Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 17.1909

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gehaltenen Hohenweg zwischen Kocher und Brettach, der vorgeschicht-
lich ist. Wenige Schritte südwestlich scheinen die Reste eines 2. Grab-
hügels zu sein. — Altert.-S. Inv. A 35. (Vermittlung von Lehrer Munz-
Gochsen.)
Obermarchtal. Im „Weitenwegteile“ untersuchte stud. theol.
Munding auf der Wiese seines Vaters 1 Hügel der mittleren Hallstatt-
zeit. Die Grabung, die der Ehinger Altertumsverein vollenden will,
ist noch nicht abgeschlossen.
Ratzenried OA. Leutkirch. Aus einem der Grabhügel bei Ratzen-
ried stammt eine bronzene Lappenaxt 10,5 cm lang, 4,2 cm breit an der
Schneide. (Von mir gesehen im Gräflich Schaesbergschen Schloß in
Tannheim.) Goe.
Oberamt Ravensburg. Hallstattfunde. Von Hauptmann Diehl-
Weingarten.
1. Im Frühjahr 1909 entdeckte ich eine ganze Gruppe von
Hügelgräbern in dem Walde auf dem etwa , je 300 m nördlich von
den beiden Höfen Wurzenmaier und Ob. Beizenhofen ge-
legenen Hügel. (Beide Höfe an der Straße Weingarten—Intobel
—Zogenweiler gelegen und zur Gemeinde Berg gehörig.) Die Hügel,
sämtlich ihrer Größe nach jedenfalls einst nur Einzelbestattung
enthaltend, sind ohne Ausnahme schon ausgeraubt durch Angrabung
von oben. Mehrfache Durchsuchungen ergaben nur noch einzelne
Holzkohlenreste. Die Hügel sind alle aus steinfreiem Sande, ohne
Steinsatz, aufgebaut. Auch bei Zuberg, im Walde 400 m nördlich
der zuerst erwähnten Hügel, finden sich einige teils von oben her,
teils der Länge nach erschlossene Hügelgräber. Die in der Oberamts-
beschreibung erwähnten Hügel bei Straß dagegen sind nicht aufzu-
finden und auch dort bei den Leuten gänzlich unbekannt. Vielleicht
sind die Grabhügel 400 m nordwestlich Schloß Benzenhofen im dortigen
Walde gemeint, die aber stark 2 km nördlich von Straß liegen. Auch
sie sind sämtlich ausgeraubt und zerstört.
2. Ferner habe ich das Grabhügelfeld im Dickwald, Gern.
Berg, näher untersucht. (Vergl. Fundb. XVI, 23 f.) Dieses besteht
aus etwa 20 Hügeln, z. T. bis 20 m im Durchmesser haltend und 3 m
hoch, z. T. nur 7—10 m lang und x/2 nl hoch. Sie sind fast alle, teils
schon in den 50er, teils in den 70er und 80er Jahren des letzten J ahr-
hunderts angegraben (vergl. Föhr, Hügelgräber S. 34 f.) oder durch-
gegraben worden, z. T. ein häßliches Bild der Zerstörung bietend.
Einzelne Hügel nur, unter Gestrüpp verdeckt, sind bis jetzt glücklicher-
weise dem Forschungsdrang noch entronnen. Ich durchsuchte zu-
nächst im Sommer 1909 einen kleinen schon durchwühlten Hügel,
so gut es bei den darauf stehenden Bäumen anging, noch einmal und
fand schon, kaum 20 cm tief, beisammenliegend, 4 schmale Bronze-
drahtarmringe (Rasselringe) und einen kräftigeren Oberarmring, an-
scheinend noch in situ. Zerstreut fanden sich ferner einige Bronze-
blechstückchen, vielleicht von einem flachen Gefäß, ohne jede Ver-
zierung, und, was ich für das Wichtige hielt, ein kleiner Scherben
eines Tongefäßes. Die Verzierung besteht aus konzentrischen
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