LiMellk rrkmäkiiIiM.
8tac1t-
tierau5§e§eben im
^n^eiZer.
^uftraZe cles Ztacjtrate^.
Hioiirki'rki'ogi'smmk.
WsßEissi' cjunoli clLL ^selcLrtal, clis VsrZsii'aLLS uncl cisn Ocjsn^alcl.
Hrsekeinl vvülirenä cler iVIonnls iVIni dis ein8LkHe88ÜLli Lsptsmbsr vvöcdenliiLd bmsi, >8l in niieg Qn8ldoisn unä ?en8>onen, Kuiieellüu8örn unä VVirt8ciiuiteu verbreitet, äisnt ui8 uus-
scbiis88iicke8 umtÜLbes prosrunini iür cüe Konrerte cies 8lüäti8ciien Orciis8tsr8 unci üLLl in cisn lleseriiiimern ruüirsicüer Kurorte. uu8vürtiLen öuiiniivi8vvirt8Liiuiten unci Qustüöisn
unci son^lisen Kremöensuientiiuitsorten uui. — LeruZspreis iür cüe ^un^e KrsLiieinunLsreit init 2usteiiunL /Vlk. Z.—. Ourcii cüs ?ost beroZsn Nk. 6.— susscüiisssÜLii IZssteiiLeici.
^nreiZen 20 ?ienni8 ciie secüsLespsilens ü>etit2eiis ocier öeren Kuum. Lei XViecierüoiunZen nsmüuitsr ülucüiuss.
Hr. 103. öiensSgg, cjk?» j. Leplsmber 19Ü8.
Ihr Lebewohl.
. „Kein Brief fiir mich da, Frau Maurer?" Leni rief
,cs schou beiiu Eintritt iu deu Flur ihrer Wirtiu zu. Die
frat aiis dor Küche und wischte sich noch schnell die Hände
M der Schürze trocken.
, „Doch Fräulein Kleiu, ein prvßer mit fremder Marke,
ich habe ihu Lriunen auf den Tijch gelegt". „Ha, endlich",
Lcni sagte es init einem Seufzer der Erleichterung. Sie
öffnete ihre Türe, aber ehe sie von iunen fchl-oß, rief sie
.n-ochl durch den Spalt zurück: „Halten Sie mir den
Daumen, daß es gut gegangen ist!"
. Mit einer rafchen, entWossenen Bewegung riß sie
.den Um'Wag auf und entfaltete daz Schreiben. Beim
Lesen erhellten sich ihre hübschen Züge mehr und mehr.
Mit einem fröhlichen, herzhaften Lachen legte sie !öen
Brief hin uNd ging mit leichten Schritten im Zimmer
auf und ab.
„Also doch", lächelte sie vor sich hin. „Wie komm i'
.mir vor in ineiuer ueuen Würde: MusiU und Spraä
lehrerin i,r einem Vornehmen PeNsiouat in 'Paris." Und
tn Awei Wochen follte fie schon d!ort sein! Was> würden
ihre Schiüerinuen fageu, wr'nn sie ihnen die Klavier-
.stuuden so piötzlich aufsagte. Ach, eigeutlich war es zi«m
Lachen, daß sie!die Stelle erhalten hatte, wie viöle moch-
ten stch gemeldet haben. Was würde aber Heinz daz,u
sagen, ihr lieber guter Heinz? Er würde sein ernstes
iGesicht aufsetzen, das seinen Ssxtanern in 'der Schule sv
tmponierte, und sie groß ansehen. Aber sie hatte sa
.immer gesagt, daß sie gar zu gern erst noch cinmal ins
Ausland ginge, um sich in den Sprachen noch auszu,bil-
iden. Und er wußte ja auch, daß sie sich gemelöet hatte.
.illun blieb nichts übrig, als daß er wartete, bis sie wicder-
tam. Jn zwei Jahren war ja auch noch Zeit zum Hei-
raten. Sie waren ja beide noch juna?
, Jn ihrer übermütigen Laune ging sie zu dem Sch-reib-
.tisch am Fenster, nahm ein- Kärtchtzn nnd schrieb ein paar
KVorte an Hcinz:
„Schatz, der große Wurf ist gelungen. Deine kleine
Leni nimmt in 14 Tagen Ahschied von Deutichland un-d
poandert in das Land der graßen Nation. Sonntag
tetztcr Ansflug zn z!weien dur-ch die Wälder. Treffpuiikt
wie im-mer. Znm -S-chluß rührender A!b/chi«d mit Trä-
nen. Znlaßkarten unbezahlbar. Freust Du Dich auch
ein wenig mit mir? Jch bleib g-ewiß nicht zu tang und
-bl-sibe immcr und imm-er
- Deine Jrene L-eni."
