Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 19.1911(1912)

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Abb. 4. Südostecke der Riesenschanze (Wall und Grabenmulde).

Zwei Viereckschanzen.
Von G. Bersu-Tübingen.
I. Die „Riesenschanze“ auf der Federlesmad bei Echterdingen1.
Mit 1 Tafel (III) und 5 Textabbildungen.
Die Chaussee Stuttgart—Tübingen gabelt sich einen halben Kilo-
meter hinter dem durch die Zeppelin-Katastrophe bekannten Dorfe
Echterdingen in die alte und neue Tübinger Straße. Die neue Trace
der Chaussee umgeht einen von Norden weithin sichtbaren bewaldeten
Bergrücken, der seine höchste Erhöhung in der fast 500 m hohen
Federlesmad hat. Wie sich aus den Höhenkurven auf dem Meßtisch-
blatt Böblingen ergibt, fällt der Berg nach allen Seiten 50 m recht steil
ab. Auf der Nordseite läuft der Hang dann sanft aus, während der
Berg nach Süden und Westen mit gleichem Gefälle wie die ersten 50 111
bis auf das 370 m hoch liegende Reichenbachtal sich senkt. Einen
Begriff der ganzen Situation gibt der Ausschnitt aus dem Meßtisch-
blatt (Abb. 5). Dem Berghange entspringen in 430—440 m Höhe
ringsum n Quellen. Auch das Plateau des Berges, das etwa 62 000 qm
groß ist, ist feucht.
In diesem Plateau liegt seit alters bekannt und in alle Karten
eingezeichnet eine alte Befestigungsanlage, die der Volksmund zur
Wohnstätte eines Riesen gemacht hat, der in der alten Schanze hauste,
und dem die Einwohner von Echterdingen täglich 2 Kälber als Nahrung
1 Vergl. die vorläufigen Berichte Schwäbische Kronik, 20. Sept. 1911
(No. 439), und den Auszug im Röm.-Germ. Korrespondenzblatt 191 1 S. 89.
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