Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 2.1927

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HAUS HILBERSEIMER

Wohnform. Im Gegensatz zu der relativen
Beschränkung des Wohnraumes in der
Stadt erlauben die Wohnungen in den Gar-
tenstädten eine größere Weiträumigkeit, die
durch den Anschluß der Wohnung an den
Garten noch vergrößert wird.
Das von mir erbaute Haus stellt den Ge-
slaltungsversuch eines solchen für eine
großstädtische Park- und Gartensiedlung
gedachten Einzelhauses dar. Trotz der Ge-
bundenheit an eine gegebene Situation
wurde erstrebt, einen bestimmten Typus zu
bilden. Vor allem durch die Zweckbestim-
mung und Dimensionierung der einzelnen
Räume und ihrer Lage zueinander.

Das Haus umfaßt ein Hauplgeschoß und ein
teilweise ausgebautes Untergeschoß. Im
Untergeschoß enthält es: Eingang, Wind-
fang, Vorraum, W. C, Heizungs- und
Kohlenraum, Waschküche und Trocken-
raum, Lcbensmitlelkeller sowie ein Schlaf-
zimmer und eine Mädchenkammer. Auch
eine Garage kann untergebracht werden.

Im Hauplgeschoß liegen: Vorraum, zwei
Schlafzimmer, Wohnzimmer mit Terrasse,

Eßraum, Küche, Bad, W. C. und ein kleines
Arbeitszimmer.

Während alle Räume aufs knappste bemes-
sen sind, wurde das Wohnzimmer größer
dimensioniert. Denn selbst in der kleinsten
Wohnung sollte ein Raum, und zwar der
Hauplwohnraum, da er zum Aufenthalt
aller Bewohner dient, in seinen Abmessun-
gen über das Notwendige hinausgehen.
Nicht nur um des Raumkontrastes willen,
sondern vor allem, um das Gefühl der Enge
nicht aufkommen zu lassen. Daher auch
hier die Verbindung des Wohnzimmers mit
der Terrasse und weiterhin mit dem Garten
und seine unmittelbare Verbindung mit dem
Eßraum, der allerdings auch durch eine
Glastür abgetrennt werden kann.

Die Schrankwand zwischen Eßraum und
Küche enthält alles, was für eine Küche not-
wendig ist. Sie ist so eingerichtet, daß ein-
zelne Teile sowohl vom Eßraum wie auch
von der Küche aus benutzbar sind. Die
Speisendurchgabe müßte konsequenterweise
als elektrisch heizbarer Speiseschrank aus-
gebildet werden. Dadurch wäre es möglich,

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