Deutsche Kriegszeitung — 1918

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von einem olten rreuftischen G^s'ne'-.

oeiv.

Die Vernichtung der feindlichen kriegs-

mittel.

H ß nser erstes Ziel bei der großen Offen-
sive im Westen, als deren Anfangs-
tag der 21. März des Jahres zu betrach-
ten ist, war die Vernichtung der
lebenden und toten Kriegs-
mittelderEntente. Wurden bei
der Durchsührung dieser selbstgestellten
gewaltigen Aufgabe auch viele tausend
Quadratkilometer feindlichen Bodens ge-
wonnen, so hatten wir doch in diesem
wertvollen Gewinn nur eine Begleiter-
scheinung unseres Erfolges und nicht die-
sen selbst zu erkennen; allerdings eine Be-
gleiterscheinung, die in weiteren Stadien
der begonnenen Offensive infolge der
geographischen Loge des gemachten Ge-
winnes wohl zu einem Hauptfaktor des
Endsieges werden könnte, aber unserer
cheeresleitung jedenfalls in dem ersten
Vierteljahr des begonnenen gewaltigen
Ofsensivkampfes nicht als Hauptziel vor
Augen stand. — Was dieses selbst anbe-
trifst, so dürfte auch ein einsichtsvoller
Gegner zu der Erkenntnis gekommen
sein, daß wir in vollstem Maße in drei
kurzen Monaten erreichten, was wir zu
erreichen uns vorgenommen hatten. Be-
reits vor seinen nutzlosen Gegenstößen in
der letzten Woche des Monats Juni
hatte die Einbuße des Feindes an leben-

Helden der L«sl

Immelmann f Meine Kampfflüge

Selbsterlebi und selbsterzähll von Oberleutnan«
Max .gmmelmann in Briefen an selne Muiler /
Mii 28 Orlginalau'nabmen und Skizzen

Doppeldecker „c 666"

Als Flieger !m Westen / Von Oberleuinani
Heydemarck / Erlebniste beim Aufklarungsdienst

„ Z ckSck " Zm Zeppelin gegen Äukarest

Von Karl Werner Daniwori, Leutnani und
Erstem Offizier eines „L"-Lustjchifscs - Lustangriff
gegen die Haupistadt Rumäniens

Als Kampfflieger am Suezkanal

Von Leutnani Hans Henkelburg. Erlebniffe einer
Zagdstaffel / Mit 16 Äbbildungen
/er/eL Luc/r / ZL />/.

2 70 />/.

Verlag August Scherl G.m.b.H.

dem Kriegsmaterial, d. h. an Menschen,
die Höhe von einer Million erreicht oder
überschritten und damit in die Gesamt-
rüstung der Gegner eine Lücke gerissen,
die auch durch den ersehnten Zustrom
aus Amerika nicht rechtzeitig mehr aus-
gefüllt werden kann, und das Wort

„rechtzeitig" hat heute eine ganz gewal-
tige Bedeutung.

Eine genaue Feststellung des feind-
lichen Verlustes oder unserer Beute war
natürlich bei der Ausdehnung des
Kampfgeländes und bei der Geschwin-
digkeit, mit der sich in diesem ersten Teil
unserer Offensive die Schläge folgten,
während der sich abspielenden Ereig-
nisse ausgeschlossen. Selbst der Laie am

Biertisch der Heimat hat am Cnde des
vierten Kriegsjahres so viel gelernt, daß
er weiß, daß die im Kampfe stehenden
Truppen und Stäbe vorläufig etwas an-
deres zu tun haben, als zur Stillung
seines nur durch Zahlen zu befrie-
digenden Verlangens sich durch Zählen

der Beute aufhalten zu lassen. Pausen
sind bei einem Riesenunternehmen wie
unsere Offensive eine Notwendigkeit, und
wenn diese Pausen nicht durch wichtigere
Beschäftigungen, wie beispielsweise die
Vorbereitungen füx den nächsten Akt des
gewaltigen Kriegsdramas, ganz und gar
ausgefüllt werden, so bieten sie vielleicht
Gelegenheit, auch dem dringenden Ver-
langen des Zahlenfanatikers gerecht zu

werden, und diese Gelegenheit wurde
um so bereitwilliger wahrgenommen,
als sich in der Tat das Maß des Errei-
chens unseres Zieles, die Vernichtung der
feindlichen Kampfmittel, durch Fest-
stellung der gemachten Kriegsbeute am
allgemeinverständlichsten klarmachen
lüßt. Wir müssen nun bei Betrachtuna
der Gefangenenzahlen im Auge behalten,
daß in diesen nur Leute enthallen sind
die über unsere Sammelstellen abgesühr!
werden, daß demnach die große Zahl der
feindlichen Verwundeten, die den Wea
durch die Krankenanstalten fanden, nichi
mitgezählt wurde. Auch die Beute ar
Geschützen und Maschinengewehren ist
noch bedeutend größer, als die ver-
öffentlichten Zahlen uns sagen, denn diese
enthalten natürlich nicht die Geschütze
und Maschinengewehre. die mit Richt-
mitteln, Protzen, Bespannungen und gro-
ßem Munitionsvorrat in unsere Händs
fielen und sofort in Gebrauch genom-
men wurden. Könnten sie mitgezählt
werden, so würden sie die Zahl der ge-
meldeten Beute noch um Tausende an-
schwellen lassen. Aber auch ohne die Ver-
wundeten und ohne die in unseren Dienst
gestellten feindlichen Kriegsmittel mllssen
die Zahlen der Beuteliste auf uns er-
hebend, auf den Gegner aber geradezu
niederschmetternd wirken.

Die Gefangenenzahlen lassen nun zu-
nächst erkennen, daß wir Engländern
und Franzosen gegenüber mit lobens-
werter Unparteilichkeit verfuhren, denn
wir nahmen den ersteren 94 939, den
letzteren 89 099 Leute ab. Noch genauer
stimmt die Einbuße der beiden Gegner
an Offizierenüberein, denn während der
Engländer 4 Generale, 3100 Offiziere in
die deutsche Gesangenschaft wandern
sieht, bleibt der Franzose mit 2 Gene-
ralen, 3100 Offizieren nur um zwei Gene-
rale hinter dieser Zahl zurück. — (Viel-
leicht wäre ihm heute wohler, wenn er
dieses Manko an Generalen aus der Zahl
derjenigen hätte ergänzen dürfen, die
für den frevelhaften Verbrauch seiner Re-
servekräfte verantwortlich waren.) — Die
Gesamtzahl der abgeführten Gefangenen
belief sich auf191454, sodaßPortugiesen,
Belgier und Amerikaner zusammen nur
7416 Köpfe betrugen, was besonders bei
den Portugiesen und Amerikanern auf
schwere blutige Verluste schließen
läßt. — An Geschützen wurden 2476 und
an Maschinengewehren 15 024 als erbeu-
tet gemeldet, und es bedarf nicht einmal

GenerailLutnant o. (Oetinger,
Zührec eines ttrmeekorps im westen.
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