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Flechsig, Eduard
Albrecht Dürer: sein Leben und seine künstlerische Entwickelung (2. Band) — Berlin: G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1931

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https://doi.org/10.11588/diglit.30442#0538

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Die Zeichnungen

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also die Ringkämpfe mit den beigeschriebenen Regeln gewesen, die in
der gebundenen Handschrift die 1. Abteilung bilden.
Das Fechtbuch läßt uns keinen Blick in Dürers Gedankenwerkstatt
tun, es fesselt nicht als Kunstwerk, wie sonst fast jede Zeichnung von
ihm, aber es muß uns wert und willkommen sein schon als ein Zeug-
nis dafür, wie er am Anfang des neuen Jahrhunderts die Schreib- und
Zeichenfeder führte. Wir haben ja nicht eben viel Zeichnungen von
ihm aus dieser Zeit. Es bringt uns aber auch den Menschen Dürer
näher, indem es zeigt, was ihn (und zwar hier in Gemeinschaft mit
seinem Freunde Wilibald Pirckheimer) damals beschäftigte, wenn
er von künstlerischer Arbeit ausruhen wollte.

Zeichnungen f r e m d er Künstler
mit Aufschriften von Dürer
Eine große Anzahl unbezeichneter echter oder vermeintlicher
Dürerscher Zeichnungen ist von ihren späteren Besitzern mit Dürers
Zeichen versehen worden. Dürer hat mit Zeichnungen anderer Künst-
ler, die er besaß, bisweilen ähnlich verfahren. Auf einige von ihnen,
die ihm besonders lieh sein mochten, an die sich vielleicht auch be-
sondere Erinnerungen geknüpft haben, hat er aber nicht einfach den
Namen ihrer Urheber gesetzt, sondern er hat die Tatsache ihrer Ur-
heberschaft in einem ganzen Satze ausgedrückt. Daß er es gewesen
ist, der diese Blätter so bezeichnet hat, sagt er zwar nicht seihst, aber
die uns aus vielen Handschriftenproben bekannten Schriftzüge sagen
es uns.
Von diesen Zeichnungen fremder Künstler mit einer Aufschrift
von Dürer sind bis jetzt nur sechs bekannt. Eine siebente, die in der
Literatur des 18. Jahrhunderts erwähnt wird, wohl die wichtigste von
allen, ist schon lange verschollen. Vermutlich sind es aber einst sehr
viel mehr gewesen, und ich nehme an, es kommen noch einige zum
Vorschein, wenn man unsere Sammlungen alter deutscher Zeichnun-
gen auf solche Aufschriften hin genau durchsieht.
Es handelt sich hier um die folgenden sieben Zeichnungen:
1. Raffael, zwei männliche Akte in Rötel, Wien.
 
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