Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 3.1928

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kommt vor allem bei der Technik des Gru-
benschmelzes zum Ausdruck, bei dem Teile
der Metallfläche ausgestochen und mit
Schmelz versehen werden. Damit bleibt das
Email Teil der Goldschmiedearbeit und
wird nicht selbständiger Gegenstand. Die
Loslösung des Emails von der Goldschmie-
dearbeit, die heute stattfindet, hat teilweise
ihren Grund darin, daß der Emailleur zu
einem Spezialhandwerker geworden ist und
daß nur selten ein Goldschmied die Email-
technik mit beherrscht. Andererseits aber
hängt diese Loslösung damit zusammen,
daß wir, beeinflußt von den Emailmale-
reien, den emaillierten Gegenstand als selb-
ständiges Kunstwerk betrachten, ähnlich wie
eine Keramik. Die Haller Schule und
andere Künstler, die sich mit Email be-
schäftigen, wie Kurt Hermann Rosenberg,
bevorzugen sehr zarte Tönungen in ziem-
lich durchsichtigem Email, bei dem der
Metallgrund, der Rezipient, mitwirkt. Er
scheint durch, aber er steht nicht mehr als
gefass für bluten Metallfläche neben dem Email. Diese stark

Schwarz umoges Email

Besitzer: Kunstgewerbe-Museum Dresden malerische Haltung des modernen Emails

Warnecke und Habermann, Frankfurt a. M. . n .

zeigt auch unsere veränderte Einstellung zu

weinkanne und becher

Warnecke und Habermann

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