Münsterbau-Verein <Freiburg, Breisgau> [Editor]
Freiburger Münsterblätter: Halbjahrsschrift für die Geschichte und Kunst des Freiburger Münsters — 13.1917

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Kleine Mitteilungen und Anzeigen

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zu hezalen schuldig worden, welcher er aber sein leben
lang in nutzung und niessung gehapt", daß sie sich
„daruf in biwesen etlicher guter herrn und frinden giet-
lich und fruntlich mit einandern vereint und vertragen,
also und der gestalt, daß er, Hans Gitzman, mir für
die obgemelten anderthalb guldin also bar hundert
guldin usgericht, geben und bezalt . . . darumb für
mich, mein erben und nachkomen so sag und laß ich
i[h]n, all sein erben und nachkomen solicher anderthalb
hundert guldin ganz fri, quitt, ledig und los."

Erbschaften.

1548 September 12 — November 28. -- Anstat
Gilgman der scherer, Hans Paur der alt Werkmeister,
Peter Rapp, Hans Stör der gerber, Gerg Greber, Gerg
Flader, Adam von Sarbrugk, Gerg Reinboldt, Hans
Gittschmann der glaser, alle burger und hindersessen
alhie zu Freyburg, Mang Somerer von Lechen und Alt-
hans von Kilchzarten seind all g[e]meinlich und unver-
scheidenlich hinder einander für Hans und Simon Keyser
umb 6000 gulten oder was sie darunder dem g[e]meinen
statwexel schuldig worden, recht gulten und bürgen
worden und [haben] sich darumb gegen einem rat ver-
schriben, alles laut derselben Obligation usw.

(Hans Keyser und sein Sohn Simon hatten dem
Stadtwechsel genannte Summe veruntreut und waren
deshalb gefänglich eingezogen und ihrer Ämter ent-
setzt worden. Auf die Bürgschaft hin wurden sie
wieder freigegeben, Hans Keyser auch bei seinem
Zunftmeisteramt belassen und sollte „seiner eren des-
halben unverlezlich sein". In der Ratssitzung vom
28. November wird den Bürgen eröffnet, daß die
ungedeckte Schuld Keysers nach Prüfung der Bücher
9365 gülden 3 Schilling 8 pfenning betrage. „Darumb
well ein rat sie als bürgen des hiemit bericht haben,
wie seine (Keysers) Sachen beschaffen und daß solch gelt
erlegt werden muß, sich demnach wissen zu halten".)
Rats-Prot. 13 (1548-50) Bl. 83 f. und 101.

1548 November 25. — Item 36 pfund 17 Schil-
ling 31l'2 pfennig geben dem glaser maister Hans Giss-
man von den gleserfn] in dem mitlen gewelb in dem
münster ze Friburg in dem Prißgow, und ist gar bezalt
uf Katherine. Münsterfabrik-Rechnung 1548. -

Vgl. Münsterblätter 10, 87 f.

1549 November 4. — Der Kayser bürgen werden
verurteilt, „in unverkürzter zeit bis in 3000 gülden [zu] er-
legen . . . Und so sie in kurze nit den ganzen rest er-
legen, werd ein rat trungenlich verursacht, sie auch
anzegreifen, des man doch lieber überhebt sein wölte".

Rats-Prot. 13 Bl. 242.

1550 Juni 23. — Gertruden Gitschmennin, weiland
Heinrich Gitschmans des goldschmids selgen dochter, so
sich mit Arnolt Friesen dem Steinmetzen von Mentz
ehelichen verpflichtet, ist uf bemeltz Arnolten Friesen
und Hansen Gitschman des großvaters begern ain urkund
eelicher geburt erkant, hat zu zeugen g[e]stelt herr
Hansen Ferler und Hansen Herman; ir muter heißt
Margret Horberin.

Das. Bl. 347 v.

