Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Hrsg.]; Württembergischer Altertumsverein [Hrsg.]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Hrsg.]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Hrsg.]
Fundberichte aus Schwaben — 8.1900

Seite: 75
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2) Brandgrnb mit 2 Krügen und 1 Lämpchen.
Ausser menschlichen Skeiettteilen fanden sich auch die Knochen
eines Tieres (Schwein?) mit Scherben.
In diesem Teil des Gräberfeids war sowohi ein Graben, ais ein
mehrfach rechtwinkelig abbrechender Steinsatz von ca. 80 cm Breite
und 35—40 cm Stärke festzusteiien.
Hiezu kommen noch weitere Grabungen mit Funden, über die
Herr Verwaiter HöscHLE folgendes berichtet: „Ich liess in einem
kleinen Stück Land, das von den Haupifundpiätzcn zurückgeiassen,
Nachgrabungen vornehmen, und sind hier auf einer Länge von ca.
30 m und 3^/2 m Breite mindestens 15—20 Skeiette blossgelegt
worden. Beigaben konnten nur bei einzelnen festgestelit werden,
und zwar: 1 Krug, 1 kieine Urne. 1 Urne, 1 Becher. 1 Terra
sigiiiata-Teller. Scherben und 4 Nägei (18—20 cm lang). 1 Krug,
1 Lämpchen, 1 Becher. 1 Becher, 1 Schüsselchen von Terra sig.,
1 Krug, 1 Beinnadel. Lage meist von Nord nach Süd. Ein vor-
zügiich erhaitener Schädel konnte gerettet werden."
Auch diese Beobachtungen bestätigen, dass u. a. die Skelett-
gräber weniger Beigaben aufweisen als die Brandgräber.
Man wird nunmehr annehmen können, dass das Gräberfeld im
wesentlichen erschöpft ist.

Neue Funde vom „Altenburger Feld" bei Cannstatt.
Von E. KapfF.
Im Winter 1899/1900 wurden in dem zum „Altenburger
Feld" gehörigen Areal der RAPP'schen Ziegelei beim Abheben
der Lösserde für die Ziegelgewinnung 4 Gräber blossgelegt. Dank
der sofortigen Benachrichtigung durch den Besitzer des Anwesens
konnte ich bei 2 Grabstätten das Fundprotokoll sofort nach der
Blosslegung der Funde aufnehmen, bei Grab 3 und 4 wohnte ich der
Aufdeckung bei. Sämtliche Gräber lagen 1,20—1,30 m unter der
OberHäche, 2 davon in 1 m Entfernung nebeneinander, die 2 anderen
(3 und 4) je in einer solchen von etwa 6 m nordwestlich und nord-
östlich von den ersteren. Ca. 10 m von den beiden benachbarten
Gräbern, in östlicher Richtung, wurde eine grosse Brandplatte mit
viel Holzkohle angeschnitten, die sich noch jetzt von der Lösswand
des noch nicht abgegrabenen anstossenden Ackers deutlich abhebt.
Ihr Durchmesser von Nord nach Süd beträgt ca. 9—10 m.
Grab 1. Vom Skelett nur ein Knöchelchen, keine Spuren von
Leichenbrand, dagegen ein regelrechtes Erdgrab, wie wenn es sich
um Leichenbestattung handelte.
Beigaben: Eine aufrechte menschliche Figur aus Bronze von
7—8 cm Höhe, zwischen den Beinen noch Reste eines Kettchens.
Bruchstücke eines Halsrings von Bronze, an dem das Figürchen
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