und eines der drei Maße, diß ganze Hand ßinß Gßsichtslängß; von dßr
Halsgrube bis zu dßr des Magens eine Gesichtslänge; vom Magen bis'
zum Nabel eine Gesichtslänge; vom Nabel zum Schenkelgelenk eine
Gesichtslänge; vom Schenkel (— Gelenk seil.) zur Kniescheibe zwei
Gesichtslängen; von der Kniescheibe zur Ferse zwei Gesichtslängen;
von der Ferse zur Sohle eines der drei Maße; der Fuß eine Gesichts-
länge. — Der Mensch ist so hoch als er, oder vielmehr seine Arme,
der Quere nach betragen. Die Arme samt den Händen reichen bis
zur Hälfte der Schenkel. Und es hat der ganze Mensch acht Gesichts-
längen und zwei der drei Maße. Der Mann hat eine Brustrippe weniger
auf der linken Seite als die Frau. Und in dem ganzen Mens'chen
sind Knochen. (Obscöne Stelle). Der schöne Mann soll braun sein,
die Frau weiß, etc. Von den unvernünftigen Tieren werde ich dir
nichts sagen, weil sie mir keine rechten Verhältnisse zu haben
scheinen; entwirf und zeichne sie nach der Natur, soviel du kannst
und versuche es. Und es bedarf guter Übung hierzu.
I. Das Budh von der Kunst oder Tractat der Malerei des Cennino
Cennini Da Colle Di Valdelsa, übersetzt von Albert Ilg. Quellenschriften
für Kunstgeschichte und Kunsttechnik des Mittelalters und der Renaissance.
Wien, Braumüller, 1871. S. 49/50.
VII.
Antonio Averlino Filarete
Tractat über die Baukunst,
Buch I. Die Verhältnisse des menschlichen Körpers.
.Die drei übrigen menschlichen Staturen, die große, mittlere
und kleine sind proportioniert: von ihnen entnehmen wir unsere
Maße und bezeichnen sie mit Vitruv nach den Griechen, welche
diese Benennungen ihrerseits von den Eggptern übernommen haben,
als die dorische, korinthische und jonische Statur. Die erste mißt
neun, die zweite acht, die dritte sieben ihrer Kopflängen. — Hier
könntest du einwenden, die Feststellung der Körperverhältnisse müsse
auf Adam zurückgehen, der unzweifelhaft den schönsten Leib besessen
habe, und könne auch wohl er selbst ihr Erfinder sein. Letzteres ist
nicht zu beweisen; doch immerhin anzunehmen, daß man seinen
Kopf als Maßeinheit anerkannte.
Die Verhältnisse des proportionierten Menschen.
71
Halsgrube bis zu dßr des Magens eine Gesichtslänge; vom Magen bis'
zum Nabel eine Gesichtslänge; vom Nabel zum Schenkelgelenk eine
Gesichtslänge; vom Schenkel (— Gelenk seil.) zur Kniescheibe zwei
Gesichtslängen; von der Kniescheibe zur Ferse zwei Gesichtslängen;
von der Ferse zur Sohle eines der drei Maße; der Fuß eine Gesichts-
länge. — Der Mensch ist so hoch als er, oder vielmehr seine Arme,
der Quere nach betragen. Die Arme samt den Händen reichen bis
zur Hälfte der Schenkel. Und es hat der ganze Mensch acht Gesichts-
längen und zwei der drei Maße. Der Mann hat eine Brustrippe weniger
auf der linken Seite als die Frau. Und in dem ganzen Mens'chen
sind Knochen. (Obscöne Stelle). Der schöne Mann soll braun sein,
die Frau weiß, etc. Von den unvernünftigen Tieren werde ich dir
nichts sagen, weil sie mir keine rechten Verhältnisse zu haben
scheinen; entwirf und zeichne sie nach der Natur, soviel du kannst
und versuche es. Und es bedarf guter Übung hierzu.
I. Das Budh von der Kunst oder Tractat der Malerei des Cennino
Cennini Da Colle Di Valdelsa, übersetzt von Albert Ilg. Quellenschriften
für Kunstgeschichte und Kunsttechnik des Mittelalters und der Renaissance.
Wien, Braumüller, 1871. S. 49/50.
VII.
Antonio Averlino Filarete
Tractat über die Baukunst,
Buch I. Die Verhältnisse des menschlichen Körpers.
.Die drei übrigen menschlichen Staturen, die große, mittlere
und kleine sind proportioniert: von ihnen entnehmen wir unsere
Maße und bezeichnen sie mit Vitruv nach den Griechen, welche
diese Benennungen ihrerseits von den Eggptern übernommen haben,
als die dorische, korinthische und jonische Statur. Die erste mißt
neun, die zweite acht, die dritte sieben ihrer Kopflängen. — Hier
könntest du einwenden, die Feststellung der Körperverhältnisse müsse
auf Adam zurückgehen, der unzweifelhaft den schönsten Leib besessen
habe, und könne auch wohl er selbst ihr Erfinder sein. Letzteres ist
nicht zu beweisen; doch immerhin anzunehmen, daß man seinen
Kopf als Maßeinheit anerkannte.
Die Verhältnisse des proportionierten Menschen.
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