. Ein Liedchen trällernd fchrieL sie die Adresse und
prachte 'das Briefchen hinaus in 'die Küche. -Sie öffnet-e
so ungestüm die Tür, daß sie Frau Maurer fast um-
.rannte. Den A-ugenblick konnte sie sich nicht cntgehen
lassen. Lachcnd umfaßte sie die rundlich-c Gestalt und
saalzte init ihr durch hen schmaien Raum an Tis-chen un-d
Stühten anstoßend- his zuin Fenster Dort drückte sie
-die atemlose Dnme sanft auf den Stnh'l nieder, machte
.einen steifen- Knix und sagte: „Alle Achtung, Sie tanzen
gochl vorzü-glich-. A'b-er gelt, nun sind Sie auch so> gut
,und- lassen mir von ihrem Bub den Brief bewrgen. Aber
siufen -Sie ihn mal gleich, eben war er noch auf der
Straße, aber im nächsten Augenblick kann er mit einem
Tutzeiid Freunden schon weg fein. Versprechcn Sie ih-m
zneinetwegen das Blaue voni Himmet herunter, wen-n
er nur schnell läuft. -So, und Lann noch sine Ueber-
iraschung. -Jch- geh-e in zwei Wo,ch-en fort. Do-chl keine
Sorge, ich Wciß schon jemanden, der Jhnen das Zimmer
sgern abnimnit. Jch bring- es schpn in die Reihe."
c Und wie der Wirbelwind war sie zur Tür hiiiaus.
sHini-mel, es gäb viel zu tun, wcnn sie so b-ald reisefertig
,scin ollte. Sie Iwollte glleich- anfangen. Ule!berlegeii-d
istaüd ste in der Mitte des Zimmers- un-d fchaute in dem
ikleinen, freundlichen Raum von einem Gegeüstand zum
,andern. Ja, wo -sollte sie denn anfangen? Heute wurde
,ja doch nichts Äaraus, sie -war viel zu unruhig. Da tieß-
ste es Loch woh-l no-ch.
, Sie ging zum Klavier imd schlug ein' paar Töne air
ijubelnde, laute Accor-de. Sis spielte weiter un'd riß
stch felbst mit fort, ihre Freude. ihr Glück, Hre sonnige
,Natur lagen in dem Spiel. Un'd doch — zutetzt sang
nnid spiclt-e sic ganz leise: „Lebewohl, mein armes Lieb.'
, Es war ein herrlicher Sonntag im- früh-eni Herbst.
iAn d-en Mau-ern glühte der 'wilde Wein in tief-em Rot.
,Auch die Bäume zeigten jenen lei'en, hcllen Schimmer, !
,der in seiner Schvnheit doch- den Keim des Sterb-ens
trägt. Tiefblau lockte der Himmel, Aus der sonnigen
Halde stand Blüte an Müte das zaiie, bescheidsn-e H-eiide-
kraut.
> Dort, -wo dte Wege vo-n der Stadt herauf in den Wald
iM-ünden, saß Heinz Kerber auf einem Stein und- schaute
in 'has sonneiidurchteuchtete -Land hinaus. Sein fchmales,
-kluges Gesicht war ernst und still, und die Augen schiicnen
jdie Schönheit umher kaum zu erfassen, sie tväumten in
,die Ferne. Wo Lcni nur blieb. Er fuhr ein wenig nn-
geduldig auf. Sie war doch! sonst nicht s-o unpllniktti-chj
,Dort unten in einem der letzten Häuler der Straße
,wohnte sie. Ob sie wvhl- schvn unterweg-s war? Sie be-
reitete wohl viel -vor zur Abreise. Und nun kamen ihm
wioder die Gedanken. Wie sch-ön hatte er es sich ge-
bacht, -sie im Frü-HIing -heimzuführen. Un!d sie wollte sort-
,geh-en. Er Hi-Ät sie nicht, gewiß nicht Sie war zu setb-
ständig, sie wußte, was sie tat. Er tat anch- nicht, man
bettelt nicht um Liebe.
