Die Gartenkunst — 32.1919

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Blumen- und Rosenrabatten in einem Hausgarten.

schrieben. Die Verfasserin gibt da auf rund 300
Seiten Anweisungen über den Gartenbau im Haus-
garten, die sie selbst in ihrer Praxis erprobt hat.
Sie hat selbst ohne Vorkenntnisse begonnen, viel
Mißerfolge gehabt, sich aber unverdrossen über
alle anfänglichen Schwierigkeiten hinweg zu erfolg-
reicher Beherrschung jeder Art von Gartenarbeit
durchgerungen.

Vom reinen Nutzgartenbau handelt ihr Buch,
das ganz der Zeit angepaßt ist, die nur Nutz-
bringendes brauchen kann. Dieser reine Nutzen
soll nicht nüchtern wirken, sondern durch Blüten
und Blätter verschönt werden. Es leitet an, mit
wenig Wissen, aber viel Verständnis viel Obst,
Gemüse, Kartoffeln zu bauen und zu ernten, ohne

Gartenweg mit einfachem Sdiöpfbecken in einem Obstgarten.

daß darüber die Blumen vergessen werden, die
erst die rechte Freudigkeit in den Garten bringen.

Es enthält eine Menge praktische Ratschläge
über Säen, Pflanzen, Samenbeschaffung, Boden-
bearbeitung, Ernte und Verwertung, Blumen, Obst,
Rosen, Sträucher usw., alles in verständlicher Form
gesagt und mit vielen einfachen, aber treffenden
Bildern erläutert. Das Buch sollte jedem in die
Hand gegeben werden, der sich jetzt dem Garten
zuwenden und darin nicht nur wirtschaftlichen Erfolg,
sondern auch Erholung und erquickenden Genuß
finden will. Auch der Fachmann kann es mit Nutzen
gebrauchen, denn er findet darin das, was der Nicht-
fachgärtner braucht, und wird angeleitet, dessen
Bedürfnissen entgegenzukommen. H.

Graf Arnim-Muskau f.

Am 22. Januar 1919 ist der Besitzer der
Standesherrschaft Muskau, zu der der Fürst-
Pücklersche Park gehört, Exzellenz Graf Arnim,
auf Schloß Muskau gestorben. Er hatte im Jahre
1883 die Standesherrschafl erworben und sie vor
zehn Jahren zu einem Familien-Fideikommiß um-
gestaltet, nachdem er in der wirtschaftlichen Ent-
wickelung des Besitzes sehr erfolgreich gewesen.

Daneben hat Graf Arnim aber die Verpflich-
tung, welche ihm aus dem Besitz der weltberühm-
ten Parkanlagen des Fürsten Püdkler erwuchs,
niemals aus dem Auge verloren. Er wußte deren
Bedeutung zu schätzen und ist unablässig be-
müht gewesen, sie im Sinne ihres Schöpfers zu
pflegen und auszubauen. Unserer Gesellschaft
gehörte der Verstorbene als Mitglied an. Bei

einem Besuch Muskaus im Anschlüsse an die
Görlitzer Hauptversammlung im Jahre 1911
fanden die Teilnehmer bei Graf Arnim gastliche
Aufnahme und konnten sich auf der ausgedehnten
Wanderung durch alle Teile des Parkes von der
Fürsorge überzeugen, die er diesem Teil seines
Besitzes angedeihen ließ. Er führte die Besucher
selbst und wurde nicht müde, sich eingehend mit
ihnen über die getroffenen und geplanten Maß-
nahmen zu unterhalten und Rat und Anregung
entgegenzunehmen.

Wie wir'hören, bringt der jetzige Besitzer,
Dr. jur. Adolf Graf Arnim, dem Parke das gleiche
Interesse entgegen wie sein Vater, die Schöpfung
Pücklers wird also durch den Besitzwechsel in
keiner Weise gefährdet.

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