Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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SÜDWESTECKE MERCATORPLEIN / ARCH. DR. H. P. BERLAGE

tischere Süden und macht auch als Gesamt-
komplex einen viel einheitlicheren und ge-
schlosseneren Eindruck als dieser. In
,,Süd" ist noch jeder Architekt eine in sich
geschlossene Einheit, der von ihm gebaute
Komplex, so geschlossen er innerlich ist,
steht dem Nachbarkomplex oft noch etwas
fremd gegenüber. Im „West" ist der Be-
griff „Großstadt" so stark in jedem ein-
zelnen Werk zum Ausdruck gekommen, daß
das Trennende vom Gemeinsamen ganz ver-
drängt ist und die Individualität nur im
Rahmen des Gesamtkomplexes zur Geltung
kommt. „West" ist trotz aller Invidualität
eine Einheit, was für „Süd" noch nicht ganz
zutrifft. Dennoch herrscht auch dort noch
stets che frohe, schmuckfreudigere Amster-
damer Note vor, und man ist noch weil
von J. J. P. Ouds strenger Rotterdamer Ab-
straktheit entfernt.

Die Stadterweiterung West, die an Gesamt-
ausdehnung der Amsterdam-Süds ungefähr
entspricht und damit diejenige im Osten
und Norden weit übertrifft, liegt in dem
Winkel zwischen der Südspitze Amsterdams
(etwa am Südende des Vondelparks) und
dem Verkehrsweg nach Haarlem. Dieser
vierfache Verkehrsweg (Eisenbahn, Kanal,
elektrische Städtebahn und Landstraße) be-
grenzt den etwas langgestreckten Komplex
nach Westen, die in Sloterdijk direkt nach
dem Amsterdamer Stadtzentrum abzwei-
gende elektrische Bahn, mit der Ausfall-
straße in der Richtung Haarlem, nämlich
der bereits früher um die Bahn entstandene
Admiral de Ruyterstraat, begrenzt ihn nach
Norden. Der Mittelpunkt gruppiert sich um
das Mercatorplein, die Hauptstraße führt
bezeichnenderweise den Namen Hoofdweg.

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