, Guten Ta-g, Hans Guck in die Luft", sagte da jemand
geben ihm. Ein-e schlankp Gejtalt ini weißen Kleid
ibeugte sich über ihn und zwei blane Augen schauten ihn
fchelmisch an. „Leni", er sprang aus und -ergrifs ihre
Hände. „Leni, Liebste". Seine ganze innige Licbe lag
,in bem Namen. Er nahm ihren Kopf in seine Hände
,und sie legte ihre Arme um seinen Hols. Srine Lippen
berührtcn san'ft ihren ZNund. Sie schaiire in seine lie-
,ben Augen und lachte lant und selig hcraus: „Ach, Heinz,
,mein lieber, lieber Heinz." - ' -
„Aber was tun wir nur", meinte sie und macht-e sich
frei, „wie zwei dnmme Kind-er stehen wir hier, unö' wir
wollen doch noch einmal tüchtig geh-en und sehen, wie
fchön es hier ist." Er nickte nnr unv faßte ihre Han'd-,
,mid iiebeiieinander fchritten sie in den Wald hinein
Langsam schritten sie den gewUli'denen Pfad hinauf d-cr
Köhe d-es BergeZ zu. Andere Spaziergänger überhvlten
ste lachend- uiiid 'ch-watzend, a'ber sie achteten nickst darauf.
Sie bogen in einen einsameren Weg ein. Zwischcn schlan-
ken Taniienstämmen stiegen sie allniählich- hoch. Die
,Sonne schieii hinab anf den Boden und lenchtete durch-
chie weit au-sgestreckten Tannenzweige, daß sie goldgrün
heuchiteten. Die Luft dnrchzog würziger Harzgeruch.
j L-enis frohe Lanne war dah-in^ Sie wollte ein- necken-
ides Wort, einen Scherz sagcn, abcr immer wie-der schwieg
ste, -wenn ste ih-res Verlobten ernstes Gesich-t von der
Seite betrachtete. Vor ihnen am Abhang stand im
Sonnenlicht eine Bank. „Komm, wir wollen uns fetzen,
ihier ist sa fchön", -meinte sie, und sie iießen fich nisd-er.
,Bor dem kleinen, friedlichen Platz wor ein Ausblick ge-
-fchlagen. Uebex einen niedrigen, waldigen Gipsel blickte
inan in die weite Ebcne. Von DnnstÄsteiern umhüllt
lag ste da. Nur der Fluß schimmerte -glänzend aus >dein
.stnmpfen Grau hervor, das abgetönt in das Blou das
Himmels übergiiig.
, „Das Ende der Welt", sagte Heinz. Doch Leni schüt-
,telte den Kopf. „Nicht wie das Ende der Welt steht es
.hier aus. Ueb-er der Welt mit Hrer Not un-d Plage ist
.der sonnige Platz auf der Höhe. Alies Lcid liegt vcr-
borgen im Nebet, und hier oben ist Friedc und Sonne
und Glück. O, Heinz, daß man fo viel Schönheit ver-
lassen will!" SH umfaßte seinen Arm mit Hrer Hand
,und preßte ihren Kopf an seine Schnlier.
- Da erfaßte ihn einc plötzliche Leidenschaft. Er drnckte
K'uß um Kuß auf ih-re Lippen. V-ergesfen war fein Stojz,
,sie durste nicht gehen, sie mnßte bleiben. „Le'iii, süße, licb-c
Leni, geh nicht, bleib -hier, bleib bei mir, was ist mir
allas ohne Dich. Nein, Du darfst nicht geh-en, Du will'st
,ja auchi gar nicht, Dn kann-st ja gor ni-cht. L-eni, ichi weiß
ein-e gute, tr-eue Mutter, die sich nach. einer To-chter sehnt,
die i-hr die lange Winterszeit verkürzt, die trüben Tage
.vergoldet. Willst Dn nicht zu mciner Mutter gehen?
Und ich weiß einen Ma-nn, der sich im Frühiahr feine
liebe Braut hcinHolen wollte. DenH dvch auch- an mich,
Leni! Wir können ja reisen- -wohin Du willst Kh! werde
,lang Ferien n-ehmen und wir fahren nach Paris, Jtalien;
was Tü willst, sollst Du sehen. Gest Du blcib-st, Tu
gehst nicht f-ort?"
Mit eiwer raschen Bewe'gung machte sle sich- los.
.„Was- tust Du d-eiin", fagt-e sie mit leiser Ungeduld, „Du
weißt, wie ich mich auf 'dies Fahr im fremden Land
freue. Jch will nicht schöne Orte und Plätze sehen, ich
will daZ Leben und das Streben draußen kennen lernen.
