Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 19.1911(1912)

Page: 28
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fundberichte_schwaben1911/0034
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Römische Zeit.


Bietigheim. Im März fand Ch. Haag beim Anbau seines Hauses,
Eberhardstraße 18, im Lehm, mit einzelnen Steinbrocken zusammen,
2 Bildwerke. Die Fundstelle ist nahe dem Einfluß der Metter in die Enz.

Abb. ii. Statuette aus Bietigheim,
i: 4.5-

i. Männliche Statuette
(s. Abb. ii), Kopf und Beine
abgebrochen, noch 45 cm hoch,
aus Lettenkohlensandstein.
Brust, Unterleib und rechte
Schulter nackt. Über die Hüf-
ten und Oberschenkel legt sich
ein pünktlich ausgearbeiteter
Mantel, dessen zwei Enden auf
dem Rücken Zusammenstößen
und dann zusammen über
die linke Schulter in einen
schmalen und wulstigen Saum
gelegt werden, der an der
linken Hüfte unter dem Mantel
verschwindet. Die Rückseite
ist mit Sorgfalt ausgearbeitet.
Die gesenkte Linke hält ein
büschelartig gebildetes Füll-
horn, nach oben abgebrochen;
der rechte Arni ist über dem
Ellbogen schon abgebrochen.
Dargestellt ist ein Genius.
(Lapid. No. 410.)
2. Männliche Statuette
(s. Abb. 12), etwas zierlicher
als 1., aber in der Stellung
diesem verwandt, jedoch nicht
mit derselben Liebe als Ge-
wandfigur ausgearbeitet, der
Rücken ist rohgelassen. Ma-
terial ebenfalls Lettenkohlen¬

sandstein; mitsamt Basis noch 61 cm hoch. Brust, Unterleib (bis unter
die Hüften) und linke Schulter nackt. Der Mantel mit wulstigem
Saum legt sich von rechts nach links über die Oberschenkel und ist
zur linken Hüfte emporgerafft; dort sind unter ihr die zwei über die
linke Schulter gelegten Enden geschlungen. In der abgebrochenen
Linken ein ebenfalls oben abgebrochenes Füllhorn, glatt bearbeitet.
loading ...