Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 3.1928

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wendige Eigenschaft der bemalten Fläche
ist, schafft einen Zwang, der diesen räum-
lichen allseitig ausstrahlenden Gebilden hin-
derlich ist. Sie sind eigentlich schon archi-
tektonische Phantasien ohne praktischen
Zweck. Um die Fläche der Wand, die sie
gleichsam flachbügeln würde, auszuschal-
ten, hat der Architekt, der diesen Museums-
raum schuf (Prof. Lissitzky), eine Verklei-
dung mit Melallstreifen angewendet, die der
Wand den Charakter der greifbaren Fläche
nimmt und ihr etwas Schwimmendes gibt.
Hier behalten die konstruktivischen Kompo-
sitionen die Freiheit ihres starken, allseitig

ausstrahlenden Vorstoßes in den freien
Raum wenigstens bis zu einem gewissen
Grade.

Ein Kunstmuseum, das die Entwicklung
der Kunst vor Augen führen soll, würde ein
Versäumnis begehen, wenn es diesen letz-
ten, in seinem Ziel hochinteressanten Weg
der Entwicklung unter den Tisch fallen
ließe. Die Schritte auf diesem Wege sind
noch tastend, es sind aber die ersten Vor-
stöße in ein dunkles Neuland, in das das
Gehirn des Menschen nicht allein auf dem
Gebiet der Kunst vorzudringen versucht.

Dr. Dorner, Hannover

GLASRAUM IN DER GEWERBEHALLE
AUF DER WERKBUNDAUSSTELLUNG „DIE WOHNUNG

STUTTGART 1927

Raumgestaltung: Lilly Reich. Berlin, Mies van der Rohe,
Berlin. Glaswände aus hellem, mattem und farbigem Spiegel-
glas. Ausgestellt von der Süddeutschen Glashandels-
A.-G. Stuttgart-Feuerbach, mit Erzeugnissen des Vereins
Deutscher Spiegelglasfabriken G. m. b. H., Köln a. Rhein

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