Und dazu muß ich allcin und nngeönnden g-ehen. Heinz,
,verstehe mich doch. Jch möch-te in der Ferne sertiger, g-e-
.reifter werden, einen weiteren Blick bekomwew. Bitte
,nicht mehr, mein-st Du, ich ginge -gsrne von Dir? Halte
mich nicht mehr."
, Sanft nahm er ihre Hände in die seinen, wh ihr in
,die 'Ang-en und sagte ruhig: „Nein, ick halke Di-ch nicht."
, Sie staiiden auf und schritten schv-eigfaiii den Weg zu-
,rück. Leni tstickte vor sich hin, ihre Freude ain Fortgehen
chatte sie verloren.
, DruNteii ain WälSsaum, 'wo ihre Wege sich trennten,
blieb sie stehen. „stch gehe mit Dir " sagte er und wollte'
weitergelh-eii. Do-ch ste läch'elte mit einem Versnch, zu
fcherzen: „Kann- ungeleitet nach Hause gehen." Da rcichtc
er ihr die Hand hin. „Lebewohl, mein Lieb. Nächsteii
Sonntag ist wo-hl keine Zeit mehr istr mich: aber ich. i'eh
Lich sa noch." Sie hielt seine Ha,,d fest: „Dn bist so
eriist, bist Du böse, daß ich gehe." Seine Augcn sahen
fie groß an: „Soll ich tachßn, wenn T-u fortg-ehst?" „L-eb
wo'hl", war das Einzige, was -sie entgegnete. Und er
wandte sich und ging langsam den Weq dnrch die blnhende
Heid-e.
Leni b!livb 'stehen und blickte Hri unverwandt n-ach.
,No-ch- einnial fchaute er zurück nnd jah die liebe Gestalt
,im weiß-cn Kleid dort ob-en stehen, von -der scheidenden
Soiine rot ü'berstrahlt. Und es wac ihm, äls müßte er
zurückeilen und sie halten — fest, fest nnd nicht mehr
fassen. -Ab-er es ging nicht mehr, er hatte schon g-ebeten,
und sie hatte ihn zurückgewiesen. Ra'ch sch-ritt er weit-er.
Da rief eine lieb-e Stimme laut seineii Nam-en. Heinz,
Heinz!" Und llb-er die Heide slog Le:ii auf ihn zu. Er
breitete seine Arme aus und sie ließ sich lachend hälten.
, „Ach, die Quälerei, Schatz, für mich und Dich", sagte
fie leise. „Jch gehe nicht, ich kann ja nicht. Jch'bleibe
,b-ei Dir und laß Dich nicht mehr.
Mutmafiliches Wetter am 2. und 3. Septembcr.
(Nachdruck vcrboten.)
^ Der grotze Luftwirbel steht jetzt mit seincm Drchpunk-t von
780 Mllmtr. ii'ber Nord-Skandinavicn. Ein mäßigcs Atini-
mum von w-cnig untcr Mittel bcfjndc-t sich über dcr Donau-
mündung. Der Hochdrilck von 765 M'limtr. hat Fortschritte gc-
macht und bcherrscht jctzt ganz Frankreich, einon grotzen Teil
dcr Schw-eiz un-d Sü'ddcutschland. Für Mi-ttwo ch und D o n-
nerstag ist daher grötztenteils trockenes -un!d warmes Wc-t-
tcr zu erwartcn.
_ Neckarwasserwärnie 18" Celsius.
Von kergmann L (o., s?3clebeul - vreLcien, erreugt ro8i'ge3 jugenLjfri3cs>e8 ^U83eben, reine vvieiLe 8ammet-
v-eiciie t-saut unci rarten blsnclenci^csiönen leint. ä Ztllck 50 ?fg. ciberall ru baben.
V,0kiIVI8
site, sa^enüeriiümle 8tucit sm Küsin, mit üerrücüem romuniscüem vome, ciem
deriiümien !.utüercien!c,nsl unck ckem sn vorxescüicütücüen, römiscüen unck
trLnkisciien tütertümern reicüen ?uu!usmuseum in cker romsn. ?au!uskircüe.
us xuterfigmiiie.vvelcüe Kennt-
nisse in cker en^I. unck frsrirös.
8prscle üst, suctit StsIIunA
ais Qeseüscüstter-ocker Keise-
üeßleiterin.
6ek>. Offerten unter dt. K.
100 sn cken VeriaA ckieses
ölsttes.
. -lsfsrm- .
^ssksursnt
(IiV8wniscIie8 8pe>8eliau8)
lvtt 8zupl8ti-a88ö Ittv
Ksin l'. infirvar x.
