Ladtnburg
Wenige Iahrc vor dem Krie.q stieh man bei der
Anlaae einer Heizunq für das zweitürmiqe qotische St-
Eallus-Münster in Ladenbura in einer Tiefe von drei I
Metern auf mächtige
Mauerfundamenie, deren
Zug dank deszurTatwer
denden Interesses eines
reichen Mannheimers
nach wiissenschaftlichen
Grundsätzen erschöpfend
— soweit die heutige bau-
liche Beschafsenheit des
Ltadtviertels es erlaubte
— weiter verfolgt wer-
den konnte. Man kam. zu
Lem Ergobnis, daf; hier
ein grohes öffentliches
Cebäude aus rer Römer-
zeit gestanden hat, dessen
Hanptbau einen Erund-
rig von 80 auf 30 Meter
aufweist, dessen Neben-
Lauten zusammen bei der
selben Länge auch noch
etwa 20 Meter Breite
hatten. Die blntersuchung
des gangen Bauplatzes
konnte nicht voll'ständig
durchgeführt werden, da
guer über die römischen
Mauerreste hinweg, mU
seiner Länge fast in der
Achse stehend und die
Breite des damaligen
Eesamtbauss erreichenv,
heute mit genau demsel-
ben Haupteingang die
§t. Ealluskirche steht,
Der Düdflügel reicht bis
in den Earten der be-
nachbarten evangelischen
Kirche hinein, während
auf den -Mndamenten des
Nordflllgels heute die
Apotheke am Marktplah,
sowie die benachbarten
Häuser 203 uno 204, so-
wie in der Kirchgasse
noch die Häuser 210 und
211 ruhen. Auch das, was in harter, dreivierrel Iahre
dauernder Arbeit oon Iundamenten freigelegt werden
konnte, durfte natüblich nicht sür bmmer offen liegen
blsiben. Man hat sich damit geholfen, den MauerMg
unter der Kirchstraße durch anderssarbige Pflasterung
und in den Pfarrgärten durch Anlage von Hecken sür
den Besucher M bezeichnen. An gwei Stellen, einer
südlich und einer nördlich des Dt. Eallusmünsters, hat
man kurge Mauerteile ofsen gelassen, so datz auch der
minder phantasievolle Beschauer aus diesen gewaltigen
Bruchstücken aus die Gröpe und Bedeutung des gangen
8t. 8obo8tion.
Baues schliegen kann, der als Kaushaus und Gerichts-
haus einst der wirtschastliche und Verwaltungsmittel-
punkt des ganzen heutigen nördlichen Landes Baden
war. Jrgendwelche Jnschristen hat urau bei den Aus-
grabungen nicht gesunden, aber Sachverständige glauben,
die Bauzeit in die erste Hälfte des dritten JahrhunderlS
n. Ehr. verlegen zu müssen. Hält man sich die Tatsache
vor Auaen, dag in der Stadt, oder in unmittelbarer
Nähe einst wichtige Stragen kreuzten, und dasz auf den
römischen Meilensteiinen die Entfernungen von Laden-
burg aus berechnet angegeben werden, daf; weiter so ein
stolzes Kaufhaus der
Stadtmittelpunkt war, so
wird man ohne jeden
Zweisel feststellen können,
daf; im dritten Jahrhun-
dert die Blütezöib der
Stadt Ladenburg War.
Verschiedentliche Iunve
aus noch früherer Zeit
lassen darauf schliegen,
daf; der Plah schon ,zur
Bronzezeit eine geschlos-
sene Niederlassung war.
.Lopodunum" nannten
die einrückenden Römer
den Ort und später nach
dem Kaiser Marcus bll-
pius Trajanus „Eivktas
lllpia Sueberum Nicre-
tum", mit , Neckarschwa-
Len" bezeichneten !sie also
die hier vorgesundenen
Ansässigen, die nach un-
serer Anschauung zu den
Kelten gehört hab-en
dürsten.
Im Iahrr 270 n. Ehr.
war es auz mit der Herr-
lichkeit Lopodunums. Iu°
gendstark Lherflutcte das
Alemannenvolk den
Grenzwall des sterbenden
röntischen Neiches, und
die Eivitas lllpia wurde
von Grund auf zerstört.
Auch in der Eeschichte der
Stadt wird es nun für
Iahrhunderte ganz dun-
lel. Erst später, als dle
Gegend zum Iranken-
reiche gehörte, und zum
Teil von linksrheinischen
Iranken HIiedelt wurde,
erblühte sür die Stadt
eine Ze-it der Nachblüte.
die aber nur cin Abglanz
e-instiger Bedeutung war. Durch Schenkung kam „Ldbet-
dcnburc" an das Bistum Worms, während später das
ganze Land ringsum an die Pf-alz übertragen wurde.
