Geffcken, Johannes
Der Bildercatechismus des funfzehnten Jahrhunderts und die catechetischen Hauptstücke in dieser Zeit bis auf Luther (Band 1): Die zehn Gebote, mit 12 Bildtafeln nach Cod. Heidelb. 438 — Leipzig, 1855

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welchen F. J. Mone, Schauspiele des Mittelalters f., Seite 326 flgg. mitgetheilt hat. Die zehn Gebote kommen
nur noch ganz beiläufig vor, II., S. 111.

Zu S. 30. Die älteste Ausgabe von Nicolaus de Lyra Preceptorium, Coloniae 1477 in 8. findet sich
Leipz. Univ. Bibl. Ebendaselbst ist auch eine gedruckte Ausgabe dieses Buches, in welcher es dem Henricus
de Vrimaria zugeschrieben wird. "Preceptorium egregii professo | ris sacre theologie ordinis beati | augustini
magistri henrici de vir (sie) | maria," ohne Ort, Jahr, Custoden und Signaturen', Fol., in 2 Columnen von
35 Zeilen, 93 Blätter. Auf Blatt 93 a sind beide Columnen nur bis zur Mitte bedruckt. Schluss Col. 2 "nis
operibus obtulit" fehlt bei Hain). Es ist, wie es scheint, ein Cölner Druck. Ferner ist noch nachzuholen, dass
nicht nur Herolt, sondern auch Herp Stellen aus dem Buche anführt und es dem Henricus de Vrimaria zuschreibt.
Eine deutsche abgekürzte Uebersetzung dieses Preceptorium, ähnlich der Beilage II. beschriebenen, ist in der
Handschrift 813 in Giessen mit Bildern, die nachher zu Cap. 7 beschrieben werden.

Zu S. 32. Zu den grösseren lateinischen Werken über die zehn Gebote ist noch hinzuzufügen das des
Augustinermönchs Johannes Beets, welcher Doctor und Professor der Theologie in Löwen war und am 6. Juni
1470 oder 76 gestorben ist. Ich habe davon zwei Ausgaben kennen gelernt, Expositio Decalogi Lovanii. Egidius
van der Heerstraten 1486, Fol., (Hain 2736, Mainz, und Stuttgart. Bibl.) und Argentinae 1489, Fol., (Hain
2737, Frankf. Bibl., wo aber das letzte Blatt fehlt). Auch findet sich in dem grossen Werke des Arnold
Geilhofen (oder de Hollandia) Gnolosolitos sive speculura conscientiae, Bruxellis 1476, 472 Blätter im grössten
Folio (Frankf. Bibl., Hain 7514, eine andere Ausg. 7515). Bl. 25 a — 64 b ein ausführlicher Abschnitt über
die zehn Gebote. Kürzer behandelt sie Johannes de Burgo, Kanzler der Universität Cambridge in der Pupilla oculi,
Strasb. 1516. (17), (Hamb. Bibl.) Bl. 161 a sqq. Panzer Ann. VI., p. 84 No. 482. In ausführlichen lateinischen
Versen umschrieben hat sie *Guielmus du Bellay in der Peregrinatio Humana, Paris 1509, 4., Bl. 13 flgg.
Panz. Annal. VII. p.539.

Zu S. 35. Ueber Antonin von Florenz ist zu vergleichen: Ughelli Italia sacra, Tom HL, pag. 172
(ed. sec. Ven. 1718), Fol. Er war von geringer Herkunft, gehörte dem Dominicanerorden an, ward 1446
Erzbischof, f 1459 und ward von Adrian VI. heilig gesprochen. Vincentius Maynardus hat sein Leben be-
schrieben. Pius II. urtheilte von ihm "erat praedicator aeeeptus in populo quamvis scelerum seetator vehemens."

Zu S. 35. Zu den kleineren lateinischen Handbüchern gehören noch 1) Eruditiones christianae religonis
plurimum utiles et cuilibet christiano admodum necessariae per fratrem Alphonsum ricium, in 4. mit zwei
Holzschnitten, Bl. 6b —9 handelt von den zehn Geboten. Der Druck scheint Paris, Jehan Petit, zu sein
(Halberst. Bibl.). 2) Penitentionale Daventriae 1488, 20. Dec, 4. (Lpz. Univ. Bibl.) 3) Eruditorium peni-
tentiale s. 1. & a. in 4. (Götting.). 4) Das in Beilage XXII. abgedruckte Büchlein Peniteas cito, von dem in
Göltingen noch eine, von Hain übergangene Ausgabe, Daventriae 1691, 11. Jun. in kl. 4.

Zu S. 38—39. Was die französischen Schriften betrifft, so habe ich zu bemerken, dass sich von
dem livre de sapience mehrere Ausgaben in der Bibl. Imp. in Paris finden. Da ich aber nicht selbst dort war,
so kann ich über den Inhalt nichts sagen, auch Panzers Behauptung, es sei eine Uebersetzung von Guido de
Monte Bocherii Manipulus weder bestätigen, noch widerlegen. — Dagegen macht mich Herr Dr. Carl Schmidt
in Strasburg auf zwei Schriften von Olivier Maillard aufmerksam. 1) la Confession de frere 0. M., Paris, s. a.
8., 16 Blätter, 1495 zu Poiters in Predigten behandelt. 2) la confession generale compibie par fr. O. M.,
s. l.&a. 8., auch Bourges s. a., 8., 10 Blätter. Die erstere Schrift handelt besonders von den zehn Geboten.
Die zweite ist ein wahrer ßeichtspiegel und handelt von den fünf Sinnen, den sieben Todsünden, den siebeu
Liebeswerken, den zehn Geboten, den zwölf Glaubensartikeln u. s. w Diese Schriften scheinen, so fährt Dr.
S. fort, ausserordentlich selten zu sein; ich kenne sie nur aus der kurzen Beschreibung, die Labouderie davon
giebt in seiner Ausgabe einer französischen Predigt Maillards, Paris 1826. Leider gehört auch diese Publication

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