8tac1t-
tierau5§e§eben im
^n^eiZer.
^uftraZe cles Ztacjtrate^.
Hioiirki'rki'ogi'smmk.
WsßEissi' cjunoli clLL ^selcLrtal, clis VsrZsii'aLLS uncl cisn Ocjsn^alcl.
Hrsekeinl vvülirenä cler iVIonnls iVIni dis ein8LkHe88ÜLli Lsptsmbsr vvöcdenliiLd bmsi, >8l in niieg Qn8ldoisn unä ?en8>onen, Kuiieellüu8örn unä VVirt8ciiuiteu verbreitet, äisnt ui8 uus-
scbiis88iicke8 umtÜLbes prosrunini iür cüe Konrerte cies 8lüäti8ciien Orciis8tsr8 unci üLLl in cisn lleseriiiimern ruüirsicüer Kurorte. uu8vürtiLen öuiiniivi8vvirt8Liiuiten unci Qustüöisn
unci son^lisen Kremöensuientiiuitsorten uui. — LeruZspreis iür cüe ^un^e KrsLiieinunLsreit init 2usteiiunL /Vlk. Z.—. Ourcii cüs ?ost beroZsn Nk. 6.— susscüiisssÜLii IZssteiiLeici.
^nreiZen 20 ?ienni8 ciie secüsLespsilens ü>etit2eiis ocier öeren Kuum. Lei XViecierüoiunZen nsmüuitsr ülucüiuss.
Hr. 103. öiensSgg, cjk?» j. Leplsmber 19Ü8.
Ihr Lebewohl.
. „Kein Brief fiir mich da, Frau Maurer?" Leni rief
,cs schou beiiu Eintritt iu deu Flur ihrer Wirtiu zu. Die
frat aiis dor Küche und wischte sich noch schnell die Hände
M der Schürze trocken.
, „Doch Fräulein Kleiu, ein prvßer mit fremder Marke,
ich habe ihu Lriunen auf den Tijch gelegt". „Ha, endlich",
Lcni sagte es init einem Seufzer der Erleichterung. Sie
öffnete ihre Türe, aber ehe sie von iunen fchl-oß, rief sie
.n-ochl durch den Spalt zurück: „Halten Sie mir den
Daumen, daß es gut gegangen ist!"
. Mit einer rafchen, entWossenen Bewegung riß sie
.den Um'Wag auf und entfaltete daz Schreiben. Beim
Lesen erhellten sich ihre hübschen Züge mehr und mehr.
Mit einem fröhlichen, herzhaften Lachen legte sie !öen
Brief hin uNd ging mit leichten Schritten im Zimmer
auf und ab.
„Also doch", lächelte sie vor sich hin. „Wie komm i'
.mir vor in ineiuer ueuen Würde: MusiU und Spraä
lehrerin i,r einem Vornehmen PeNsiouat in 'Paris." Und
tn Awei Wochen follte fie schon d!ort sein! Was> würden
ihre Schiüerinuen fageu, wr'nn sie ihnen die Klavier-
.stuuden so piötzlich aufsagte. Ach, eigeutlich war es zi«m
Lachen, daß sie!die Stelle erhalten hatte, wie viöle moch-
ten stch gemeldet haben. Was würde aber Heinz daz,u
sagen, ihr lieber guter Heinz? Er würde sein ernstes
iGesicht aufsetzen, das seinen Ssxtanern in 'der Schule sv
tmponierte, und sie groß ansehen. Aber sie hatte sa
.immer gesagt, daß sie gar zu gern erst noch cinmal ins
Ausland ginge, um sich in den Sprachen noch auszu,bil-
iden. Und er wußte ja auch, daß sie sich gemelöet hatte.
.illun blieb nichts übrig, als daß er wartete, bis sie wicder-
tam. Jn zwei Jahren war ja auch noch Zeit zum Hei-
raten. Sie waren ja beide noch juna?
, Jn ihrer übermütigen Laune ging sie zu dem Sch-reib-
.tisch am Fenster, nahm ein- Kärtchtzn nnd schrieb ein paar
KVorte an Hcinz:
„Schatz, der große Wurf ist gelungen. Deine kleine
Leni nimmt in 14 Tagen Ahschied von Deutichland un-d
poandert in das Land der graßen Nation. Sonntag
tetztcr Ansflug zn z!weien dur-ch die Wälder. Treffpuiikt
wie im-mer. Znm -S-chluß rührender A!b/chi«d mit Trä-
nen. Znlaßkarten unbezahlbar. Freust Du Dich auch
ein wenig mit mir? Jch bleib g-ewiß nicht zu tang und
-bl-sibe immcr und imm-er
- Deine Jrene L-eni."
