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Giesen, Josef
Dürers Proportionsstudien im Rahmen der allgemeinen Proportionsentwicklung — Forschungen zur Kunstgeschichte Westeuropas, Band 8: Bonn: Kurt Schroeder Verlag, 1930

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Proportionstexte
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XI. Luca Pacioli
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XII. Pomponius Gauricus
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https://doi.org/10.11588/diglit.59480#0103
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irrationalen Proportion, welche der Zahl nach nicht möglich ist an-
zugeben. Das gleiche wird bezüglich des Abstandes von der Haar-
wurzel und zum Ende des Winkels m gesagt, der ebenfalls etwas
von jenem abweicht wie man sieht, da es sonst dem Auge nicht
anmutig erscheinen würde. Und die Senkrechte von a oder Ka-
thete ist genau auf die Wölbung der Nase gerichtet und schneidet
das Profil mk bei den wohlproportionierten und richtig geordneten;
und nicht ungeheuerlichen genau in der Mitte.“
Fra Luca Pacioli „Dlvlna proportione“, übersetzt und erläutert von
Konstantin Winterberg, Quellenschriften für Kunstgeschichte und Kunsttech-
nik des Mittelalters und der Neuzeit, gegründet von Rudolf Eitelberger
von Edelberg, fortgesetzt von Albert Ilg. Neue Folge, II. Bd. Wien, 1889,
S. 297ff.
XII.
Pomponius Gauricus
De sculptura.
II. Symmetrie.
. Wir haben den Menschen ganz anders als der Ar-
chitekt zu messen, nämlich lebendig und stehend, und zwar der
Länge nach nach neun Teilen. Denn so hat die geschickte Natur
den Menschen selbst gebildet, daß sie dies an der höchsten Stelle
zu schauende Gesicht angab, und daß nach diesem die übrigen
Teile des ganzen Körpers ihr entsprechendes Maß empfingen. So
besteht auch das Gesicht selbst aus drei Teilen: der eine geht
vom Beginn der Stirn, wo die Haare ansetzen bis hier zu den
Intercilien (bis zwischen die Augen), der zweite von hier zum un-
teren Ende der Nase, der letzte von der Nase bis hierhin ans
Kinn. Der erste ist der Sitz der Weisheit, der zweite der Schön-
heit, der dritte der Güte. Diese Teile aber, wie man sagt, mit-
einander multipliziert, werden richtig die Gestalt ergeben, wie sie
der Körper eines Menschen hat: neun Teile. Der erste Teil wird
das Gesicht selbst sein, den zweiten wird die Brust ausmachen,
der dritte reicht von der oberen Magengegend zum Nabel, der
vierte von da zum unteren Ende des Hüftbeins, zwei Teile werden
den Schenkel bis zum Knie einnehmen, ebensoviel die Unterschen-
kel bis zum Knöchel; das letzte Stück aber vom Knöchel bis unten
zur Fußsohle wird zusammen mit der Kehle, vom Brustansatz bis
hinauf zum Gaumen und mit dem Kreissegment, das vom Stirnan-

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