodesien errang sie trotz ihrer
Schwäche Erfolge. Für die deutsche
Truppe gab es aber nicht, wie für den
Feind, ungehinderten Nachschub nn Men-
schen und Material, und wenn auch die
englische Blockade der Ostküste zweimal
durchbrochen wurde, so wurde doch die

Lage der Tapferen im März 1916, alS
England mit Hilfe der Südafrikanischen
Union, der Belgier und Portugiesen zuin
einkreisenden Angriff überging, eine ver«
zweifelte. Nach hartnäckigem, vielfach
erfolgreichem Widerstand, entschloß sich
die deutsche Führung, den größten Teil
der Kolonie aufzugeben und in das Ge>
biet zwischen dem Njassasee und der
Küste nördlich des Rowumn zurückzu-
gehen. Die englischen Seestreitkräfte
halfen dem Feinde, sich der Küstenplätze
zwischen der Rufidji- und Rowumamün-
dung zu bemächtigen, und da dem von
Westen her vordringenden Gegner auch
das Gebiet von Songea in die Hände
fiel, verblieb 1916/17 nur noch das Ge-
biet zwischen der Östküste, dem Ruhudje-
KUombero-Rufidjifluß im Novden, dem
Rowuma im Süden und einer wahr-
scheinlich vom oberen Ruhudje nach dem
Rowuma bei Sassawara lausenden Linie
in deutschen Händen.

Gerade das Frühjahr 1917 sollke aber
der Übermacht der Verbündeten gegen-
über den Beweis liefern, wie überlegeii
als Kampftruppe unsere schwache ost-
afrikanische Streitmacht war. Während
die südafrikanischen Truppen der Eng-
länder der Regenperiode nicht gewachsen
waren und zurücktransportiert werden
mußten, die kongostaatlichen Truppen
aber ebenfalls auf dem Abtransport von
Tabora waren und die über den Rowu-
ma zurückgeworfenen Portugiesen einen
neuen Angrisf noch nicht zu unternehmen
wagten, nahmen unsere Tapferen, für die
eine Regenperiode kein Grund zur
Kampfpause zu sein schien, den Angriff
wieder auf. Nach Westen und Nord-
westen in Richtung Tnbora, nach Süden
auf portugiesisches Gebiet und nach Osten
gegen die Kiiste richteten sich die deut-
schen Hauptstöße, mit Nebenunterneh-
mungen gegen Kilossa und Jringa. Eine
kleine Kolonne von 400 Mann unter
Hauptmann Wintgens durchbrach die
rhodesischen und Njassalandtruppen und
strebte in Eilmärschen Tabora zu, immer
wieder den sich nnhängenden Gegner
blutig abweisend. Die tapfere, kleine
Schar, zu deren Bewältigung auch die
Kongotruppen zurückgeholt waren, da
die englische Übermacht dem Feinde noch
nicht auszureichen schien, erlag schließlich,
nachdem sie durch Erkrankung ihren hel-
denhaften Führer verloren und im er-
solgreichen Kleinkrieg ihre letzte Muni-
tion verschossen hatte. Angeblich sünf-
zehn Europäer und 160 bis 180 Askaris
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