. Ein Liedchen trällernd fchrieL sie die Adresse und
prachte 'das Briefchen hinaus in 'die Küche. -Sie öffnet-e
so ungestüm die Tür, daß sie Frau Maurer fast um-
.rannte. Den A-ugenblick konnte sie sich nicht cntgehen
lassen. Lachcnd umfaßte sie die rundlich-c Gestalt und
saalzte init ihr durch hen schmaien Raum an Tis-chen un-d
Stühten anstoßend- his zuin Fenster Dort drückte sie
-die atemlose Dnme sanft auf den Stnh'l nieder, machte
.einen steifen- Knix und sagte: „Alle Achtung, Sie tanzen
gochl vorzü-glich-. A'b-er gelt, nun sind Sie auch so> gut
,und- lassen mir von ihrem Bub den Brief bewrgen. Aber
siufen -Sie ihn mal gleich, eben war er noch auf der
Straße, aber im nächsten Augenblick kann er mit einem
Tutzeiid Freunden schon weg fein. Versprechcn Sie ih-m
zneinetwegen das Blaue voni Himmet herunter, wen-n
er nur schnell läuft. -So, und Lann noch sine Ueber-
iraschung. -Jch- geh-e in zwei Wo,ch-en fort. Do-chl keine
Sorge, ich Wciß schon jemanden, der Jhnen das Zimmer
sgern abnimnit. Jch bring- es schpn in die Reihe."
c Und wie der Wirbelwind war sie zur Tür hiiiaus.
sHini-mel, es gäb viel zu tun, wcnn sie so b-ald reisefertig
,scin ollte. Sie Iwollte glleich- anfangen. Ule!berlegeii-d
istaüd ste in der Mitte des Zimmers- un-d fchaute in dem
ikleinen, freundlichen Raum von einem Gegeüstand zum
,andern. Ja, wo -sollte sie denn anfangen? Heute wurde
,ja doch nichts Äaraus, sie -war viel zu unruhig. Da tieß-
ste es Loch woh-l no-ch.
, Sie ging zum Klavier imd schlug ein' paar Töne air
ijubelnde, laute Accor-de. Sis spielte weiter un'd riß
stch felbst mit fort, ihre Freude. ihr Glück, Hre sonnige
,Natur lagen in dem Spiel. Un'd doch — zutetzt sang
nnid spiclt-e sic ganz leise: „Lebewohl, mein armes Lieb.'
, Es war ein herrlicher Sonntag im- früh-eni Herbst.
iAn d-en Mau-ern glühte der 'wilde Wein in tief-em Rot.
,Auch die Bäume zeigten jenen lei'en, hcllen Schimmer, !
,der in seiner Schvnheit doch- den Keim des Sterb-ens
trägt. Tiefblau lockte der Himmel, Aus der sonnigen
Halde stand Blüte an Müte das zaiie, bescheidsn-e H-eiide-
kraut.
> Dort, -wo dte Wege vo-n der Stadt herauf in den Wald
iM-ünden, saß Heinz Kerber auf einem Stein und- schaute
in 'has sonneiidurchteuchtete -Land hinaus. Sein fchmales,
-kluges Gesicht war ernst und still, und die Augen schiicnen
jdie Schönheit umher kaum zu erfassen, sie tväumten in
,die Ferne. Wo Lcni nur blieb. Er fuhr ein wenig nn-
geduldig auf. Sie war doch! sonst nicht s-o unpllniktti-chj
,Dort unten in einem der letzten Häuler der Straße
,wohnte sie. Ob sie wvhl- schvn unterweg-s war? Sie be-
reitete wohl viel -vor zur Abreise. Und nun kamen ihm
wioder die Gedanken. Wie sch-ön hatte er es sich ge-
bacht, -sie im Frü-HIing -heimzuführen. Un!d sie wollte sort-
,geh-en. Er Hi-Ät sie nicht, gewiß nicht Sie war zu setb-
ständig, sie wußte, was sie tat. Er tat anch- nicht, man
bettelt nicht um Liebe.
