Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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noch ganz in alten Vorstellungen gefangen
ist. Es ist nicht leicht, dem Käufer die ge-
fühlsmäßigen Vorstellungen von alten feu-
dalen Silberschätzen zu nehmen und ihm
klar zu machen, daß es möglich ist, das Sil-
ber in einer Gestaltung zu binden, die ehr-
lich und aus unserer Zeit gewachsen ist.
Auf diesem Gebiet ist leider mehr als auf
einem anderen die Ansicht verbreitet, daß
Stanze und Drückbank nur ein billigerer

Ersatz für eine handwerkliche Verferti-
gungsart ist. Man schämt sich nicht, For-
men zu drücken und mit einem Hammer-
schlag zu versehen oder gar in die Stanze
den Hammerschlag hineinzustechen. Das
Silber muß dieses mystischen Schleiers ent-
kleidet werden und wo die Maschine sich
seiner Formung bewältig!, muß es in ehr-
licher, ihrem Wesen entsprechender Weise
geschehen. W. Lötz

RYATEPPICH, 140/195 cm. MÄRTA GAHN. STOCKHOLM
Ausführung: Föreningen för svenskt Lunslöjd

SCHWEDISCHE TEXTILARBEITEN

Unter allen Zweigen des schwedischen
Kunsthandwerks hat das Weben wohl die
größte Vergangenheit und die stärkste Tra-
dition. Wesentlich länger als bei uns in
Deutschland hat sich dort die heimische
Textilarbeit gehalten, und unter den älteren
Frauen findet man noch ein erstaunliches

Vertrautsein mit den Techniken. An diese
hat das moderne Kunsthandwerk ange-
knüpft, und was früher landschaftlich recht
verschieden war, wird nun allgemein im
städtischen Kunsthandwerk angewandt, und
die Entwürfe werden je nach Geschmack
und Bestimmung einmal in dieser, einmal in

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