Nach kriegerischen Ausoinandersetzungen, die für die
Wormser schlecht ausgingen, .wurde die Hälfte Äer Stadt
an die Psalz vcrpfändet, -um endlich 1705 ganz pfül-
zisch zu werde-n. Ungeheuer hat Äie Stadt -im Dreitzig-
Wenige Iahrc vor dem Krie.q stieh man bei der
Anlaae einer Heizunq für das zweitürmiqe qotische St-
Eallus-Münster in Ladenbura in einer Tiefe von drei I
Metern auf mächtige
Mauerfundamenie, deren
Zug dank deszurTatwer
denden Interesses eines
reichen Mannheimers
nach wiissenschaftlichen
Grundsätzen erschöpfend
— soweit die heutige bau-
liche Beschafsenheit des
Ltadtviertels es erlaubte
— weiter verfolgt wer-
den konnte. Man kam. zu
Lem Ergobnis, daf; hier
ein grohes öffentliches
Cebäude aus rer Römer-
zeit gestanden hat, dessen
Hanptbau einen Erund-
rig von 80 auf 30 Meter
aufweist, dessen Neben-
Lauten zusammen bei der
selben Länge auch noch
etwa 20 Meter Breite
hatten. Die blntersuchung
des gangen Bauplatzes
konnte nicht voll'ständig
durchgeführt werden, da
guer über die römischen
Mauerreste hinweg, mU
seiner Länge fast in der
Achse stehend und die
Breite des damaligen
Eesamtbauss erreichenv,
heute mit genau demsel-
ben Haupteingang die
§t. Ealluskirche steht,
Der Düdflügel reicht bis
in den Earten der be-
nachbarten evangelischen
Kirche hinein, während
auf den -Mndamenten des
Nordflllgels heute die
Apotheke am Marktplah,
sowie die benachbarten
Häuser 203 uno 204, so-
wie in der Kirchgasse
noch die Häuser 210 und
211 ruhen. Auch das, was in harter, dreivierrel Iahre
dauernder Arbeit oon Iundamenten freigelegt werden
konnte, durfte natüblich nicht sür bmmer offen liegen
blsiben. Man hat sich damit geholfen, den MauerMg
unter der Kirchstraße durch anderssarbige Pflasterung
und in den Pfarrgärten durch Anlage von Hecken sür
den Besucher M bezeichnen. An gwei Stellen, einer
südlich und einer nördlich des Dt. Eallusmünsters, hat
man kurge Mauerteile ofsen gelassen, so datz auch der
minder phantasievolle Beschauer aus diesen gewaltigen
Bruchstücken aus die Gröpe und Bedeutung des gangen
8t. 8obo8tion.
Baues schliegen kann, der als Kaushaus und Gerichts-
haus einst der wirtschastliche und Verwaltungsmittel-
punkt des ganzen heutigen nördlichen Landes Baden
war. Jrgendwelche Jnschristen hat urau bei den Aus-
grabungen nicht gesunden, aber Sachverständige glauben,
die Bauzeit in die erste Hälfte des dritten JahrhunderlS
n. Ehr. verlegen zu müssen. Hält man sich die Tatsache
vor Auaen, dag in der Stadt, oder in unmittelbarer
Nähe einst wichtige Stragen kreuzten, und dasz auf den
römischen Meilensteiinen die Entfernungen von Laden-
burg aus berechnet angegeben werden, daf; weiter so ein
stolzes Kaufhaus der
Stadtmittelpunkt war, so
wird man ohne jeden
Zweisel feststellen können,
daf; im dritten Jahrhun-
dert die Blütezöib der
Stadt Ladenburg War.
Verschiedentliche Iunve
aus noch früherer Zeit
lassen darauf schliegen,
daf; der Plah schon ,zur
Bronzezeit eine geschlos-
sene Niederlassung war.
.Lopodunum" nannten
die einrückenden Römer
den Ort und später nach
dem Kaiser Marcus bll-
pius Trajanus „Eivktas
lllpia Sueberum Nicre-
tum", mit , Neckarschwa-
Len" bezeichneten !sie also
die hier vorgesundenen
Ansässigen, die nach un-
serer Anschauung zu den
Kelten gehört hab-en
dürsten.
Im Iahrr 270 n. Ehr.
war es auz mit der Herr-
lichkeit Lopodunums. Iu°
gendstark Lherflutcte das
Alemannenvolk den
Grenzwall des sterbenden
röntischen Neiches, und
die Eivitas lllpia wurde
von Grund auf zerstört.
Auch in der Eeschichte der
Stadt wird es nun für
Iahrhunderte ganz dun-
lel. Erst später, als dle
Gegend zum Iranken-
reiche gehörte, und zum
Teil von linksrheinischen
Iranken HIiedelt wurde,
erblühte sür die Stadt
eine Ze-it der Nachblüte.
die aber nur cin Abglanz
e-instiger Bedeutung war. Durch Schenkung kam „Ldbet-
dcnburc" an das Bistum Worms, während später das
ganze Land ringsum an die Pf-alz übertragen wurde.
Nach kriegerischen Ausoinandersetzungen, die für die
Wormser schlecht ausgingen, .wurde die Hälfte Äer Stadt
an die Psalz vcrpfändet, -um endlich 1705 ganz pfül-
zisch zu werde-n. Ungeheuer hat Äie Stadt -im Dreitzig-