, Guten Ta-g, Hans Guck in die Luft", sagte da jemand
geben ihm. Ein-e schlankp Gejtalt ini weißen Kleid
ibeugte sich über ihn und zwei blane Augen schauten ihn
fchelmisch an. „Leni", er sprang aus und -ergrifs ihre
Hände. „Leni, Liebste". Seine ganze innige Licbe lag
,in bem Namen. Er nahm ihren Kopf in seine Hände
,und sie legte ihre Arme um seinen Hols. Srine Lippen
berührtcn san'ft ihren ZNund. Sie schaiire in seine lie-
,ben Augen und lachte lant und selig hcraus: „Ach, Heinz,
,mein lieber, lieber Heinz." - ' -
„Aber was tun wir nur", meinte sie und macht-e sich
frei, „wie zwei dnmme Kind-er stehen wir hier, unö' wir
wollen doch noch einmal tüchtig geh-en und sehen, wie
fchön es hier ist." Er nickte nnr unv faßte ihre Han'd-,
,mid iiebeiieinander fchritten sie in den Wald hinein
Langsam schritten sie den gewUli'denen Pfad hinauf d-cr
Köhe d-es BergeZ zu. Andere Spaziergänger überhvlten
ste lachend- uiiid 'ch-watzend, a'ber sie achteten nickst darauf.
Sie bogen in einen einsameren Weg ein. Zwischcn schlan-
ken Taniienstämmen stiegen sie allniählich- hoch. Die
,Sonne schieii hinab anf den Boden und lenchtete durch-
chie weit au-sgestreckten Tannenzweige, daß sie goldgrün
heuchiteten. Die Luft dnrchzog würziger Harzgeruch.
j L-enis frohe Lanne war dah-in^ Sie wollte ein- necken-
ides Wort, einen Scherz sagcn, abcr immer wie-der schwieg
ste, -wenn ste ih-res Verlobten ernstes Gesich-t von der
Seite betrachtete. Vor ihnen am Abhang stand im
Sonnenlicht eine Bank. „Komm, wir wollen uns fetzen,
ihier ist sa fchön", -meinte sie, und sie iießen fich nisd-er.
,Bor dem kleinen, friedlichen Platz wor ein Ausblick ge-
-fchlagen. Uebex einen niedrigen, waldigen Gipsel blickte
inan in die weite Ebcne. Von DnnstÄsteiern umhüllt
lag ste da. Nur der Fluß schimmerte -glänzend aus >dein
.stnmpfen Grau hervor, das abgetönt in das Blou das
Himmels übergiiig.
, „Das Ende der Welt", sagte Heinz. Doch Leni schüt-
,telte den Kopf. „Nicht wie das Ende der Welt steht es
.hier aus. Ueb-er der Welt mit Hrer Not un-d Plage ist
.der sonnige Platz auf der Höhe. Alies Lcid liegt vcr-
borgen im Nebet, und hier oben ist Friedc und Sonne
und Glück. O, Heinz, daß man fo viel Schönheit ver-
lassen will!" SH umfaßte seinen Arm mit Hrer Hand
,und preßte ihren Kopf an seine Schnlier.
- Da erfaßte ihn einc plötzliche Leidenschaft. Er drnckte
K'uß um Kuß auf ih-re Lippen. V-ergesfen war fein Stojz,
,sie durste nicht gehen, sie mnßte bleiben. „Le'iii, süße, licb-c
Leni, geh nicht, bleib -hier, bleib bei mir, was ist mir
allas ohne Dich. Nein, Du darfst nicht geh-en, Du will'st
,ja auchi gar nicht, Dn kann-st ja gor ni-cht. L-eni, ichi weiß
ein-e gute, tr-eue Mutter, die sich nach. einer To-chter sehnt,
die i-hr die lange Winterszeit verkürzt, die trüben Tage
.vergoldet. Willst Dn nicht zu mciner Mutter gehen?
Und ich weiß einen Ma-nn, der sich im Frühiahr feine
liebe Braut hcinHolen wollte. DenH dvch auch- an mich,
Leni! Wir können ja reisen- -wohin Du willst Kh! werde
,lang Ferien n-ehmen und wir fahren nach Paris, Jtalien;
was Tü willst, sollst Du sehen. Gest Du blcib-st, Tu
gehst nicht f-ort?"
Mit eiwer raschen Bewe'gung machte sle sich- los.
.„Was- tust Du d-eiin", fagt-e sie mit leiser Ungeduld, „Du
weißt, wie ich mich auf 'dies Fahr im fremden Land
freue. Jch will nicht schöne Orte und Plätze sehen, ich
will daZ Leben und das Streben draußen kennen lernen.
