Gasser, Anna; Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Forschungen in Ephesos (Band 12,1): Die korinthische und attische Importkeramik vom Artemision in Ephesos — Wien: Schindler, 1990

Page: 53
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fie_bd12_1/0055
License: Creative Commons - Attribution - NoDerivatives
0.5
1 cm
facsimile
Oberer Teil des Kopfes einer nach links blickenden
Sphinx oder Sirene; dahinter Teil des Sichelflügels
sichtbar. Der Kopf wirkt ungewöhnlich, die Stirn ist
sehr niedrig, die Nase vermutlich in der Fortsetzung
der fliehenden Stirn spitz vorstehend. Das Auge ist
lang und schmal; auf dem Kopf ist eventuell ein
Haarband und relativ kurzes Haar angegeben, ver-
mutlich handelt es sich aber um eine Kopfbedek-
kung, vielleicht den ägyptischen Kopftüchern ähn-
lich.
Fundort: Sondage östlich des „Krösusstereobats“,
Abhub -0,30m bis -0,40m, Ifm. 27-28 nördlich ASK.
Sofern die Skizze verläßlich ist, macht die Zeich-
nung einen frühen Eindruck, vergleichbare Exem-
plare habe ich nicht gefunden!
K207. Wandfragment eines geschlossenen Gefäßes,
vielleicht eines Aryballos 72/K42, Tafel 26
Aufbewahrungsort: Selcuk, Grabungshaus.
Ton: Korinthisch, rosa getönt.
Firnis: Schwarzbraun.
H: 2,9cm; B: 3,3cm.
Teil eines wohl nach links ausgebreiteten Flügels. Im
unteren Teil Schwungfedern unter doppelter Ritzli-
nie.
Fundort: N-Profil (3,5m nördlich ASK), Abhub bis
-0,55m, Ifm. 9-10 östlich AOK.
Vermutlich größerer Aryballos (der Vogel, dessen
Flügel zum Teil erhalten ist, muß groß gewesen
sein); vielleicht, jedoch weniger wahrscheinlich,
größeres Alabastron.
Frühkorinthisch, letztes Viertel des 7. Jhs. v. Chr.
K208. Wandfragment eines geschlossenen Gefäßes,
vermutlich eines Salbgefäßes 72/K46, Tafel 26
Aufbewahrungsort: .Selcuk, Grabungshaus.
Ton: Korinthisch.
Firnis: Einst schwarz, nur mehr Spuren vorhanden.
H: 3,9cm; B: 4,9cm.
Vermutlich nach rechts ausgebreiteter erhobener lin-
ker Flügel; Schwungfedern, von doppelter Ritzlinie
ausgehend. Daneben vierstrahlige Klecksrosette,
unten rechts Rest einer zweiten; auf der Oberfläche
Einkerbungen.
Fundort: N-Profil (3,5m nördlich ASK), Abhub bis
-0,55m, Ifm. 10-11 östlich AOK.
Möglicherweise Aryballos von Paynes Typus E (NC;
290); sollte es sich degegen um ein Alabastron han-
deln, eventuell ähnlich CVA Gela 2, LH C, Tf.14, 1-3
(Typus Payne, NC, 281ff., A) oder größerer Typus,
vielleicht „Gorgovogelgruppe“, Payne, NC, 285f., E.
Frühkorinthisch, letztes Viertel des 7. Jhs. v. Chr.
K209. Wandfragment eines geschlossenen Gefäßes,
vermutlich eines Aryballos 72/K51, Tafel 27
Aufbewahrungsort: Selguk, Grabungshaus.
Ton: Korinthisch.
Firnis: Braun.
H: 3cm; B: 3,7cm.
Schwungfedern eines ausgebreiteten Flügels, darun-
ter zwei etwa parallel verlaufende Doppelritzlinien,
wohl von Füllomament.

Fundort: N-Profil (3,5m nördlich ASK), Abhub bis
-0,59m, Ifm. 13-13,30 östlich AOK.
Vermutlich größerer Aryballos; der Flügel und die
Art des Füllornaments darunter sind mit Kl79 zu
vergleichen.
Frühkorinthisch, letztes Viertel des 7. Jhs. v. Chr.
K210. Fragment vom Boden eines Alabastrons oder
eines kleineren Aryballos 73/K35, Tafel 27
Aufbewahrungsort: Selcuk, Grabungshaus.
Ton: Korinthisch, mit blaßrosa Tönung.
Firnis: Schwarz bis goldbraun.
H: 3,3cm; B: 4,1cm.
Unten Zungenkranz, darüber drei Klecksrosetten,
zwei davon sechsstrahlig, eine achtstrahlig. Darüber
nach links ausgebreitetcr Flügel; Schwungfedern
unter doppelter Ritzlinie, kleines Stück des darüber-
liegenden Flügelteils erhalten.
Fundort: O-Profil (18,30m östlich AOK), Abhub
-0,27m bis -0,37m, Ifm. 0-1 nördlich ASK.
Sollte das Fragment von einem Aryballos stammen,
vgl. K130f. (Payne, NC, 290, E); sollte es sich um
ein Alabastron handeln, vgl. K45 (Payne, NC, 281ff„
A).
Frühkorinthisch, letztes Viertel des 7. Jhs. v. Chr.
K211. Wandfragment eines Salbgefäßes, vermutlich
eines Alabastrons 80/K380, Tafel 27
Aufbewahrungsort: Selguk, Grabungshaus.
Ton: Korinthisch.
Firnis: Rotbraun, zum Teil abgcblättert.
H: 3,4cm; B: 3,9cm.
Angelegter Flügel eines nach rechts blickenden Vo-
gels; durch doppelte Ritzlinien gedrittelt, im letzten
Drittel Schwungfedern. Darunter Rest von weiterer
Malerei, vielleicht Füße des Vogels (?).
Fundort: O-Profil (39m östlich AOK), Abhub bis
-0,44m, Ifm. 19-20 nördlich ASK (Funde unterhalb
des gelben Bodens).
Vermutlich Alabastron vom Typus Payne, NC,
28 Iff., A; vgl. dazu K37 und K43.
Frühkorinthisch, letztes Viertel des 7. Jhs. v. Chr.
K212. Wandfragment eines Salbgefäßes, vermutlich
eines Alabastrons 80/K380, Tafel 27
Aufbewahrungsort: Selcuk, Grabungshaus.
Ton: Korinthisch.
Firnis: Mattschwarz bis rotbraun.
H: 2,84cm; B: 3,65cm.
Schwungfedern (Rest der sie vom übrigen Flügel
trennenden Ritzlinie noch zu sehen) des angelegten
Flügels eines nach links blickenden Vogels. Die dar-
über zum Teil erhaltenen in die Höhe stehenden
Schwanzfedern lassen einen Hahn erkennen. Dahin-
ter runde vierstrahlige Klecksrosette.
Fundort: O-Profil (39m östlich AOK), Abhub bis
-0,44m, Ifm. 19-20 nördlich ASK (Funde unterhalb
des gelben Bodens).
Vermutlich Alabastron vom Typus Payne, NC, 282,
A Nrr.267ff.; vgl. K37ff„ vor allem K37.
Möglicherweise stammen K211 und K212 vom sel-
ben Gefäß, die Vögel wären dann antithetisch ange-

53
loading ...