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Flechsig, Eduard
Albrecht Dürer: sein Leben und seine künstlerische Entwickelung (2. Band) — Berlin: G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1931

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https://doi.org/10.11588/diglit.30442#0495

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452

Die Zeichnungen

L, VI, 741. Apollo, Zürich, Kunsthaus. Besprochen unter den
Proportionsstudien auf S. 165. Was soll aber die Bezeichnung Apollo
Medicus für einen Apollo mit Bogen und Sonnenkugel?
L. VI, 742. Pferd, Lemberg. Der Stich des kleinen Pferdes von
1505 stimmt, mit Ausnahme des Kopfes, des Halses und des gehobenen
Vorderfußes, im Spiegelbild ganz genau mit der Zeichnung überein,
sodaß Winkler diese Naturstudie durchaus mit Becht als eine Vorlage
für den Stich bezeichnet. Sie ist wohl 1505 entstanden. Daß der Kopf
an Stelle der ursprünglichen Silberstiftzeichnung mit der Feder über-
arbeitet ist, ist doch kein Beweis gegen Dürers Urheberschaft.
L. VI, 743. Ein Schächer am Kreuz, London, P. & D. Col-
naghi & Co. Das Zeichen ist nicht von Dürer. Die Zeichnung ist ohne
Zweifel von derselben Hand wie die beiden Schächer von 1505 in der
Albertina L. V, 491, 492, also von Dürer.
L. VII, 744. Das Urteil Salomos, Berlin. Das Dürersche
Zeichen ist von einer späteren Hand geschrieben. Wie die Trachten
der drei Frauen, der Jünglinge zu seiten des Throns und der Männer
im Vordergründe beweisen, gibt die Zeichnung ein venezianisches
Bild wieder. Daß aber Dürer dies Bild nicht vor Augen gehabt haben
kann, verraten die Linien der Pfeiler und Säulen, die durch den Jüng-
ling im Hintergrund hindurchgehen, verrät auch die Verteilung der
Inschrift und manches andere. Dürer hat also das Bild aus der Erinne-
rung gezeichnet. Das kann noch in Venedig, spätestens Anfang 1507,
aber ebensogut erst in Nürnberg nach der schon im Februar 1507
erfolgten Rückkehr geschehen sein (man vergleiche Emil Reicke in
den Mitteilungen des Vereins für Gesch. der Stadt Nürnberg, 28. Bd.,
1928, S. 365).
L. VII, 745. Schiffs knecht, Lemberg. Das Zeichen ist nicht
von Dürer. Der Mann hält wohl das Steuerruder eines größeren Schif-
fes, kann also kein venezianischer Stehruderer sein. Die Schraffierung
ist fast genau so, wie bei der Frau mit der Fackel auf der Zeichnung
mit sieben nackten Gestalten von 1514 L. II, 174. Man könnte also
diesen Schiffsknecht in die Jahre 1513—15 setzen, aber auch noch in
eine spätere Zeit.
L. VII, 746. Eule, London. Rückseite des Königs Tod von 1505
L.91, also wie dieser vor der Abreise nach Venedig entstanden.
L. VII, 747. Maria auf einer Bank das Kind stillend
von 1507, Luzern, J. Böhler. Die Kopftracht Marias ist genau die des
 
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