1550 Juli 29. — Klage zwischen Hans Gitschman
dem alten glasmaler, burger zu Freyburg, und seinen
mit weilend Gertrud Gräffelerin gezeugten 4 Kindern:

Margaret, Heinrich, Hans und Achatius einer- und seiner
zweiten Frau Klara Guldinthorin, Schwester weiland des
BonaventuraUnderdemrheyn,anderseits, die inzwischen,
ohne Kinder zu hinterlassen, gleichfalls mit Tod abge-
gangen ist, während der bereits verstorbene Hans
Gitschmann derjungeZ Kinder, und Heinrich, ebenfalls
tot, 1 Töchterlein hinterlassen hat, wegen einer zwischen
1520 und 1530 abgeschlossenen Einkindschaft1

Prozesse.

1551 Januar 9. — Auf Hansen Gitschmans anruefen
seind verordnet Andres Hannser, Philips Rodtbart und
Görg Reinnboldt, ein Überschlag und teilung zwuschen
[ihm] und seiner kindskinder vogt ze machen.

Rats-Prot. 14 (1551—52) Bl. 2.

1551 Februar 20. — Zwuschen Claus Hessen als
vogt Hans Gitschmans kindskinder ains- und demselben
Hans Gitschman andersteils ist erkant, das[s] nachmaln
Iut voriger erkanntnussen und bescheidenfs] inventiert
und die teilung furgenomen werden soll.

Das. Bl. 22 v.

1551 März 16. — Claus Hessen als vogt Gitschmans
kindskinder und demselben Gitschman seind uf ir an-
ruefen geordnet Hans Burger, Philips Rodtbart, Anstat
Gilgman und Gerg Reinnboldt, anschlag und teilung
zwuschen inen ze machen.

Das. B1.37.

1551 November 14. -- Der Tuchscherer Hans
Brunner klagt gegen meister Hans Gyczman den glaser
mit Anrufung der städtischen Baumeister: „Erstlich
hat Hans Bruner anzeigt, vor ziten ein almendgesli
zwischen ir beider huser hindurchgangen sig, dorin sig
der gübel an sim, Bruners, hus sin eigen, und so buw
i[h]m Hans Gyczman drin und dran on sin bewilgung.
Deshalb verhoff er, er hab si weder zug noch recht,
er sol sich vorhin mit i[h]m verdragen und im ain willen
machen für die muren, also wit er daran das hinderhüsli
buwen hat, und sover hoff er, es sol durch uns also
erkent werden. Doruf hat Hans Gyczman antwurt
geben, er verhotf, er buw i[h]m on schaden, dan es sig
for menschen gedechtnus ouch ein hus dogestanden,
und beger, das[s] mir, die bumeister mitsampt den werk-
meistren, uf den ougenschin gangen und den buw besehen".

Nach diesem Augenschein wird erkannt: ,,das[s]
Hans Gütschman mit dem buw sol firfaren und i[h]m,
Hans Bruner, on schaden buwen; ob aber iber kurz
oder lang Hans Bruner vermeint, es geschech i[h]m
schaden des buws halb, sol alwegen zuo der buwmeister
erkantnus ston". Hans Brunner legt daraufhin Be-
rufung an den Rat ein.

Prozesse, Liegenschaften (Bauprozesse).

1551 Dezember 18. — Arnolt Frieß von Mentz
als e[h]evogt Gertrud Gitschmennin seiner husfrowen ist
in weiland irer großmuter Clara Guldenthörin Verlassen-
schaft als erb noch lut usgangner urtel zu i[h]rem ge-
bürenden teil ingesetzr; het zu bürgen gegeben Marx
Schmidtsraden und Wolf Kochen und [hat] sampt den-
selben bürgen geschworn, auch herr Hans Baldungen
umb siglung gebeten.

Rats-Prot. 14 Bl 190 v.

1 Richtig am 21. Oktober 1516; s. Münsterblätter 10, 26.
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