Furtwängler, Adolf
Beschreibung der Vasensammlung im Antiquarium (Band 2) — Berlin, 1885

Seite: 556
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556 Attisch rotfigurig; strenger Stil.

ganzen Komposition markierend, eine kreisrunde ausgesparrte
Scheibe, darauf ein Frauenkopf und Hals, sowie r. Hand,
deren Spitze sichtbar ist, gegen das Gesicht erhoben; ausge-
spartes Band im Haar; Ohrring; das Haar hinten zusammen-
gefasst; das Gesicht nur in Konturzeichnung auf dem Thongr.
Augenkontur geschl. mit Kreis und Punkt als Pupille (Selene?)
Alle Augen auf Seite B) sind in der gew. Manier gemacht
{geschlossener geschwunger Kontur mit Punkt).—DieGewänder
sind auf A) und B) vielfach mit kleinen Kreuzchen versehen.
Die Zeichnung der Falten mit vielen Schwalbenschwänzen ist
überaus fein mit haarscharfen Reliefstrichen. Säume mit
doppelten Relieflinien.

b) Das beträchtlich grössere Innenbild wird von einem Mäander-
streifen eingefasst. Die Form der Schale flacher itnd eleganter.
Der Stil entwickelter, reicher und freier. Hauptmeister
Euphronios, Duris, Hieron uud Brygos.
Erste Gruppe: Maler Peithinos. Der Fuss noch etwas schwer
und niedrig; der ungefirn. ziemlich dicke Rand hat eine Rille oben.
Aussen keine Palmetten. Znnenbild auf dem kreisrunden Boden aufstehend.

1279. (1005). H. o,i3. Dm. 0,34. Vulci, durch v. Bansen 1834 in
Rom erw. —Erhaltung gut: aus grösseren Stücken zusammen-
gesetzt. — Abg. Gerhard, Trinksch. Taf. IX, 1; S. 18 (Innenb.)
und XIV. XV; S. 26 lAussenb.); Panofka, Namen der Vasen-
bildner Taf, I, 2. Overbeck, Gall. her. Bildw., Taf. VII, 6
(Innenb.); S. i83. — Vgl. Welcker, alte Denkm. III, S. 405 ff.
Brunn, Gesch. d. gr. Künstler II, 727. C. J. G. 8283. Arch.
Ztg. 1866, S. i3a (Heydemann); Klein, Vas. mit Meistersign. S. 73.

Innen: Peleus und Thetis in der alten Gruppierung;
Peleus, etwas in die Kniee gebeugt, hat sie mit beiden Armen
um die Mitte des Leibes umfasst; sie sucht nach r. zu ent-
fliehen, wendet jedoch den Oberkörper um, streckt die R.
weit aus und zieht mit der L. den Chiton etwas empor. Der
Raum ist vortrefflich gefüllt. Neben Peleus 1. steht

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neben Thetis r. _

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(Peleus in kurzem ungegürtetem Chiton mit kurzen Ober-
ärmeln; dieser ist wie sämtliche Gewänder auf der Vase in
sorgfältige Abteilungen mit schwalbenschwanzförmigen Enden
gelegt; die Säume mit Relieflinien wie auf 2278; ausserdem

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