Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 3.1928

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LADEN MIT PASSAGE, J.A. SEIDL HÜTE.

MÜNCHEN

Architekt Max Wiederanders, München

Der starke Verkehr, der sich heute in den Geschäftsstraßen der Großstadt abspielt, nimmt den Passanten immer mehr die
Möglichkeit, sich in Ruhe die Schaufenster anzusehen. Man schafft daher gern im Geschäftshaus eine Art Passage, die ein
ruhiges Betrachten der ausgestellten Gegenstände sichert. Man verzichtet dabei natürlich nicht auf das eigentliche Schau-
fenster an der Straße, sondern bildet es mehr vitrinenartig aus, so daß der Betrachter von der Straße aus wie in einen
Vorraum in die Passage gelenkt wird. Die Straße erweitert sich sozusagen und geht ins Geschäftshaus Uber. Damit wird
das Geschäftshaus immer weniger Haus, sondern Teil der Straße. Der Organismus Straße, Schaufenster, Eintrittsraum,
Ausstellungs- und Verkaufsräume ist das eigentliche Problem des modernen Kaufhauses

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