Und dazu muß ich allcin und nngeönnden g-ehen. Heinz,
,verstehe mich doch. Jch möch-te in der Ferne sertiger, g-e-
.reifter werden, einen weiteren Blick bekomwew. Bitte
,nicht mehr, mein-st Du, ich ginge -gsrne von Dir? Halte
mich nicht mehr."
, Sanft nahm er ihre Hände in die seinen, wh ihr in
,die 'Ang-en und sagte ruhig: „Nein, ick halke Di-ch nicht."
, Sie staiiden auf und schritten schv-eigfaiii den Weg zu-
,rück. Leni tstickte vor sich hin, ihre Freude ain Fortgehen
chatte sie verloren.
, DruNteii ain WälSsaum, 'wo ihre Wege sich trennten,
blieb sie stehen. „stch gehe mit Dir " sagte er und wollte'
weitergelh-eii. Do-ch ste läch'elte mit einem Versnch, zu
fcherzen: „Kann- ungeleitet nach Hause gehen." Da rcichtc
er ihr die Hand hin. „Lebewohl, mein Lieb. Nächsteii
Sonntag ist wo-hl keine Zeit mehr istr mich: aber ich. i'eh
Lich sa noch." Sie hielt seine Ha,,d fest: „Dn bist so
eriist, bist Du böse, daß ich gehe." Seine Augcn sahen
fie groß an: „Soll ich tachßn, wenn T-u fortg-ehst?" „L-eb
wo'hl", war das Einzige, was -sie entgegnete. Und er
wandte sich und ging langsam den Weq dnrch die blnhende
Heid-e.
Leni b!livb 'stehen und blickte Hri unverwandt n-ach.
,No-ch- einnial fchaute er zurück nnd jah die liebe Gestalt
,im weiß-cn Kleid dort ob-en stehen, von -der scheidenden
Soiine rot ü'berstrahlt. Und es wac ihm, äls müßte er
zurückeilen und sie halten — fest, fest nnd nicht mehr
fassen. -Ab-er es ging nicht mehr, er hatte schon g-ebeten,
und sie hatte ihn zurückgewiesen. Ra'ch sch-ritt er weit-er.
Da rief eine lieb-e Stimme laut seineii Nam-en. Heinz,
Heinz!" Und llb-er die Heide slog Le:ii auf ihn zu. Er
breitete seine Arme aus und sie ließ sich lachend hälten.
, „Ach, die Quälerei, Schatz, für mich und Dich", sagte
fie leise. „Jch gehe nicht, ich kann ja nicht. Jch'bleibe
,b-ei Dir und laß Dich nicht mehr.
Mutmafiliches Wetter am 2. und 3. Septembcr.
(Nachdruck vcrboten.)
^ Der grotze Luftwirbel steht jetzt mit seincm Drchpunk-t von
780 Mllmtr. ii'ber Nord-Skandinavicn. Ein mäßigcs Atini-
mum von w-cnig untcr Mittel bcfjndc-t sich über dcr Donau-
mündung. Der Hochdrilck von 765 M'limtr. hat Fortschritte gc-
macht und bcherrscht jctzt ganz Frankreich, einon grotzen Teil
dcr Schw-eiz un-d Sü'ddcutschland. Für Mi-ttwo ch und D o n-
nerstag ist daher grötztenteils trockenes -un!d warmes Wc-t-
tcr zu erwartcn.
_ Neckarwasserwärnie 18" Celsius.
Von kergmann L (o., s?3clebeul - vreLcien, erreugt ro8i'ge3 jugenLjfri3cs>e8 ^U83eben, reine vvieiLe 8ammet-
v-eiciie t-saut unci rarten blsnclenci^csiönen leint. ä Ztllck 50 ?fg. ciberall ru baben.
V,0kiIVI8
site, sa^enüeriiümle 8tucit sm Küsin, mit üerrücüem romuniscüem vome, ciem
deriiümien !.utüercien!c,nsl unck ckem sn vorxescüicütücüen, römiscüen unck
trLnkisciien tütertümern reicüen ?uu!usmuseum in cker romsn. ?au!uskircüe.
us xuterfigmiiie.vvelcüe Kennt-
nisse in cker en^I. unck frsrirös.
8prscle üst, suctit StsIIunA
ais Qeseüscüstter-ocker Keise-
üeßleiterin.
6ek>. Offerten unter dt. K.
100 sn cken VeriaA ckieses
ölsttes.
. -lsfsrm- .
^ssksursnt
(IiV8wniscIie8 8pe>8eliau8)
lvtt 8zupl8ti-a88ö Ittv
Ksin l'. infirvar x.



