Die Mauer: Feldzeitung — 1917 (Juni-Dezember)

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4. Kriegsja-r^ ^

NMmer 26

Solmakcild, deo 1. Dezember 1917

Die Wilso'nsche Note ist Mlter heuch-
lerischer Maske eine giftgeschwolleae Avklage gegen
vas deutsche Bott, hinter der »nr mammonistische
Ziele stecken. Wir weisen jede Einmischnng in
unsere eigenen Angelegenheiteu entschiedeu zurück.

ReichStagSabgeordneter Fehrrnbach.

Der „bedmemMerteste Schlag."

Herr Lloyd George hat sich durch seine jüngste Pariset
Rede ordentlich in die Nesseln gesetzt. Er hat nämlich auS-
nahmsweise einmal so ziemlich die Wahrheit gesprochen, und
das wird ihm in Paris, vor allem aber in seiner Heimat,
recht übel vermerkt. Nicht als ob das Lloyd George'sche Ein-
geständnis, daß — kurz gesagt — dem Verband bisher allkS
mißraten sei, Franzosen und Engländer überrascht hätte, son-
dern daß er das vor aller Offentlichkeit festgestellt hat, daS
verdenkt man ihm. Diese Rede hätte in eine Geheimsitzung
des englischen Ministerrates gehört, läßt Herr Asquith verlaut-
baren. Ja, hinter verschloflenen Türen mögen die Herren fich
schon so manchmal gegenseitig gestanden haben, daß eS um
die ganze militärische Lage zü Waffer und zu Lande, in West,
Süd und Ost, gar übel steht. Aber von diesen Eingeständ-
nissen dürfen schon die eigeneu Völker nichts hören, geschweige
denn die übrige Welt. Nach außen muß doch Sieg und immer
wieder Sieg markiert werden. Und nun kommt Herr Lloyd
George in eigener Person und wirst dies ganze System über
den Haufen l - Ä

Man kann es den Herrschaften nachfühlen, daß fie unge-
halten sind. Da reden sich die Staatsmänner in Paris und
London einschließlich des Herrn Lloyd George drei Jahre den
Mund wund über die herrlichen Siege, welche die Ententeheere
erfochten haben, über die glänzende Lage an allen Fronten.
predigen Tag für Tag^ daß es nur noch eine kurze Spanne
Zeit dauert, bis Deutschland am Boden liegt. Und jetzt spricht
Herr Lloyd George von der „serbischen Tragödie", der „rumä-
nischen Katastrophe", dem „Zusammenbruch der Mllitärmacht
Rußlands" und llagt dann laut, daß jetzt „daflelde Unglück"

Die letzte Nimlmer der Mauer".

X ^ >., ^ .

Mit überraschung werden unsere Gönner, Mitarbeiter
mnd Leser die Kunde vernehmen, daß mit der vorliegenden
Nummer 26 unsere Feldzeitung „Die Mauer" nach 6monat-
lichem Bestehen ihr Erscheinen wieder einstellt.

Die Gründe dafür hängen zum Teil mit dem Neu-
erscheinen der Armee-Zeitung für die Armee-Abteilung 8, auf
deren Bezug auch an dieser Stelle empfehlend hingewiesen
werden kann, znsammen, zum Teil mit dem Ausscheiden des
Gen. Kdos- des .... A. K. aus unserem Armee-Bereich, in
deffen ^ruckerei die Feldzeitung hergestellt wurde.

Den zahlenden Abottnenten der „Mauer" sei noch mit-
-geteilt, daß die Schristleitung der Armee-Zeitung sich bereit
erklärt hat, die im Dezember^erscheinenden Nummern kosten-
Slos zuzustellen.

So ist es uns also nicht vergönnt gewesen, unser im
heurigen Frühjahr so hoffnungsvoll begvnnenes Werk mit
einer „Friedens-Nummer" zu beschließen. Jhren Daseinszweck
aber, glauben wir, wird unsere „Mauer" erreicht haben, in-
-em sie den Kameraden im Feld und Schützengraben durch
ernsten und heiteren Stoff wie auch durch unterhaltende und
belehrende Abhandlungen aus allen militärischen und wirt-
schaftlichen Gebieten eine Verkürzung ihrer Mußestunden ge-
boten hät.

Zum Schluß sei auch noch den Gönnern, die uns materiell
unterstützten, allen Mitarbeitern und Lesern für das große
Jntereffe gedankt, das sie der Feldzeitung von Anfang an
entgegenbrqchten. ' '

Me Schriftteituug.
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