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Giesen, Josef
Dürers Proportionsstudien im Rahmen der allgemeinen Proportionsentwicklung — Forschungen zur Kunstgeschichte Westeuropas, Band 8: Bonn: Kurt Schroeder Verlag, 1930

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Proportionstexte
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III. Beschreibung der Kompositionskonstruktion der Wandmalereien im Kloster Nonnenberg
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IV. Kanon der hl. Hildegard von Bingen
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https://doi.org/10.11588/diglit.59480#0080
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Grübchen über der Oberlippe. Hier liegt der Mittelpunkt des Nischen-
bogens. Am Kopfe des Gregor sieht man auch deutlich den hier ein-
gesetzten Zirkelpunkt.
2. Um Vg dieser Entfernung über dem Grübchen liegt die Falte!
auf der Nasenwurzel (zwischen den Augen), zugleich der Mittelpunkt
des äußeren Nimbuskreises, dessen Durchmesser gleich der fünffachen
Augenweite ist.
5. Die Entfernung vom Kinn zur Nasenspitze, von hier zur Nasen-
wurzel (in Oberlidhöhe) und der Abstand der Pupillen sind einander
gleich. Untergesicht-Nasenlänge-Augenweite.
4. Die Gesichtsbreite (von Ohransatz zu Ohransatz) ist gleich der
doppelten Nasenlänge.
5. Die Gesichtslänge (vom Kinn zum Haaransatz in der Stirnmitte)
ist gleich der Breite von Ohr zu Ohr.
Aus dem Aufsatz von Paul Buber: Die romanischen Wandmalereien
im Kloster Nonnenberg in Salzburg und ihre Beziehungen zur Salzburger
Buchmalerei und zur byzantinischen Kunst, S. 41/42 im kunstgeschicht-
lichen Jahrbuch, herausgeg. von Max Dvorak, Bd. III, 1909, Wien 19091

IV.
Kanon der hl. Hildegard von Bingen
Aus dem Buche „Von den göttlichen Werken“.
Col. 815. XVII. „Am Kopfe des Menschen sind die drei oberen
Elemente angedeutet, nämlich von der Höhe des Scheitels bis zur
Stirn das leuchtende Feuer mit dem darunter liegenden schwarzen
Feuer. Von der Stirn bis zur Nasenspitze der reine Aether und von
der Nase bis zur Kehle der feuchte Äther. Und alle diese Teile be-
finden sich in gleichem Abstande voneinander.“
Col. 816. XVIII. „Die Ober- und Unterlippe .... am Munde des
Menschen haben gleiches Maß. Ebenso ist das Maß von einem
Ohre des Menschen zum anderen Ohre — rückwärts um die Kopf-
rundung gemessen — und von den Ohrlöchern bis zu den Schultern,
sowie von den Schultern bis zum Ende der Kehle das gleiche.“
Col. 819. XXII. ;;Von der obersten Höhe der Hirnschale (vasjs
cerebri) bis zur untersten Linie der Stirne des Menschen ergeben
sich sieben Stellen, die gleichmäßig voneinander entfernt sind, durch
welche die sieben Planeten, die am Firmamente in gleichem Abstande
voneinander stehen, angedeutet werden.“

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