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Ginzrot, Johann Christian
Die Wagen und Fahrwerke der Griechen und Römer und anderer alten Völker (Band 2) — München, 1817

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https://doi.org/10.11588/diglit.5290#0541

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Auch auf Reisen Weng man den Zug- und. Lasttin eren Roll schellen
und Glöckchen an, die aber hauptsächlich dazu dienten, dafs man sie in
Hohlwegen von Ferne hörte, und bey Zeiten ausweichen konnte, weil die Maul-
esel mit ihren schweren Lasten nicht gewohnt sind auf die Seite zu schreiten.
In Phädri Fabeln Lib. I. 8- liest man: „Der MauJesel, mit hohem Scheitel
hervorragend, schüttelte am Halse die helle Glocke3" und Lucian sagt: „Pur-
purne Decken, goldene Gebisse und musikalisch tönende Schellen hieng er
mir anj" und Jpulejus im goldenen Esel, wo er den verschiedenen Putz
nennt, mit dem er geschmückt >var, sagt das Nämliche: „Mich schmückt er
mit goldenen Stirnschildern, gezierten Sätteln, purpurnen Teppichen, silber-
nen Gebissen, gestickten Gurten, und helltönenden Schellen:" (Peragitis
Tintinnabulis). Ovid schreibt: „Die Töne sind den Thieren ange-
nehm;" daher empfiehlt Columellä, dafs man dem Vieh während des Trän-
kens pfeifej und Magius in seinem Buche, de Tintinnabulis Cap. 8 schreibt:
„Ehemals hiengen die Maulcscltreibcr und Stallknechte den Thieren zum Ver-
gnügen und Putz Schellen an, wie noch jetzt geschieht."

Sogar in denCircen hat man die Zäume und das übrige Gcschirrwerk
der Rennpferde mit S ch eilen verziert, wie man Tab. LV. A. Fig. 1, und Tab.LVU-
Fig. 13, (die überdiefs noch verschiedene weifse Thierzähne als Phaleren an-
hängen haben) und auf eben dem Blatte, Fig. 15, von einem marmornen Bruch-
stück, dessen schon früher erwähnt worden, sehen kann. Eben so hatten die
Maulthiere, welche den Leichenwagen Alexanders zogen, auf jedem Bachen
eine goldene Schelle hangen; s.Tab.LIII. Auch den Elephanten hieng man
S c h e 11 e n an, wie Tab. XL VII. Fig. 6 auf einer Münze zu sehen ist; und Tab.
Fig. 6 scheint der Elephant ganz mit einem Schellennetze überdeckt zu seyn«
Ebenso den Kameelen, wie Tab. LXVI. Fig. n und 12, und den Eseln, die
fast alle auf alten Monumenten mit einer Schelle um den Hals abgebildet sind-
Auch wurden den Ochsen Schellen umgehangen, wie man in Sieb JpolUn^'-
ad Epist. 11. Lib. 21 liest, wo er ein gothisches Gesetz anführt, dessen Ueber-
ochrift lautet: „Wenn jemand von einem Lastthier oder einem Ochsen die
Glocke entwendet/« Phavorinus sagt, dafs an den Zäumen, dem Reitzeug
den Decken gewöhnlich viele Glöckchen und Schellen hiengen. D'efs
sagen auch Ursinus und Berenger, bey Farro Lib. II. Cap. 7, wo es heifs*'
„Man mufs vor den Füllen frühzeitig Zäume aufhängen, damit sich die Pferd-
chen daran gewöhnen, und mit ihrer Gestalt und ihrem Geklirr e bekanntwer-
den:" Et e modu audire crepitus.

Die Oehlkrämer, die Fischhändler, die Gärtner und die Metz-
ger hiengen eine Schelle an ihre Sirpicula oder Bennenkarren von Weiden-
 
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